[VKZ] Vaihingerinnen werden erst im Finale wirklich gefordert

Die U-18-Faustballerinnen meistern die Aufgaben in Vorrunde und Halbfinale bei der süddeutschen Meisterschaft souverän. Im Endspiel gegen Stammbach stehen sie aber vor einer Niederlage.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 26. Juli 2021
 
 
 

Vaihingen. Von Freude bei den U-18-Faustballerinnen des TV Vaihingen ist nicht viel zu erkennen, nachdem sie gerade den letzten Punkt im Finale der süddeutschen Meisterschaft gegen den TV Stammbach geholt hatten, der den Titel bedeutet. Untereinander abgeklatscht wurde gerade mal. Jubel suchte man vergebens. Selbst ein Lächelns schlich sich nur bei ganz wenigen Spielerinnen ins Gesicht. „Die Mädels waren einfach nur erleichtert. Sie hätten erwartet, dass sie auch das Endspiel souveräner erledigen“, berichtet TVV-Betreuer Carsten Reitschuster. Und Trainerin Christina Koch ergänzt: „Jeder Spielerin hat man die Einsicht angemerkt, dass das heute nicht die beste Leistung war. Das Finale war nur ein Arbeitssieg. Wir sind immer nur für ein ppar Bälle in den Flow, in den Spielfluss gekommen.“

 

Gegen den TV Stammbach taten sich die Vaihingerinnen im Finale allerdings auch lange schwer. Der erste Satz ging klar an die Oberfränkinnen. Schnell erarbeiteten sie sich auf dem Sportplatz am Alten Postweg eine 6:2- und 8:4-Führung. Erst nach einer Auszeit kamen die Vaihingerinnen etwas besser ins Spiel. Doch mehr als eine Verkürzung des Rückstands auf 9:10 gelang ihnen nicht. Die Stammbacherinnen gewannen den Durchgang mit 11:9. „Die Oberfränkinnen sind eine gute Truppe. Man muss die Bälle treffen, wenn man erfolgreich sein will. Außerdem kennen sie uns aus bisherigen Vergleichen sehr gut. Sie haben im ersten Satz immer auf die Mitte spekuliert. Und genau da haben wir immer wieder hingespielt. Wir waren zu wenig variabel“, erklärt Reitschuster. Und Koch ergänzt: „Hätten wir die Stammbacherinnen mit Halblangen und Diagonalen mehr durcheinandergebracht, wäre es einfacher gewesen.“

 

Der zweite Satz war dann ein Hin und Her. Zunächst führten die Vaihingerinnen mit 3:1. Dann hatten die Stammbacherinnen beim 4:3 den Durchgang vorerst gedreht. Der TVV ging aber über 7:6 mit 9:7 erneut in Führung. Doch wieder konterten die Oberfränkinnen – 9:9. In der Folge legten die Enzstädterinnen jeweils vor, und die Stammbacherinen zogen nach. So wehrten der TVS drei Satzbälle ab. Beim 13:12 hatte er dann den ersten und einzigen Matchball. Den wehrten die Vaihingerinnen ab und holten sich den Durchgang mit 15:13. „Dass sie diesen Abschnitt verloren haben, war der psychologische Knackpunkt für die Stammbacherinnen“, ist sich Koch sicher.

 

Denn im dritten und entscheidenden Durchgang lief bei den Oberfränkinnen nicht mehr viel zusammen. Über 3:1, 6:3 beim Seitenwechsel sowie 8:3 holten sich die Vaihingerinnen den Satz mit 11:4. „Wir haben die Stammbacherinnen aber auch zum Nachlassen gezwungen. Wir haben in den Satzwechseln und Auszeiten noch mal Kraft getankt und besprochen, was wir tunt wollen“, berichtet Reitschuster. „Da haben wir extra auch noch mal auf ein paar Schläge hingewiesen, die bei uns Kraft sparen, aber für die Gegnerinnen schwer zu spielen sind.“

 

Die Titelkämpfe waren aber sowieso ein schwieriges Turnier für die Vaihingerinnen. „Es war schwer für die Mädels, ihre Topleistung abzurufen, wenn sie nicht gefordert werden“, erklärt Reitschuster. Und Koch ergänzt: „Wir sind oft mitgeschwommen, auch wenn wir immer ein paar Punkte vorne waren.“ Gefahr empfand das Übungsleiterduo allerdings nie, dass ihre Mannschaft mal einen Satz verlieren würde. „Wir haben die Durchgänge ja auch immer gewonnen. Aber eben nicht mit fünf oder sechs Punkten Vorsprung“, berichtet Reitschuster. In der Vorrunde setzten sich die Vaihingerinnen gegen den ESV Dresden mit 11:7 und 11:8 sowie gegen den TV Herrnwahlthann mit 11:6 und 11:8 durch, wodurch sie sich direkt für das Halbfinale qualifizierten. In der Vorschlussrunde gewannen die Enzstädterinnen dann erneut gegen den ESV Dresden mit 11:9 und 11:7. „Das Turnier war von uns bestimmt nicht perfekt. Wir hätten uns leichter getan, wenn wir generell etwas konzentrierter gewesen wären. Aber wir nehmen auch die Arbeitssiege mit, so viel Klasse haben wir in der Zwischenzeit schon. Und auch das ist ein Entwicklungsschritt.“


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