VKZ: Brettorf ist bei U-18-DM eine Klasse für sich

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 12. September 2017

Gastgeber sind topvorbereitet und sichern sich souverän Gold – TV Vaihingen feiert nach 0:2 im Finale Silber beinahe wie den Titel

„Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Maximum herausgeholt“, berichtet Kolja Meyer. Allerdings war bei der DM der U-18-Faustballer eine Mannschaft nicht zu schlagen: der TV Brettorf. Hinter den Niedersachsen wurden der TVV-Trainer und die Nachwuchsfaustballer des TV Vaihingen Zweiter.

 

Brettorf/Vaihingen. Mindestens eine Drei-Klassen-Gesellschaft hat es bei der deutschen Meisterschaft der U-18-Faustballer in Brettorf gegeben. An der Spitze standen die Gastgeber, die im gesamten Turnierverlauf keinen Satz abgaben. Mit Abstand kam die Mannschaft des TV Vaihingen, wiederum mit großem Abstand gefolgt vom NLV Vaihingen und dem Rest. „Vor dem Halbfinale gegen den NLV Vaihingen habe ich mich mit einem Stuttgarter Verantwortlichen unterhalten. Er meinte, sein Team müsste über sich hinauswachsen, um gegen uns zu gewinnen. Und so ging es uns bei den Brettorfern“, berichtet TVV-Trainer Kolje Meyer, der zusammen mit Alexander Perleß die Mannschaft betreut. „Die Gastgeber waren auf die Meisterschaft richtig akribisch vorbereitet. Und jeder der Brettorfer Spieler hat auf den Punkt seine Bestleistung abgerufen.“

 

So auch im Finale gegen den TV Vaihingen. „Wir haben gut angefangen“, erklärt Meyer. Doch dann übernahmen die Brettorfer das Kommando. Der erste Satz ging mit 11:3 an die Gastgeber. Auch in Durchgang zwei hatten sich die Niedersachsen schnell abgesetzt. „Wenn man gegen so einen überragenden Gegner spielt, gelingt nicht alles. Und irgendwann spielen einem dann die Nerven einen Streich. Und dass die Jungs dann das Zuspiel nicht mit so viel Mut an die Leine spielen wie sonst, ist einem 18-, 17- oder sogar nur 16-Jährigen zu verzeihen“, berichtet der TVV-Trainer. Mit 11:5 ging der zweite Satz an die Brettorfer, die wie zuvor in der U 16 und der U 14 mit diesem Jahrgang Deutscher Meister wurden.

 

Dennoch ist Meyer stolz auf seine Mannschaft: „Es ist sehr positiv, wie die Jungs auf Platz zwei reagiert haben. Es war kaum Enttäuschung zu spüren. Auch sie hatten realisiert, dass die Brettorfer so überragend waren.“ Die Enzstädter waren richtig als Team zusammengewachsen – trotz aller Hindernisse in dieser Saison. Denn die U 18 des TVV, in der mit Jacob Jungclaussen und Jakob Mahn noch zwei Spieler aktiv sind, die noch in der U 16 spielberechtigt sind, war in der Feldsaison auf mehrere Trainingsgruppen aufgeteilt. „Ab dem dritten Vorrundenspiel bei der DM waren aber alle voll dabei“, lobt Meyer.

 

In der Gruppenphase hatten die Enzstädter allerdings zunächst Schwierigkeiten. In ihrer ersten Partie mussten sie sich dem TV Waibstadt mit 1:2 (8:11, 11:9 und 12:14) geschlagen geben. „Das erste Spiel in so einem Turnier ist immer schwierig. Außerdem hatten wir schlechte Platzverhältnisse“, erzählt Meyer. Die Vaihinger wehrten die erste Angabe der Waibstädter nicht ab und legten dann zwei Angabenfehler nach. „Dadurch sind wir schnell mit 0:3 in Rückstand geraten. Aufgrund unserer schlechten Abwehrleistung haben wir den nicht mehr aufgeholt“, berichtet der TVV-Übungsleiter. Im zweiten Durchgang übernahm Jakob Kilpper für Johannes Jungclaussen die Angabe, was in diesem Satz gut funktionierte. Doch im nächsten Abschnitt nahm Kilpper Risiko raus und damit auch Druck, so dass die Waibstädter das bessere Ende für sich hatten. „Vielleicht hätten wir den Wechsel in der Angabe nicht machen sollen. Vielleicht hätte Johannes sich gefangen und seinen Rhythmus gefunden“, gibt sich Meyer selbstkritisch. „Doch nachdem die Waibstädter gegen den TSV Lola mit 0:2 verloren hatten, war aufgrund unseres Satzgewinns gegen den TVW klar, dass wir mit Siegen gegen Lola und Dahlbruch Zweiter werden würden.“ Was auch gelang.

 

Im Qualifikationsspiel ließen die Enzstädter dem Ahlhorner SV beim 2:0 (11:4 und 11:8) keine Chance. Und auch im Halbfinale gegen den NLV Vaihingen gaben sie sich beim 2:0 (11:4 und 11:7) keine Blöße. Meyer: „Bei den Stuttgartern sind Schlüsselpositionen mit jüngeren Spielern besetzt. Das macht sich bemerkbar. Außerdem haben sich meine Jungs gesagt, dass sie nicht so ein 50:50-Spiel abliefern wollen wie bei der süddeutschen Meisterschaft.“

 

TV Vaihingen: Johannes Jungclaussen, Jakob Kilpper, Christopher Jess, Max Winkler, Nils Hantke, Jakob Mahn, Simeon Müller, Jacob Jungclaussen.


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