[VKZ] Bis aufs Finale alle Spiele 2:0 gewonnen

Die weibliche U 19 des TV Vaihingen überzeugt bei der deutschen Meisterschaft im Feldfaustball vor eigenem Publikum. Ohne Satzverlust marschiert das Team des Gastgebers durch Vorrunde und Halbfinale. Nach dem 1:2 gegen Ahlhorn ist der TVV Vizemeister.

Von Ralph Küppers Erstellt: 14. September 2021
 
 
 

Faustball. Bei der Deutschen Meisterschaft der weiblichen U 19 im Feldfaustball ist es zum Schlagabtausch zwischen den zwei besten Mannschaften des Turniers tatsächlich erst im Finale gekommen. Dort setzte sich Nordmeister Ahlhorner SV gegen Südmeister und Gastgeber TV Vaihingen durch. Allerdings täuscht das Ergebnis ein wenig darüber hinweg, wie eng es tatsächlich zuging. Ahlhorn setzte sich mit 11:6, 10:12 und 11:3 durch. „11:3 liest sich nach einem klaren Ergebnis“, sagt TVV-Trainerin Christina Koch. „Aber die Spielzüge im letzten Satz waren hart umkämpft und bei vielen Aktionen ging der Ball von uns knapp ins Aus, aber von Ahlhorn knapp ins Feld.“

 

Bis es im letzten Spiel der DM zum Showdown kam, hatten die Vaihingerinnen alle fünf vorangegangenen Begegnungen dominiert und jeweils in zwei Sätzen für sich entschieden. Auch gegen Ahlhorn standen die Gastgeberinnen der DM bei weitem nicht auf verlorenem Posten. „Es war ein schönes Spiel mit vielen guten Aktionen auf beiden Seiten“, berichtet Koch. Das Lob bezieht sie auf alle Teile ihrer Mannschaft. „Es gab gute Angriffe, schöne Abwehraktionen und spektakuläre Rettungsbälle“, sagt die Übungsleiterin. „Unsere Spielerinnen haben gezeigt, was sie können, und keine von ihnen ist unter ihrem Niveau geblieben. Die Leistung war sehr gut.“ Doch man dürfe nicht vergessen, dass dem Vaihinger Team auf der anderen Seite der Leine unter anderem Junioren-Nationalspielerin Jordan Nadermann am Schlag gegenüberstand. „Die hat unsere Abwehrreihe komplett unter Druck gesetzt“, sagt Koch.

 

Herausforderungen für Topteams wie den TVV sind in Süddeutschland rar gesät

Es sei etwas schade, dass die Spielstärke in Deutschland ungleich verteilt ist. „Die erste richtige Herausforderung hatten wir bei der süddeutschen Meisterschaft gegen Stammbach“, sagt Koch. „Manchmal auch erst direkt auf der deutschen Meisterschaft. Im Norden gibt es etwas mehr Topmannschaften.“ Das ziehe sich schon seit Jahren durch die Altersklassen durch, schließlich kennen sich die Teams seit Jahren von den Meisterschaften. Gerade weil den Vaihinger Jugendspielerinnen ein Topteam aus dem Norden erspart blieb, wenn sie sich am Samstag als Gruppenerster direkt fürs Halbfinale qualifizierten, war eine tadellose Gruppenphase das erste Ziel bei der DM gewesen. Das hat funktioniert. Mit vier Siegen und 8:0 Sätzen hätte es fürs Team der Gastgeber nicht besser laufen können.

So stand der TV Vaihingen im Halbfinale am Sonntagmorgen dem TV Waibstadt gegenüber. Im ersten Satz brauchten die Vaihingerinnen eine kurze Zeit, ehe sie auf der Höhe des Geschehens waren. Doch dann drehten sie einen Drei-Punkte-Rückstand in einen Vorsprung von ebenfalls drei Punkten. Diesen gaben sie bis zum Satzende nicht mehr her und gewannen den ersten Durchgang mit 11:8. „Wir haben uns von dem Rückstand nicht beeindrucken lassen, sondern haben auf unsere Stärken geschaut“, sagt Koch über das Erfolgsrezept. „Wir wussten, dass wir das Spiel gegen Waibstadt nicht aus der linken Hosentasche gewinnen, sondern dass wir was zeigen müssen. Aber wir spielen konstanter.“ Das galt im Halbfinale auch für den zweiten Satz, der während der Gruppenspiele oft zum Problem geworden war. Durchgang Nummer zwei ging mit 11:5 an Vaihingen, das sich damit den Finaleinzug sicherte.

 

In Gruppenphase spielen Vaihingerinnen jeweils zwei gegensätzliche Sätze

In der Vorrunde war es am Samstag meistens so, dass der TVV einen starken ersten Satz zeigte, aber dann vorübergehend nachließ. „Erst Mitte des zweiten Satzes haben wir uns dann wieder absetzen können“, sagt Koch mit Blick auf sämtliche Spiele der Gruppenphase. Gegen den Wardenburger TV folgte einem souveränen 11:7 im ersten Durchgang eine Zitterpartie mit 14:12. Gegen den Hammer SC gewannen die Vaihingerinnen mit 11:2 und 11:9. Nur gegen den TSV Pfungstadt waren es mit 11:6 und 11:6 zwei gleiche Sätze. Und die Partie gegen den TV Unterhaugstett wurde annulliert – die Schwarzwälderinnen hatten eine Spielerin eingesetzt, die über der Altersgrenze lag. „Aber sonst hätten sie gar nicht antreten können“, berichtet Koch. Ebenso wie der TSV Karlsdorf litten sie an solchem Personalmangel, dass sie am Sonntag nicht mehr an den Platzierungsspielen teilnahmen.

 

Der TV Vaihingen war von diesen Problemen nicht betroffen, bot sieben Spielerinnen auf und war mit dem Ergebnis vollkommen zufrieden. „Die Mannschaft hat sich gut verkauft und ihre Leistung abgerufen“, berichtet Koch. „Dass es nicht zu Gold gereicht hat, lag an Nuancen.“ In zwei Wochen tritt fast die gleiche Vaihinger Mannschaft – lediglich Isabel Grau liegt über der Altersgrenze – in Ahlhorn bei der U-18-DM an.

 

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