[VKZ] Weibliche U 18 kämpft Österreich nieder

Trotz der Verletzung von Hauptangreiferin Jordan Nadermann im Entscheidungssatz bringt Deutschland den EM-Sieg nach Hause.

Faustball. Schrecksekunde im Entscheidungssatz des Finales der weiblichen U 18 zwischen Deutschland und Österreich. Bei 8:5-Führung für die Gastgeberinnen bricht Hauptangreiferin Jordan Nadermann mit Wadenkrämpfen zusammen. Zwar versuchte die Ahlhornerin noch mal, die Probleme wegzulaufen. Doch „für mich war sofort klar, dass wir wechseln müssen. Jordan kommt gerade erst aus einer schwierigen Verletzung“, berichtet Hartmut Maus. Doch was dann die Deutschen geleistet haben, „spricht auch für das Team“, lobt der Bundestrainer. Er brachte die Vaihingerin Ricarda Stübbe zurück und übertrug ihr nicht nur die Angaben, sondern auch den Rückschlag. „Jordan ist unsere beste Spielerin. Als sie raus musste, war das erst mal ein Schock“, erklärt die Angreiferin. „Doch als ich die ersten Punkte erzielt hatte, dachte ich, das schaffen wir als Team.“ Und Maus ergänzt: „Ricarda hat dann alles richtig gemacht.“ Letztlich setzten sich die Deutschen mit 3:2 (15:13, 13:15, 10:12, 11:5 und 11:7) durch.

 

Für Bundestrainer Hartmut Maus war der Kopf der entscheidende Faktor

Am Ende war es der Kopf, der ausschlaggebend war, analysiert Maus. „Denn die Österreicherinnen waren uns athletisch und technisch überlegen“, erklärt er. Dennoch hat der Bundestrainer nie einen Gedanken daran verschwendet, dass Deutschland das Spiel verlieren könnte. Auch nicht, nachdem seine Mannschaft mit 1:2 nach Sätzen in Rückstand gelegen ist. Denn „dann ist der Druck richtig hoch. Man darf schließlich keinen Satz mehr abgeben“, berichtet Stübbe. „Wir haben dann allerdings als Team funktioniert. Wir wollten den Sieg einfach mehr.“ Und auch Maus ist gelassen geblieben. „Die ersten drei Durchgänge wurden jeweils erst in der Verlängerung entschieden. Es war also ein Spiel auf Augenhöhe“, erklärt der Bundestrainer. Keine der Mannschaften konnte sich jeweils entscheidend absetzen. Mal legte das eine Team vor, mal das andere.

Lediglich im dritten Durchgang waren die Deutschen kurzzeitig von der Rolle. Bei einem unterschnittenen kurz gespielten Ball berührte Österreichs Angreiferin das Spielgerät mit dem Knie, nachdem sie den Ball mit der Faust gespielt hatte. Doch zur Verwunderung aller deutschen Spielerinnen und Verantwortlichen gab Schiedsrichter Rolf Bühler den Punkt an die Österreicherinnen. Doch nach 1:6-Rückstand kämpften sich die Deutschen wieder über 5:7 und 6:10 bis auf 10:10 ran. Doch dann machten erst Lea Hartl und dann Anika Hartl den Satzgewinn für die Alpenrepublik perfekt.

Dass die Deutschen den Durchgang aber noch in die Verlängerung gerettet hatten, schien ihnen Auftrieb zu geben. Denn „der vierte Satz war dann wie aus einem Guss“, lobt Bundestrainer Maus seine Spielerinnen. Über 5:1 setzten sich die Deutschen auf 9:2 ab. Letztlich gewannen sie den Abschnitt mit 11:5.

 

Stübbe und Modenese feiern Gold vor ihrem Heimpublikum

Zu Beginn des entscheidenden Durchgangs brachte Maus dann zunächst die zweite Vaihingerin im Kader der weiblichen U 18, Leoni Modenese. Stübbe musste für die Abwehrspielerin Platz machen, die die Hinten-links-Position übernahm. Mieke Kienast rückte dafür aus der Abwehr auf die Position der Zweitangreiferin vorne rechts. „Das kam überraschend, dass ich noch reingekommen bin“, berichtet Modenese. „Ich habe einfach mein Bestes gegeben. Und am Ende hat es auch gereicht.“

Der Rest war Jubel pur auf deutscher Seite. „Es ist immer schön, Gold zu holen. Aber vor dem Heimpublikum ist es unglaublich“, berichtet Stübbe. Und Modenese ergänzt: „Man kann das gar nicht wirklich beschreiben, wie das ist, wenn man den Support von allen hat.“

 


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