[VKZ] Maßgeblicher Anteil am Triumph

Johannes und Jaro Jungclaussen sowie Jakob Kilpper, drei Faustballer des TV Vaihingen, holen mit Deutschland in Italien den EM-Titel. Die Auswahl mit dem Bundesadler auf der Brust gibt nur drei Sätze im Turnierverlauf ab. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Defensive.

Faustball. Wie groß die Leistungsdichte im Faustball in Deutschland ist, hat die Europameisterschaft im italienischen Kaltern eindrucksvoll bewiesen. Nur wenige Wochen vor den World Games in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama schickte Bundestrainer Olaf Neuenfeld einen Kader ins Rennen um den kontinentalen Titel, von dem nur zwei Spieler auch mit in die USA reisen. Dennoch haben die Deutschen in Italien die Konkurrenz in Grund und Boden gespielt. Sie gaben im gesamten Turnierverlauf nur drei Sätze ab – zwei davon im Auftaktmatch gegen die Schweiz in der Vorrunde und einen im Finale gegen Österreich. „Dass wir die EM so deutlich gewinnen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Jaro Jungclaussen – einer von drei Spielern des TV Vaihingen, der den Titel holte. Außerdem standen vom TVV noch sein jüngerer Bruder Johannes Jungclaussen und Jakob Kilpper im deutschen Aufgebot.

Für Jaro Jungclaussen ging mit dem Gewinn der Europameisterschaft ein „Kindheitstraum“ in Erfüllung. „Das fühlt sich überragend an, kaum in Worte zu fassen“, sagt der Abwehrspieler. Und sein Bruder Johannes Jungclaussen ergänzt: „Das ist überragend. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl als Europameister zu werden.“

Der Schlüssel zum Erfolg der Deutschen war vor allem die Densive. „Bis auf die ersten beiden Sätze zum Auftakt der Vorrunde gegen die Schweiz standen wir in der Abwehr sehr gut“, berichtet Jaro Jungclaussen. „Im ersten Satz ist noch nicht viel zusammengelaufen. Da war auch viel Nervosität dabei. Für viele Spieler war es ihre erste große internationale Meisterschaft.“ Auch dem TVV-Abwehrspieler merkte man ein bisschen das Nervenflattern an. „Ich habe im ersten Satz von drei Bällen zwei unglücklich abgewehrt. Im zweiten Durchgang hatte ich dann nichts zu tun“, erklärt der Auricher und fügt hinzu: „Nach den ersten beiden Sätzen haben wir aber alle Schwächen abgestellt. Von da an lief es.“

Ab dem dritten Abschnitt war Jaro Jungclaussen aber erst einmal zum Zuschauen verurteilt. Jakob Kilpper kam für ihn rein. Und „er hat das überragend gemacht. Er hatte einen Lauf. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Bundestrainer Olaf Neuenfeld mich im Finale wieder von Anfang für Jakob bringt“, zollt Jaro Jungclaussen seinem Vereinskameraden Respekt.

Die Deutschen drehten die Partie gegen die Schweiz noch zum 3:2 (5:11, 7:11, 11:9, 11:2 und 11:9). Anschließend erteilten sie erst Italen mit 3:0 (11:9, 11:4 und 11:3) und dann auch Österreich mit 3:0 (11:8, 12:10 und 11:5) eine Lehrstunde. Auch weder Belgien im Viertelfinale, das die deutsche Auswahl mit 3:0 (11:3, 11:6 und 11:3) besiegte, noch Italien im Halbfinale, das sich mit 0:4 (6:11, 4:11, 9:11 und 3:11) geschlagen geben musste, waren Stolpersteine auf dem Weg ins Endspiel. Dort setzte sich Deutschland mit 4:1 (11:7, 11:6, 9:11, 11:7 und 11:7) gegen Österreich durch.

Neben den beiden Abwehrspielern des TVV lief es auch für Angreifer Johannes Jungclaussen gut. „Ich habe gut abgewehrt. Und auch das Zuspiel lief extrem gut“, berichtet der Auricher. Und sein Bruder Jaro Jungclaussen ergänzt: „Wir hatten den Ball im Angriff fast immer auf einem halben Meter.“ Darüber hinaus durfte Johannes Jungclaussen gegen die Schweiz in der Vorrunde sogar den Hauptschlag übernehmen. „Ich bin nach den ersten beiden verlorenen Sätzen von vorne rechts nach vorne links gewechselt. Und auch im Rückschlag lief es überragend. Gefühlt habe ich mit jedem Schlag einen Punkt gemacht“, berichtet der TVV-Angreifer.

 


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