[VKZ] Faustballer überwintern auf Platz zwei

Der TV Vaihingen überzeugt auf weiten Strecken auch gegen den TV Waibstadt, muss aber einen 2:3-Satz-Rückstand zum 5:3-Erfolg drehen. Harte Schläge der Gastmannschaft bringen die Abwehr des Heimteams immer wieder an ihre Grenzen. Mit 14:2 Punkten ist der TVV Tabellenzweiter der 1. Bundesliga Süd.

Von Ralph Küppers Erstellt: 20. Dezember 2021
 
 

Faustball. Dass Markus Knodel von Punkten für den Klassenerhalt spricht, ist – zumindest für diese Spielzeit – Geschichte. Der TV Vaihingen hat in der 1. Faustball-Bundesliga Süd nicht nur deutlich den Klassenerhalt geschafft, sondern überwintert als Tabellenzweiter und nimmt sogar Kurs auf die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft. Am Samstag verbuchten die Faustballer des TVV einen 5:3-Erfolg in eigener Halle gegen den TV Waibstadt.

 

Den ersten Satz gaben die Vaihinger ab, und nachdem sie das Ergebnis in eine 2:1-Satz-Führung gedreht hatten, lagen sie plötzlich wieder mit 2:3 zurück. Doch ab da ließen sie gar nichts mehr anbrennen und zeigten ihr bestes Spiel. Der Anfang indes war etwas zäh. Gleich mit 0:5 ins Spiel gegen den Drittletzten der Südstaffel zu starten, das hatten sich die Gastgeber deutlich anders vorgestellt. Knodel nahm eine Auszeit. Johannes Jungclaussen machte einen direkten Punkt aus der Angabe zum 1:5, doch kurz drauf stand es 1:8 aus Vaihinger Sicht. Erst jetzt, als es beinahe zu spät war, gelangen auch den Gastgebern Punkte. „Am Anfang hatte Jaro Jungclaussen gar keinen Ball bekommen, auch wenn er immer noch dran war“, analysiert der TVV-Trainer. „Aber auch aus fünf Angaben haben wir keinen einzigen Punkt hinbekommen.“ Derweil zeigten sich die Gäste aus Waibstadt voll fokussiert und leisteten sich keinen Ausrutscher – zumindest nicht in der Anfangsphase. Vaihingen holte auf 4:8 und 5:10 auf, ehe der TV Waibstadt seinen vierten Satzball zum 11:8-Erfolg verwandelte.

 

Dass die Vaihinger nie aufgaben, auch wenn sie scheinbar aussichtslos zurücklagen oder gerade einen Satz verloren hatten, zeichnete sie auch am Samstagabend wieder aus – ebenso wie die Tatsache, dass sie eine gute Serie nicht konsequent über zwei oder drei Sätze durchhielten. Beim TV Waibstadt war es vor allem Maximilian Brandt, der mit seinen knallharten Schlägen die Vaihinger Abwehrreihen unter Druck setzte. Dabei zeigte er nicht nur ordentlich Wumms beim Schlag, sondern nutzte an diesem Abend auch die komplette Fläche des Spielfelds aus. „Viele Bälle sind an die Linien gegangen“, sagt Knodel über das Erfolgsrezept der Gäste.

 

Johannes Jungclaussen, beim TVV am Erstschlag, nutzte ebenfalls das ganze Feld, zeitweise auch ein bisschen mehr. Im zweiten Durchgang setzte er den ersten Schlag kurz hinter der Leine beinahe auf die Seitenauslinie – 1:0. Der zweite geriet zwar zu lang, aber dermaßen druckvoll, dass Waibstadts Kai Braun nicht mehr ausweichen konnte – 2:0. Der Satz ging ungefährdet mit 11:6 an die Gastgeber. Im dritten führten sie ebenfalls schon klar mit 7:3, doch dann lag der TVV plötzlich nur noch mit 7:6 vorne. Danach kam kaum noch ein Spiel zustande, weil beide Seiten ihre Angaben für direkte Punkte nutzten. Vaihingen schaukelte den Satz mit 11:8 nach Hause.

 

Nach der ersten Pause fand der TVV zunächst nicht ins Spiel. Zunächst punktete der Gegner, dann nahm Knodel eine Auszeit. Vaihingen drehte einen 1:5-Rückstand zum 7:5. Doch dann gelang Waibstadt ein Punkt, während Johannes Jungclaussen drei Angaben in Folge links ins Aus, in die Leine und rechts ins Aus schlug. Er nahm trotzdem keine Kraft raus, und die vierte schlug dann auch zum direkten Punktgewinn im Feld ein. Den Satz holte dennoch Waibstadt mit 11:9. Und auch im folgenden verwerteten die Gastgeber eine 7:5-Führung nicht, sondern verloren mit 7:11. „Da hätte das Spiel kippen können“, berichtet Knodel. „Aber wir kommen auch nach solchen Rückschlägen immer wieder zurück.“ Und von da an ließen die Vaihinger gar nichts mehr anbrennen. „Gegen Ende haben wir auch die Lücken so getroffen, wie wir es vorhatten“, sagt der Übungsleiter des Tabellenzweiten. „Max Brandt hat schon im sechsten Satz ein bisschen gebruddelt und dann abgebaut. Je länger das Spiel gedauert hat, umso deutlicher hat man gemerkt, dass Waibstadt mehr nachlässt als wir.“ Mit 11:4, 11:3 und 11:6 ließen die letzten drei Sätze auch an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, auch wenn Vaihingen kurz vor Schluss noch ein paar Punkte abgab und die Gäste nochmals ins Spiel brachte. Knodel: „Wir sind glücklich, dass wir das Spiel gedreht haben und jetzt auf Platz zwei überwintern.“

 
 

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