AUFSTIIIIIEEEG!1!11!!!!!

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 26. Februar 2018

 

Die Reserve des TV Vaihingen ist zurück in der zweithöchsten Spielklasse in Deutschland. Die TVV-Faustballer machten es bei den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga Süd in Nürnberg allerdings extrem spannend. Nach der 2:3-Niederlage gegen Heuchlingen in der ersten Partie mussten sie gegen Neugablonz und Veitsbronn-Sigelsdorf gewinnen – und taten dies auch jeweils mit 3:2.

Nürnberg/Vaihingen. „Es war letztlich verdient. Aber wir hätten es nicht so spannend machen müssen. Vom Potenzial her hätten wir eigentlich alle drei Partien jeweils mit 3:1 gewinnen müssen“, erklärt TVV-Spielertrainer Michael Marx. Er und seine Mannschaftskameraden des TV Vaihingen II schafften es aber zu keiner Zeit, bei den Aufstiegsspielen zur 2. Faustball-Bundesliga in Nürnberg konstant ihre Leistung abzurufen. „Es gab immer Hochs und Tiefs. Immer wieder gab es kleine Wackler, die den Spielfluss unterbrochen haben“, berichtet Marx. „Man hat einigen Spielern auch die Nervosität angemerkt. Es war halt kein normaler Spieltag. Es waren die Aufstiegsspiele. Da kam es in jedem Spiel darauf an.“ So mussten die Vaihinger lange zittern. Denn nach der 2:3 (8:11, 11:6, 4:11, 11:4 und 9:11)-Niederlage zu Beginn gegen den TV Heuchlingen standen sie schon mit dem Rücken zur Wand. Doch sie behielten ihre Nerven und setzten sich gegen den TV Neugablonz mit 3:2 (11:8, 7:11, 10:12, 11:6 und 11:9) sowie gegen den ASV Veitsbronn-Sigelsdorf mit 3:2 (6:11, 11:9, 9:11, 11:4 und 13:11) durch. Damit wurden sie Zweiter hinter dem punktgleichen TV Neugablonz und spielen in der nächsten Hallenrunde wieder in der 2. Bundesliga Süd – nach zwei Jahren Pause.

 

TVV-Reserve gibt Spiel gegen Heuchlingen selbst aus der Hand

 

Für Marx war klar, dass das erste Spiel des Tages gegen Heuchlingen gleich das schwerste werden würde. „Ich habe die Heuchlinger mit uns als das stärkste Team eingeschätzt“, berichtet der TVV-Spielertrainer. Dennoch lag es nicht am Vizemeister der Schwabenliga, dass die Vaihinger ihre erste Partie bei den Aufstiegsspielen verloren. „Die Heuchlinger waren stabil, aber sie waren nicht überragend“, erklärt Marx. „Vielmehr lag es an uns. Uns sind in der Abwehr viele dumme Fehler unterlaufen. Und im Angriff haben wir nicht die Punkte gemacht, die wir hätten machen müssen. Deshalb sind wir überhaupt nicht in den Spielfluss gekommen.“ Dennoch blitzte immer wieder das Potenzial der Enzstädter auf – wie beispielsweise im vierten Satz, den sie mit 11:4 gewannen. „Dann haben wir aber auch immer wieder auf den Sack bekommen“, erklärt Marx.

Durch die Niederlage standen die Vaihinger direkt im Anschluss gegen Neugablonz mit dem Rücken zur Wand. Marx: „Wir mussten gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Aufstieg zu haben.“ Doch mit dem Druck sind die Vaihinger, bei denen mit Jakob Mahn, Jacob Jungclaussen und Nils Hantke drei U-18-Spieler im Aufgebot standen, gut umgegangen. „Wir sind stabil gestanden. Nur beim Zuspiel und im Angriff war etwas der Wurm drin“, berichtet Marx. Und das führte wieder dazu, dass die gesamte Partie durchwachsen war. Zum Glück aus Vaihinger Sicht riefen die Enzstädter im letzten Satz wieder das ab, was sie zu leisten im Stande sind. „Die technische Klasse ist vorhanden. Und jeder Gegner muss erst einmal gegen uns einen Punkt machen“, erklärt der TVV-Spielertrainer.

 

Im Endspiel gegen Gastgeber zwei Matchbälle gegen sich

 

Damit kam es gegen Veitsbronn-Sigelsdorf zu einem echten Endspiel für die Vaihinger. Wer diese Partie gewinnen würde, würde mit Neugablonz, das sein Endspiel gegen Heuchlingen mit 3:0 für sich entschieden hatte (Marx: „Dass die Heuchlinger nach der Partie gegen uns so einbrechen würden, war sehr überraschend.“), in die 2. Bundesliga aufsteigen. Doch die Vaihinger kamen überhaupt nicht in die Partie. Marx: „Wir sind bescheiden gestartet. Es lief gar nichts zusammen.“ Zwar fingen sich die Enzstädter im zweiten Durchgang. Doch im dritten Satz brachen sie wieder ein. Doch unter Druck szeigten sie dann, dass sie Faustball spielen können. „Wir haben gut abgewehrt, sauber zugespielt und gut geschlagen“, berichtet Marx. Das Zwischenhoch dauerte aber nur einen Satz. Im entscheidenden Durchgang gerieten die Vaihinger wieder schnell in Rückstand. Bei 2:6 wechselten sie die Seiten. Zwar glichen sie bei 6:6 wieder aus. Doch wenig später hatten sie bei 8:10 zwei Matchbälle gegen sich. „Dann hat jeder noch einmal richtig Gas gegeben“, erklärt Marx. Mit einem Kraftakt drehten die Enzstädter den Satz noch und sicherten sich so das Ticket für die zweithöchste Spielklasse in Deutschland.

 

Aufstiegsfeier muss noch nachgeholt werden

 

Gefeiert haben die Vaihinger den Aufstieg aber noch nicht. Alle wollten schnell zurück an die Enz, schließlich hatte jeder heute wieder berufliche, universitäre oder schulische Verpflichtungen. „Ich bin mir aber sicher, vor allem die jungen Spieler werden sich noch etwas einfallen lassen“, erklärt Marx.

TV Vaihingen: Tobias Knodel, Michael Marx, Jakob Mohn, Jacob Jungclaussen, Pirmin Neuberger, Nils Hantke, David Fanz.


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