[VKZ] Es gibt nur ein Ziel: die Titelverteidigung

Jakob Kilpper feiert seine Premiere in der A-Nationalmannschaft und hofft durch Leistung auf Spielzeit bei der EM. Er teilt sie sich aber – so ist es vorgesehen – mit seinem Vereinskameraden Jaro Jungclaussen. Aus Vaihingen ist zudem Johannes Jungclaussen am Ball.

 

Faustball. Erstmals seit Jahren kämpfen wieder Faustballer des TV Vaihingen um internationale Titel, wenn die deutsche A-Nationalmannschaft vom morgigen Freitag bis zum Sonntag im italienischen Kaltern um den Europameistertitel kämpft. Angreifer Johannes Jungclaussen und Abwehrspieler Jaro Jungclaussen stehen nach dem Nations Cup im vergangenen Sommer das zweite Mal für Deutschland bei einem großen Turnier auf dem Feld. Für Allrounder Jakob Kilpper ist es die Premiere bei der A-Nationalmannschaft. „Ein bisschen aufgeregt ist man ja immer“, sagt der Auricher. „Deshalb ist es ganz gut, dass wir uns schon gestern in Geislingen an der Steige getroffen haben und dass wir noch die eine oder andere Trainingseinheit in Oberböhringen absolvieren, bevor es nach Italien geht. Das wird bestimmt helfen.“

Doch schon vor der Anreise zur Nationalmannschaft hat Kilpper ein gutes Gefühl. „Was die Form der anderen Spieler – vor allem der von Teams aus der Nordstaffel – angeht, kann ich nicht wirklich einschätzen. Aber ich weiß, wie Johannes und Jaro Jungclaussen drauf sind. Und wir haben jetzt erst gegen Fabian Sagstetter und Maximilian Lutz gespielt, als wir beim TV Schweinfurt-Oberndorf ran mussten. Ich denke, alle sind ganz gut drin“, berichtet der Allrounder, der bei der Nationalmannschaft vor allem als Abwehrspieler eingeplant ist.

Denn für Deutschland gibt es nur ein Ziel: die Titelverteidigung. Dementsprechend deutlich formuliert auch Bundestrainer Olaf Neuenfeld: „Unser Ziel ist klar der Europameistertitel.“ Auch Kilpper hat die Goldmedaille vor Augen. „Auch, wenn viele Neulinge bei der EM für Deutschland auflaufen, haben wir den Anspruch, dass wir den kontinentalen Titel gewinnen wollen“, sagt der Auricher. Neben den drei Vaihingern ist es für Lutz, Kevin Schmalbach und Oliver Kraut die erste internationale Meisterschaft. Lediglich Angreifer Patrick Thomas, Zuspieler Sagstetter und Abwehrmann Oliver Späth haben sich schon Meriten bei internationalen Titelkämpfen erworben.

Ein gutes Omen ist das Kurztrainingslager in Geislingen und Oberböhringen. Schon zum siebten Mal bereiteten sich die deutschen Faustballer beim Sportverein Oberböhringen und der Schneelaufverein Geislingen auf eine Meisterschaft vor. Und in den vergangenen zehn Jahren sprang immer die Goldmedaille heraus – zuletzt auch drei Mal in Folge bei der Europameisterschaft.

Die Konkurrenz hat aber wieder den Anschluss an die Deutschen gefunden. Vor allem die Österreicher mit Hauptangreifer Karl Mühllehner, die im vergangenen Sommer den Nations Cup vor der Schweiz gewonnen hatten – Deutschland wurde nur Dritter –, hat bereits ebenfalls Ansprüche auf den kontinentalen Titel angemeldet. „Sie schätze ich spielerisch stärker ein als die Schweizer. Vor allem haben sie mit Karl Mühllehner einen Weltklasseangreifer. Er hat nach Patrick Thomas wahrscheinlich den stärksten Schlag. Da muss man den Ball erst mal ins Feld bringen, auch wenn er nicht die Lücke trifft. Wenn er dann auch noch einen guten Tag erwischt, dann scheppert es halt“, berichtet Kilpper. „Und dass für sie ein Block von mehreren Spielern aus Vöcklabruck auflaufen, ist auch ein Vorteil.“ Doch auch die Schweiz sei mit Schlagmann Rafael „Dotzi“ Schlattinger vom TSV Calw nicht zu unterschätzen. „Wenn es ihm reinläuft, können die Schweizer auch jedem Gegner gefährlich werden“, erklärt Kilpper.

Auf die beiden Hauptkonkurrenten um den EM-Titel treffen die Deutschen bereits in der Vorrunde am morgigen Freitag. Um 11.15 Uhr geht es zum Auftakt ins Turnier für die Mannschaft von Bundestrainer Neuenfeld gegen die Schweiz. Direkt im Anschluss um 12.30 Uhr trifft sie auf Italien. Und um 17.30 Uhr steht das Duell mit Österreich an. Am Samstag finden dann die Viertelfinal-, Platzierungs- und Halbfinalpartien statt. Und am Sonntag werden die einzelnen Ränge ausgespielt.

In der Vorrunde hofft auch der A-Nationalteam-Debütant Kilpper auf Spielzeit. „Da ist oft die Regel, dass man versucht, Sicherheit reinzubringen. Außerdem probiert man noch das eine oder andere aus und schaut, dass alle Spieler ins Turnier finden“, erklärt der Auricher und fügt hinzu: „Ich hoffe natürlich, dass ich meine Leistung bringe und der Mannschaft helfe, wenn ich reinkomme.“ Auf wieviel Spielzeit es letztlich hinausläuft, darüber lasse sich nur spekulieren. „Klar habe ich den Anspruch, so viel wie möglich spielen zu wollen. Aber es wird darauf ankommen, wie es bei jedem einzelnen läuft. Ich teile mir die Position mit Jaro Jungclaussen. Es kann also alles passieren“, berichtet Kilpper.

 

 

 


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