[VKZ] Eine perfekte Saison für TVV-Reserve

Ohne Satzverlust wird die neu gemeldete Mannschaft der Vaihinger Faustballerinnen in der Bezirksliga Nord Meister. Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Nachwuchsspielerinnen, die noch nicht den Sprung in das Bundesligateam geschafft haben, viel spielen.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 28. Juli 2021
 
 

Vaihingen. Was macht man, wenn man acht hervorragende Nachwuchsfaustballerinnen hat und dazu noch viele, teils sehr gute erfahrene Spielerinnen, die nicht alle in der 2. Bundesliga der Frauen auflaufen können? Man meldet kurzerhand eine zweite Mannschaft – so geschehen beim TV Vaihingen. „Uns war wichtig, dass unsere Jugendspielerinnen, die noch nicht den Sprung in die erste Mannschaft der Frauen geschafft haben, viel spielen können“, berichtet Spielertrainerin Christina Koch. Im Einzelnen betraf das vor allem Lisa Knodel, Klara Kilpper und Isabelle Grau, die „für ihr junges Alter relativ erfahrene Spielerinnen sind“ (Koch) sowie Laura Schmid. Aufgefüllt wurde die TVV-Reserve von erfahrenen Spielerinnen wie Nadine Knodel, Claudia Schmidt und Spielertrainerin Kooch, aber auch Natalie Lochmahr.

 

Wenn man aber eine neue Mannschaft zum Spielbetrieb meldet, muss man ganz unten anfangen – in der Bezirksliga Nord. Für das Niveau der Spielerinnen aber mindestens eine, wenn nicht sogar zwei oder gar drei Klassen zu tief. „Das Ziel war von Anfang an der Aufstieg. Und wenn man weiß, was das eigene Team instande ist zu leisten, dann sollte auch nichts schiefgehen“, berichtet Koch. Dass es dann aber sogar eine perfekte Saison wurde, ohne dass die Vaihingerinnen ein Spiel und noch nicht mal einen Satz abgaben, überraschte die Spielertrainerin allerdings doch ein wenig. „Das ist umso schöner“, erklärt sie.

 

Letztlich brachte aber nur der TV Bissingen die Vaihingerinnen etwas in Bedrängnis. „Ihre Angreiferin schaffte es als einzige gegnerische Schlagfrau in der Liga, auch lange Bälle auf die Grundlinie zu schlagen“, berichtet Koch. „Ansonsten blieben die meisten Bälle im Halbfeld. Und dort stehen wir sehr kompakt und schaffen es, Spielzüge sauber aufzubauen.“ Die Vaihingerinnen hatten aber in jedem Spiel etwas mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. „Wir brauchten immer etwas, um in die Partien zu kommen. Aber keine Mannschaft hat uns aus der Reserve gelockt. Wir hatten immer definitiv das Zepter in der Hand und sind in keinem Satz in Rückstand geraten“, berichtet die TVV-Spielertrainerin.

 

Respekt vor den gegnerischen Teams war aber vorhanden. „Wir durften die Spiele nicht auf die leichte Schulter nehmen“, erklärt Koch. Die Spielertrainerin weiß, was ein paar wenige Fehler zum falschen Zeitpunkt ausmachen können. Statt einen Satz souverän für sich zu entscheiden, kann das den Verlust des Durchgangs und in letzter Konsequenz vielleicht sogar der Begegnung bedeuten. Und einige Teams wie den TV Bissingen, den SV Erlenmoos II oder den TV Obernhausen kannte Koch und ihr Co-Trainer Carsten Reitschuster noch aus Landesligazeiten in der Saison 2018, als der TV Vaihingen das letzte Mal eine zweite Mannschaft gemeldet hatte. „Die Frage war nur, ob immer noch die gleichen Spielerinnen aktiv wären“, erklärt die Spielertrainerin des TVV. Andere wie dem VfB Stuttgart oder dem TV Heuchlingen seien dagegen relativ jung, weil bekannt war, dass Jugendspielerinnen auflaufen würden. Da war die Frage, wie würden diese Nachwuchsfaustballerinnen mit der Situation, bei den Frauen zu spielen, umgehen.

 

Letztlich wurde aber niemand den Vaihingerinnen gefährlich. Der Zweitplatzierte, der TV Obernhausen, musste sogar zwei Niederlagen hinnehmen – gegen die Vaihingerinnen sowie gegen den TV Waldrennach – und verlor bei seinem Sieg gegen den TV Heuchlingen einen weiteren Satz. Der TSV Dennach II musste als Dritter neben den beiden Niederlagen gegen die vor ihm platzierten Teams aus Vaihingen und Obernhausen auch noch ein 1:2 gegen den TV Bissingen hinnehmen.


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