[VKZ] Ein ganz bitterer Geschmack

Die U-19-Faustballer des TVV müssen sich bei der DM in Heidenau mit dem Holzplatz zufrieden geben.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. September 2021
 
 

Faustball. „Fast jeder Spieler hat an seiner Leistungsgrenze agiert. Deshalb schmeckt es überhaupt nicht, mit dem vierten Rang heimzufahren.“ Michael Knodel, der die U-19-Faustballer zusammen mit Jakob Mahn auf der deutschen Meisterschaft in Heidenau betreut hat, ist die Enttäuschung über den undankbaren Holzplatz bei der DM noch Tage nach dem Turnier anzumerken. „Es geht besser“, sagt er sarkastisch. Und es wäre auch eine Medaille drin gewesen – zumindest Bronze. Doch im kleinen Finale unterlagen die Vaihinger dem Ahlhorner SV mit 15:15, 8:11 und 10:12.

 

„Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Am Ende hatten die Ahlhorner das Glück auf ihrer Seite und wir das Pech. Bestes Beispiel ist der letzte Ballwechsel. Unser Schlagmann Andreas Knodel griff auf den ASV-Angreifer an. Von ihm sprang der Ball in unser Feld zurück, hatte aber so viel Drall, dass er sich in die Leine drehte. Wenn man zehn Turniere spielt, sieht man vielleicht ein Mal so einen Ball“, erzählt Michael Knodel. In anderen Fällen gingen Schläge der Niedersachsen an die Linie grundsätzlich ein paar Zentimeter ins Feld, während die der Vaihinger auch mal im Aus landeten. „Es sollte nicht sein“, analysiert der TVV-Trainer.

 

In der Vorrunde hatten die Enzstädter die Ahlhorner dagegen noch mit 11:7 und 11:9 geschlagen. „Da waren sie aber auch schlechter als am zweiten Tag“, berichtet Michael Knodel. Es war einer von vier Siegen in den vier Partien. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, erinnert sich der Übungsleiter. „Die Jungs haben an ihrer Leistungsgrenze gespielt. Wir hatten die Angreifer der Gegner, die gerne eklige Bälle spielen und die Lücken treffen, gut im Griff. Vor allem kürzere Diagonalbälle haben wir fast immer erlaufen. Und im Angriff hat Andreas Knodel sehr gut gespielt.“

In der ersten Vorrundenpartie gegen den Gastgeber SSV Heidenau mussten die Vaihinger den einzigen Satz abgeben – 11:9, 9:11 und 11:7. „Wir hatten die Heidenauer aber auch noch nie gesehen. Außerdem war es das berühmte erste Spiel. Da lief noch nicht alles“, erklärt Michael Knodel. „Die Heidenauer haben es aber auch gut gemacht.“ In der Folge schlugen die Enzstädter den TB Oppau mit 11:2 und 11:3, den ASV sowie den TSV Lola mit 11:7 und 15:14 und sicherte sich so ungeschlagen das direkte Ticket für das Halbfinale.

 

Dort mussten sie sich allerdings dem MTV Wangersen mit 4:11 und 4:11 geschlagen geben. „Dadurch, dass die Niedersachsen schon das Qualifikationsspiel gegen den TSV Lola mit 11:6 und 11:8 gewonnen hatten, waren sie in Fahrt. Wir hatten deshalb zwar damit gerechnet, dass wir erst einmal zurückliegen würden. Aber wir kamen nie wirklich rein. Vor allem aus der Angabe haben wir zu wenig Druck erzeugt“, berichtet Michael Knodel.

 

Das sei aber nicht verwunderlich. Da Julian Fanz mit Schulterproblemen nach Heidenau gereist war, lag die ganze Last im Angriff auf den Schultern von Andreas Knodel. „Andy hat am ersten Tag komplett durchgeschlagen – sowohl die Angaben als auch die Rückschläge“, erklärt sein Bruder und Trainer. „Das ist körperlich anstrengend und zehrt an einem. Ich bin mir sicher, dass das der Grund war, weshalb es im Halbfinale nicht so lief.“

 

Es war aber auch ein Spiel, das nicht unbedingt zu gewinnen war. „Die beiden Sätze haben wir zu deutlich verloren. Das hätte so nicht sein müssen. Wir hatten viele Unkonzentriertheiten. Selbst leichte Bälle haben wir nicht bekommen. Aber auch, wenn wir den MTV Wangersen im Griff gehabt hätten, ist nicht gesagt, dass wir gewonnen hätten. Die Niedersachsen sind sehr kompakt gestanden. Und bei ihnen lief es immer besser rein“, berichtet Michael Knodel.


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