[VKZ] TVV kassiert erste Saisonniederlage

Vaihingerinnen verlieren gegen Waibstadt mit 1:3, gewinnen aber direkt anschließend das Rückspiel gegen die Kraichgauerinnen mit 3:2.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 14. Dezember 2021
 
 
 

Faustball. Die Faustballerinnen des TV Vaihingen haben zum ersten Mal in dieser Saison eine Niederlage hinnehmen müssen. Sie verloren beim Heimspieltag der 2. Bundesliga West am Alten Postweg gegen den bis dahin ebenfalls noch ungeschlagenen TV Waibstadt mit 1:3 (12:14, 15:14, 5:11 und 12:14). Da der TV Langen nicht angetreten ist (siehe „Langen schenkt kampflos ab“), entschieden die Vaihingerinnen und die Kraichgauerinnen, auch gleich noch das Rückspiel zu absolvieren. Dieses entschieden die Enzstädterinnen mit 3:2 (8:11, 11:4, 9:11, 11:4 und 11:3) für sich und sind damit weiter auf Kurs Staffelsieg. „Mir ist der Titel Meister der 2. Bundesliga West wichtig – vor allem für die eigene Psyche“, erklärt TVV-Trainer Carsten Reitschuster. „Wir sind immer noch aufgrund des besseren Satzverhältnisses vorne und haben es in der eigenen Hand, den Titel perfekt zu machen.“

 

Im ersten Spiel lässt TVV in vier Durchgängen elf Satzbälle liegen

 

Im ersten Spiel gegen Waibstadt sah es zunächst so aus, als würden die Vaihingerinnen weiter ohne Satzverlust bleiben. Beim 10:8 im ersten Durchgang hatten sie zwei Satzbälle. Doch beide wehrten die Kraichgauerinnen ab und erspielten sich in der Verlängerung selbst drei Satzbälle, wovon sie den dritten zum 14:12 nutzten. Auch in Abschnitt zwei reichten drei Satzbälle beim Stand von 10:7, ein vierter bei 12:11 und ein fünfter bei 13:12 nicht für den TVV, um den Sack zuzumachen. Erst den alles entscheidenden Ball zum 15:14 nutzten die Vaihingerinnen. Und auch in Durchgang vier lagen sie mit 10:7 und noch einmal mit 11:10 vorne. Doch wie im ersten Abschnitt behielten die Waibstädterinnen das bessere Ende für sich. „Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen. Uns sind viel zu viele Fehler unterlaufen. Wir sind nicht gut aus der Angabe gekommen. In der ersten Abwehr ist uns der Ball zu oft über den Arm gerutscht. Und dadurch, dass unser Spielaufbau auch nicht sauber war – er war viel zu hektisch –, haben wir auch im Rückschlag keine Sicherheit gehabt“, moniert Reitschuster. „Selbst, wenn wir vorne waren, hatte ich nie das Gefühl, dass wir im Flow sind.

 

Den Grund hat der TVV-Übungsleiter auch schnell ausgemacht: den Kopf seiner Spielerinnen. „Es war viel Kopfsache“, sagt er. „In Verbindung damit, dass Waibstadt mit einem Microball gespielt hat. Der ist etwas leichter, springt höher und segelt eher, was dazu führt dass Bälle ins Aus fliegen, statt auf der Linie zu landen. Wir haben unheimlich große Schwierigkeiten gehabt, uns darauf einzustellen.“

 

In der zweiten Partie lief es bei den Vaihingerinnen von Anfang zumindest in der Abwehr und dem Zuspiel besser. Dennoch mussten sie erst einmal einem Satzrückstand hinterherlaufen. „Anfangs hat es vorne noch nicht gereicht. Bei den Angaben und vor allem den Rückschlägen hat das Selbstvertrauen gefehlt“, erklärt Reitschuster. Die Enzstädterinnen gingen aber oft auch nicht gerade das größte Risiko. „Weil wir nicht ins Rollen gekommen sind, haben Ricarda Stübbe und Merle Bremer oft nur einen Standardschlag gemacht, statt zu überlegen, was das Beste in dieser Situation ist. Und so etwas reicht gegen die Waibstädterinnen halt nicht“, berichtet der Trainer.

 

In Satz zwei mit dem eigenen Ball und der besseren Spielfeldseite für eine Rechtshandschlägerin – die Zuschauer waren zur Linken – kamen die Gastgeberinnen aber doch langsam ins Rollen. Ein Grund lag auch in der Auswahl der Schläge. „Im Gegensatz zu Anne-Marie Lott ist Vera Rietschel – beide spielen beim TVW vorne – in der Abwehr nicht sonderlich aktiv. Deshalb haben wir sie angespielt, wenn wir den Ball auf der Leine hatten“, berichtet Reitschuster. „Wir sind aber auch generell besser in den Rhythmus gekommen.“

 

Im entscheidenden fünften Abschnitt hat sich Vaihingen in Rausch gespielt

 

Die Vaihingerinnen waren allerdings noch nicht überm Berg. „Den Beginn des dritten Satzes haben wir total verschlafen“, ärgert sich der TVV-Übungsleiter. Schnell lagen die Gastgeberinnen mit 4:10 zurück. Reitschuster: „Dann sind wir aufgewacht.“ Die Enzstädterinnen kämpften sich auf 9:10 heran, kassierten dann aber ein Ass. „Wenn wir da in die Verlängerung gegangen wäre, hätten wir gute Chancen gehabt, den Satz zuzumachen“, sagt Reitschuster.

 

Doch so mussten die Vaihingerinnen wieder einem Satzrückstand hinterherlaufen, den sie aber in souveräner Manier wettmachten. Damit ging es in den entscheidenden Durchgang. Die Langenerinnen gewannen die Seitenwahl und entschieden sich, auf der Spielfeldhälfte mit dem Rückschlag zu beginnen, auf der sie die Tribüne zu ihrer Rechten hatten. „Ich hätte auch auf der schlechteren Spielfeldseite mit dem für uns schlechteren Ball begonnen“, erklärt Reitschuster. Doch die Taktik ging für die Gäste nicht auf. Beim Seitenwechsel lagen sie schon mit 1:6 zurück – und die Vaihingerinnen hatten ihren Rhythmus gefunden.


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