[VKZ] Vaihingen erreicht erstes Teilziel

TVV-Faustballer qualifizieren sich durch einen souveränen 3:0-Sieg gegen den NLV Stuttgart-Vaihingen vorzeitig für die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga Süd. Dass die Enzstädter anschließend gegen den TV Hohenklingen mit 2:3 verlieren, ist nur ein Schönheitsfehler.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 19. Juli 2021
 
 
 

Stuttgart-Vaihingen/Vaihingen. Ganz souverän haben die Faustballer des TV Vaihingen das Ticket für die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga Süd gelöst. Mit 3:0 (11:5, 11:5 und 11:2) ließ die Mannschaft von Trainer Markus Knodel dem direkten Konkurrenten NLV Stuttgart-Vaihingen am letzten Spieltag der Südstaffel der zweiten Liga keine Chance. Dass es direkt danach eine 2:3 (11:8, 8:11, 11:6, 7:11 und 11:13)-Niederlage gegen den abstiegsbedrohten TV Hohenklingen setzte, war nur noch Makulatur. „Diese Pleite darf man nicht höher hängen, als sie ist“, erklärt Knodel. „Das erste Spiel des Tages gegen den NLV Vaihingen war wichtig. Und das sind wir konzentriert angegangen.“

 

Von Anfnag hielten die Enzstädter das Heft des Handelns gegen die Stuttgarter in den eigenen Händen. Die TVV-Angreifer, Johannes Jungclaussen und Jakob Kilpper, spielten variantenreich und fast fehlerfrei. Dadurch stellten sie die NLV-Abwehr ein ums andere Mal vor unlösbare Aufgaben. „Wir ziehen unser Spiel jetzt ganz anders auf“, analysiert Trainer Knodel. „Johannes ist halt kein zwei Meter großer Schlagmann wie sein ehemaliger Mannschaftskamerad Patrick Thomas beim TSV Pfungstadt, der die Bälle lang hinten durchprügelt. Und er kann ihn auch nicht imitieren. Das musste Johannes aber erst einmal einsehen. Es macht keinen Sinn, immer wieder zu versuchen, den Ball lang durch die Mitte zu schlagen. Da musste er erst einmal seinen Kopf einschalten.“

 

Zumal die Enzstädter nicht mit jedem Angriff punkten müssen. „Wir stehen in der Abwehr so stabil, dass wir in der Regel zwei, drei, wenn nicht sogar vier Chancen bekommen“, erklärt Knodel. Zumal Kai Fiechtner, der beim NLV den Hauptschlag übernommen hatte, die TVV-Abwehr kaum vor Probleme stellte.

 

Die Stuttgarter zeigten aber auch nicht viel Gegenwehr. Nachdem sich NLV-Hauptangreifer Marc Löwe unter der Woche am Sprunggelenk verletzt hatte und nur auf Krücken sowie mit einem Aircast-Schuh auf dem Platz war, schien die Spieler aus dem Süden der Landeshauptstadt schon vor dem ersten Ballwechsel der Mut verloren zu haben. Die Körpersprache der Stuttgarter war eindeutig – auf dem Feld war keine Stimmung, und sie ließen nach jedem kassierten Punkt die Köpfe hängen. „Dadurch, dass Marc Löwe ausgefallen ist, ist aber auch ein Schwachpunkt des NLV weggefallen“, trauert TVV-Trainer Knodel dem Duell mit Löwe fast ein wenig hinterher. „Wir hatten extra darauf trainiert, ihn laufen zu lassen, damit ihm irgendwann die Hutschnur hochgeht.“

 

Deutlich mehr Gegenwehr boten die Hohenklingener den Enzstädtern im zwieten Spiel des Tages direkt im Anschluss an den 3:0-Erfolg des TVV gegen den NLV. „Die Hohenklingener haben es gut gemacht. Hauptangreifer Florian Zwinscher hatte eine gute Länge in seinen Schlägen, war druckvoll und hat wenig Fehler gemacht. Außerdem hatte man den Eindruck, sie wollen es einfach mehr“, zollt Knodel dem Gegner Respekt, ergänzt aber: „Ich befürchte auch, dass bei uns etwas die Luft raus war, nachdem wir uns durch den Sieg gegen den NLV Stuttgart-Vaihingen schon für die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga qualifiziert hatten. Wir haben ohne die letzte Konsequenz gespielt.“

 

Der TVV-Übungsleiter wollte es auch nicht auf die Windverhältnisse schieben. Denn den jeweiligen Satz gewann immer die Mannschaft, die den Wind im Rücken hatte. „Diese Erklärung wäre zu einfach. Und wir waren im entscheidenden Durchgang auch trotz Gegenwinds vorne. Doch dann haben wir uns zu doof angestellt“, erklärt Knodel. „Es war einfach ein schlechtes Spiel von uns.“ Das zeigte sich vor allem in der Abwehr. „Wir haben fast jeden Ball vor dem Körper mit Reißen und Ziehen abgewehrt. Das darf nicht passieren. Dadurch mussten wir für das Zuspiel dann quer über das Feld laufen zu einem Ball, der immer schneller wurde“, ärgert sich Knodel. „Und im Angriff wurde unser Spiel immer einfacher und ungenauer.“

 

Der TVV-Trainer nimmt aber auch eine Teilschuld auf sich. „Es hat mit meinem Wechsel angefangen“, berichtet er. Zu Beginn des Spiels gegen Hohenklingen gönnte er Jaro Jungclaussen eine Pause und brachte dessen Bruder Jacob Jungclaussen auf der Mitteposition. „Jacob war unser stärkster Abwehrspieler an den ersten drei Spieltagen. Doch die gesamte Woche kam er nicht in die Spur, da war bei ihm der Wurm drin. Außerdem hat er schon lange nicht mehr Mitte trainiert“, erklärt Knodel. Zwar machte er den Wechsel zu Beginn des dritten Durchgangs wieder rückgängig. Doch in Tritt kamen die Vaihinger auch danach nicht wirklich.


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