[VKZ] Immer wieder Ahlhorn

Wie schon so oft – unter anderem vor zwei Wochen bei der U-19-DM – müssen die U-18-Faustballerinnen des TV Vaihingen bei den nationalen Titelkämpfen dem ASV den Vortritt lassen. „So eng wie dieses Mal im Finale war es aber noch nie“, sagt TVV-Trainerin Koch.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 28. September 2021
 
 
 

Faustball. Wie schon in der weiblichen U 19 vor zwei Wochen hat sich auch in der U 18 der Ahlhorner SV die nationale Krone aufgesetzt. Und wie vor 14 Tages schauten die Nachwuchsfaustballerinnen des TV Vaihingen in die Röhre und mussten sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Bei der U-18-DM in Ahlhorn unterlagen die Vaihingerinnen den Gastgeberinnen im Finale mit 8:11, 13:11 und 9:11. „Dieses Mal war es echt nur ein Quäntchen Glück, das für die Ahlhornerinnen den Ausschlag gegeben hat. So nahe wie dieses Mal im Finale waren wir noch an ihnen dran“, berichtet TVV-Trainerin Christina Koch.

 

Doch auch, wenn die Endspielniederlage äußerst knapp ausgefallen ist, hielt sich die Enttäuschung auf Vaihinger Seite in Grenzen. „Die Mädels waren ,on point‘, wie sie es selbst ausgedrückt haben. Jede hat ihre Leistung abgerufen und war mit dem Abgerufenen auch zufrieden – nicht nur wie Trainer am Spielfeldrand. Das Finale war auch ein Spitzenspiel. Das war fast schon das Niveau der 1. Bundesliga der Frauen. Deshalb sind die Mädels auch mit erhobenem Haupt vom Platz gegangen“, erklärt Koch, fügt aber hinzu: „Wir waren so kurz davor, uns Gold umzuhängen. Dass es wieder nicht geklappt hat, ist schade.“

 

Die Vaihingerinnen haben aber alles dafür getan. „Die Mädels haben genau das umgesetzt, was uns ausmacht – eine ruhige Abwehr und einen sauberen Aufbau“, erzählt die TVV-Übungsleiterin. Probleme hat ihnen erst der TSV Pfungstadt im Halbfinale bereitet. „Die Südhessinnen haben das Spiel oder – besser gesagt – sogar die ganze Meisterschaft ihres Lebens gespielt. Ich habe sie noch nie so stabil gesehen“, berichtet Koch. „Ihre Angreiferin Joanna Sator hat eigentlich immer eine ordentliche Fehlerquote. Doch gegen uns war sie fast komplett fehlerfrei. Und sie brachte auch richtig Druck hinten den Ball, schlug die langen Bälle auf 24 oder 24,5 Meter bei einer Feldlänge von 25 Metern.“ Die Vaihingerinnen behielten aber mit 12:10 und 11:9 die Nase vorn. „Wir haben insgesamt zwei, drei Bälle mehr als die Pfungstadterinnen pro Satz rausgefischt. Dadurch sind wir immer früh in Führung gegangen und haben diese mehr oder weniger verteidigt. Die Hessinnen kamen maximal zum Ausgleich, dann sind wir aber wieder weggezogen“, erzählt die TVV-Trainerin.

 

In den Partien davor – vor allem am ersten Turniertag – hatten die Enzstädterinnen dagegen wenig Probleme mit ihren jeweiligen Gegnerinnen. Sie schlugen in der Vorrunde zunächst den VfK Berlin mit 11:3 und 11:5. „Da haben wir auch den zweiten Satz konzentriert durchgezogen. In der Vergangenheit hatten wir immer mal Probleme, dass wir schlecht in den zweiten Durchgang gestartet sind und erst im Lauf des Abschnitts aufkamen“, berichtet Koch.

 

Auch den MTSV Selsingen schlugen die Vaihingerinnen mit 15:14 und 11:4. „Die Selsingerinnen hatten zwei unterschiedliche Angreiferinnen – die eine schlug nur lange, druckvolle Bälle, die andere dagegen nur Kurze und Halblange. Wir hatten aber den gesamten ersten Satz lang unheimlich Probleme, uns darauf einzustellen“, erklärt die TVV-Übungsleiterin. „Das war reine Konzentrationssache. Eigentlich vertrauen sich die Mädels, dass sie die am meisten geschlagenen Bälle zustellen. Aber gegen Selsingen haben wir die Bälle zugestellt, die nur zu zehn Prozent geschlagen wurden. Dementsprechend hektisch war unsere erste Abwehr. Und dadurch haben wir Fehler produziert.“

 

Das Vorrundenduell mit dem Ahlhorner SV schenkten die Vaihingerinnen zwar nicht ab. „Wir sind aber ohne Druck reingegangen, wollten uns auf die Bewegungsabläufe der Ahlhornerinnen einstellen und hohes Risiko gehen, um zu sehen, ob die schwierigen Bälle klappen. Dadurch ist uns der ein oder andere Fehler mehr unterlaufen“, erklärt Koch. Am Ende hatte der ASV mit 11:5 und 11:6 gewonnen.

 

Das abschließende Vorrundenspiel gegen den TSV Karlsdorf war dann bedeutungslos. Schon vor der Partie stand fest, dass die Vaihingerinnen Gruppenzweite werden würden. Dementsprechend nutzten Koch und ihr Co-Trainer Carsten Reitschuster die Gelegenheit, ein paar Dinge auszuprobieren. Julie Schlemme, eigentlich noch in der U 14 spielberechtigt, absolvierte die gesamte Begegnung. Und Klara Kilpper übernahm den Hauptschlag von Ricarda Stübbe. Koch: „Darauf musste sich das Team erst einstellen.“ Dennoch setzten sich die Vaihingerinnen mit 11:7 und 11:8 durch.

 

Im Qualifikationsspiel am Morgen des zweiten Turniertages fegten die Vaihingerinnen dann den TV Stammbach, für den der TVV so etwas wie für die Enzstädterinnen der ASV ist (Koch: „Die Stammbacherinnen haben uns erst ein Mal geschlagen.“), mit 11:7 und 11:7 vom Platz. „Die Stammbacherinnen hatten gegen uns keine Chance. Allerdings war ihre Zweitangreiferin Julia Kießling krank zu Hause geblieben. Und Hauptangreiferin Annalena Schmid war angeschlagen. Dadurch kamen ihre Bälle nicht so druckvoll wie sonst“, berichtet TVV-Übungsleiterin Koch.


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