Vaihinger Faustballer holen Bronze beim IFA-Cup
Lana/Vaihingen (Tom Bloch). Der TV Vaihingen hat mit einem enormen kämpferischen Kraftakt die Bronzemedaille beim IFA-Cup in Lana in Südtirol geholt - quasi dem UEFA-Cup des Faustballs.
Eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt, der Teilnahme am IFA-Cup-Turnier, kam für die Vaihinger Faustballer die Hiobsbotschaft, dass Routinier Michael Krauß verletzt ausfällt. Mit nur fünf Mann und Markus Knodel als Mann für Alles an der Seite („Ich spiel' nur, wenn wir ins Endspiel kommen“) musste sich das Vaihinger Quintett durch die Hitze des im malerischen Etschtal gelegenen Ortes Lana in Südtirol quälen. 37 Grad im Schatten zeigte das Thermometer und die Sonne knallte erbarmungslos auf den saftig-grünen Rasen. Nicht einmal Wind brachte Abkühlung. Umso bemerkenswerter war also der Einsatz, den die glorreichen Fünf zeigten, verlief doch der bisherige Verlauf der Saison eher holprig und nicht ganz entsprechend den eigenen Erwartungen. „Wir lassen uns zerlegen hier. Das kann nicht sein. Das ist das letzte Spiel, also Vollgas“, feuerte Zuspieler Marco Lochmahr sein Team energisch an. Im Spiel um den dritten Platz trafen die Vaihinger überraschend auf den Titelverteidiger und frisch gebackenen österreichischen Meister FG Grieskirchen/Pötting. Im ersten Satz wurde Lochmahr und Co. noch mit 5:11 überrollt. Im zweiten Durchgang stand bereits 2:5 auf der Anzeigetafel, ein Vaihinger Debakel deutete sich an. Doch die Fünf rissen sich zusammen, kämpften sich ins Spiel und glichen mit 11:9 aus. Mit 9:11, 11:7 und 11:7 setzte sich Vaihingen gegen die erfahrene Truppe aus Österreich durch und holte sich somit den dritten Platz.
„Letztendlich hat einfach der stärkere Wille das Spiel entschieden“, sagte Michael Marx, abgekämpft und glücklich. Sechs Spiele in zwei Tagen - in der drückenden Hitze gab es keine Zeit zum Ausruhen. „Man hat gemerkt, dass sich das Schuften im Fitnessstudio auszahlt.“ Vielleicht half auch, dass bei Grieskirchen der Saisonhöhepunkt mit dem Erreichen der österreichischen Meisterschaft bereits vorüber war und nach der Halbfinalniederlage gegen den späteren IFA-Cup-Sieger SVD Diepoldsau die Motivation im Keller war. Sei's drum. Das geschlossene Auftreten des Vaihinger Quintetts sorgte für den Erfolg. „Ich meine, wir konnten befreit aufspielen, denn so bestand keine Gefahr, dass jemand ausgewechselt werden musste.“ Michael Marx, mit der Bronzemedaille um den Hals, hatte seinen Humor in der Hitze nicht verloren. „Eigentlich haben wir das ja auch so geplant, weil, ins Endspiel wollten wir nicht kommen. Das hat ja während dem Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien stattgefunden.“ Der vierte Ausflug des TV Vaihingen in die europäische Ebene endete also wider Erwarten mit einer Medaille. „Wer hätte das vorher gedacht. Eigentlich haben wir nach dem Ausfall von Michael Krauß nicht gedacht, dass wir so weit kommen“, ergänzte Daniel Rothmaier. Ersatzspieler aus der Jugend mitzunehmen, verbot sich, da diese zeitgleich an den württembergischen Meisterschaften teilnahmen, um sich für den nationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Gerade weil keine Wechselmöglichkeiten von außen bestanden, mussten eben taktische Finessen weiterhelfen. So wurde Hauptangreifer Kolja Meyer des Öfteren aus dem Angriff genommen, um seine Kräfte zu schonen. „Der weitere Vorteil war, dass sich so der Gegner schwer auf uns einstellen konnte“, erklärte Kapitän Marco Lochmahr. Zehn Teams waren für den IFA-Cup qualifiziert, der im Fußball der Europa-League, also dem ehemaligen UEFA-Pokal entsprechen würde. Der Zuschauerzuspruch des vom SSV Bozen ausgerichteten europäischen Faustball-Top-Events war mager. „Bei jedem Bundesligaspiel ist mehr los als hier“, meinte Teamkapitän Lochmahr. Gerade auf die Bundesligaspiele wird sich die Mannschaft nun konzentrieren, denn vorerst war dies der letzte Auftritt auf europäischer Bühne. Beim Hallen-Europapokal im kommenden Januar in Österreich nimmt der deutsche Meister, Ligakonkurrent TV Stammheim teil.
Quelle: Vaihinger Kreiszeitung