[VKZ] TVV mit starken Leistungsschwankungen

Erst- und Zweitligateam landen beim Frühlingsturnier unter ferner liefen – Vaihinger Männer 35 erkämpfen sich dritten Platz

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 29. April 2019

Eine Menge Erfahrungen hat die neu formierte Erstligamannschaft des TV Vaihingen beim Frühlingsturnier gesammelt. Letztlich reichte es nur zu einem Sieg – gegen die eigene Reserve, die in der neuen Saison in der zweiten Liga auflaufen wird, aber eigentlich ein Verbandsligateam ist. Damit wurden die Vaihinger Drittletzter. Bedeutend besser lief es bei den Männern 35, die auf dem Bronzerang landeten.

Vaihingen. „Wir haben starke Leistungsschwankungen. Es gibt Phasen, in denen wir gut mithalten, dann aber auch wieder Phasen, in denen wir leichte Bälle nicht sauber aufbauen und den Gegner nicht unter Druck setzen“, berichtet Markus Knodel. Dennoch zieht der Trainer der Erstligamannschaft des TV Vaihingen nach dem Frühlingsturnier, dem eigenen Vorbereitungsturnier, ein positives Fazit. „Wir haben uns gut verkauft. Natürlich ist noch Luft nach oben. Aber das ist auch ein Lernprozess, mit so einer jungen Mannschaft in so einer starken Liga wie der 1. Bundesliga Fuß zu fassen“, fährt der Übungsleiter fort. Denn bis auf Jakob Kilpper hat kein aktueller Erstligaspieler des TVV in der Vergangenheit nennenswerte Einsatzminuten in der höchsten deutschen Spielklasse erhalten. „Man darf auch nicht vergessen, im Kader stehen fünf U-18-Spieler“, erklärt Markus Knodel. „Da kann man noch nicht so weit sein wie andere Teams, die in dieser Besetzung schon seit Jahren in der ersten Liga spielen.“

Die wichtigste Erkenntnis ist, „dass man immer seine Leistung abrufen und auf den Platz bringen muss“, berichtet der TVV-Trainer. Anders als in anderen Ligen dürfe man sich in der 1. Bundesliga keine Verschnaufpausen gönnen. Allerdings rotierte Markus Knodel auch viel. Michael Knodel, Tobias Knodel und Jakob Mahn übernahmen fast halbzeitweise im Wechsel mal die Angaben sowie mal den Rückschlag und mussten mal vorne links und mal vorne rechts spielen. Und in der Abwehr teilten sich David Fanz, Jacob Jungclaussen, Maximilian Zöhrer, Tobias Maurer und Kilpper ebenfalls die Spielzeit auf den drei Positionen. „Zum einen wollte ich jedem Spielzeit geben. Zum anderen wollte ich aber auch schauen, wie jeder auf den verschiedenen Positionen unter Wettkampfbedingungen aussieht“, erklärt Markus Knodel. „Denn wir hatten bisher nur wenige Trainingseinheiten. Erst sind wir doch noch mit der U 16 zur Hallen-DM gekommen. Dann war ein U-18-Lehrgang, wo alle meine Spieler dieser Altersklasse dabei waren. Und am letzten Wochenende war Ostern.“

Ein etwas positiveres Fazit zog Marc Krüger. „Was wir über das Wochenende gemacht haben, war okay. Wir sind nicht so weit weg. Zwar werden wir bestimmt in der anstehenden Saison um den Klassenerhalt spielen. Aber dass wir schon abgestiegen sind, sehe ich nicht“, erklärt der Trainer der Zweitligamannschaft des TV Vaihingen. Wie das Erstligateam des TVV war allerdings auch der Auftritt der Reserve beim Frühlingsturnier durchwachsen. „Phasenweise war es gut, phasenweise aber auch nicht“, berichtet Krüger. „Es gibt noch einiges Verbesserungspotenzial. Wir haben einige unnötige Fehler gemacht. Zum Beispiel haben wir das Zuspiel vorne nicht abgedeckt. Und auch auf kurze Bälle müssen wir einen besseren Zugriff bekommen. Außerdem war die Ballsicherheit noch nicht wirklich vorhanden. Aber die kommt von alleine. Wir sind noch früh in der Saison.“

Zumindest erreichte die TVV-Reserve ihr Minimalziel: Sie fuhr Siege gegen die Schweizer U-18-Nationalmannschaft ein – in der Vorrunde gewannen die Vaihinger mit 23:21, im Spiel um Platz 17 dann mit 19:12. Das war aber der einzige Erfolg.

Anders als die beiden Aktiventeams des TVV marschierte die Männer-35-Mannschaft von Erfolg von Erfolg. „Das, was wir in der Vorrunde gewinnen konnten, haben wir gewonnen“, erklärt Schlagmann Kolja Meyer stolz. In der Gruppenphase mussten sich die Vaihinger lediglich dem Deutschen Serienmeister TSV Pfungstadt mit dem Auricher Johannes Jungclaussen mit 14:21 geschlagen geben. Am zweiten Tag ging der Siegeszug aber weiter. Die Vaihinger schlugen im Viertelfinale zunächst den TV Käfertal mit 20:13, ehe sie sich im Halbfinale dem späteren Turniersieger TSV Calw mit 17:22 geschlagen geben mussten. „Da hatten wir anfangs Probleme vor allem mit dem Zuspiel wegen des Winds und sind schnell in Rückstand geraten“, berichtet TVV-Betreuer Michael Marx. Das Spiel um Platz drei gewannen sie aber wieder mit 18:15 gegen den TV Unterhaugstett mit dem Kleinglattbach Max Winkler. „Für den ersten richtigen Einsatz für einige seit Jahren – Björn Rink und Daniel Rothmaier spielten zuletzt nur Freizeitturniere und Andreas Rothmaier hatte einige Zeit komplett pausiert – und dafür, dass wir erstmals so wieder zusammengespielt haben, sind wir zufrieden“, fügt Marx hinzu.


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