[VKZ] Eingruppierung in Weststaffel stößt sauer auf

Vaihinger Faustballerinnen spielen in der am Sonntag startenden Saison gegen Teams aus Baden, der Kurpfalz und Rheinland-Pfalz.

Von Michael Nachreiner Erstellt: 25. Juni 2021
 
 

Vaihingen. Bereits in der Feldsaison 2020 hätten die Faustballerinnen des TV Vaihingen in der Weststaffel der 2. Bundesliga als Test spielen sollen. „Der Westen ist bei den Frauen sehr schwach besetzt. Deshalb hätten der TV Hohenklingen und wir die Staffel auffüllen sollen“, berichtet TVV-Trainer Carsten Reitschuster. Nun ist zwar eigentlich die Testphase rum, ohne dass die Vaihingerinnen in der Weststaffel ein Spiel absolviert hätten, weil sie sich entschlossen hatten, auf die Teilnahme an der Feldsaison 2020 zu verzichten. Dennoch sind sie auch für die am Wochenende beginnende Feldspielzeit 2021 wieder in den Westen eingruppiert worden.

 

Damit besteht die Weststaffel aus fünf Mannschten, der Süden aus sechs. Und da die Saison nur als Einfachrunde ausgetragen wird, stehen für die Vaihingerinnen nur vier Begegnungen an zwei Spieltagen an. „Damit sind wir nicht ganz glücklich. Wir sind ein junges Team, das so viel wie möglich spielen sollte, um sich zu entwickeln“, erklärt Reitschuster. Idealerweise wäre die Sollstärke mit neun Teams bei den Frauen ausgereizt, so dass jede Mannschaft 16 Partien zu bestreiten hat. „Wir nehmen das jetzt erst mal so hin. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wir bleiben mit dem Verband im Gespräch“, berichtet der TVV-Übungsleiter.

 

Neue Staffeleinteilung bringt Vorteil, dass Fahrten zu den Auswärtsspielen kürzer sind

 

Einen Vorteil hat die neue Gruppeneinteilung für die Vaihingerinnen zumindest. „Wir müssen bei Auswärtsspielen viel kürzere Strecken zurücklegen. Tiefenthal zum Beispiel, wo unser erster Spieltag an diesem Sonntag stattfindet, ist ein Katzensprung von Vaihingen aus im Vergleich zu Fahrten nach Sachsen oder ins tiefste Bayern“, erzählt Reitschuster.

 

Dafür könnte das Leistungsniveau etwas geringer sein. „Wenn man die letzten Aufstiegsspiele als Maßstab nimmt, waren die Teams aus der Südstaffel immer etwas stärker einzuschätzen“, berichtet der TVV-Trainer.

 

Die Ausnahme dürfte der TV Käfertal bilden, der in der Halle bereits den Sprung in die 1. Bundesliga geschafft hat. Auf die Mannschaft aus dem Stadtbezirk von Mannheim treffen die Vaihingerinnen am Sonntag direkt im ersten Saisonspiel. „Wir haben erst vor Kurzem bei einem Vorbereitungsturnier auf Zeit knapp verloren“, erinnert sich Reitschuster und ergänzt: „Dass wir uns gegenseitig kennen, ist für uns auf jeden Fall ein Vorteil. So können wir unsere Mädels besser auf die Stärken und Schwächen der Käfertalerinnen einstellen. Denn unseren jungen Spielerinnen fehlt noch die Erfahrung, sich direkt auf dem Spielfeld auf die Gegnerinnen einzustellen.“

 

Doch auch die anderen Konkurrenten seien nicht zu unterschätzen. „Die Kader von Tiefenthal und Bretten bestehen wohl jeweils aus älteren Spielerinnen. Sie bringen mit ihrer Erfahrung und ihrem Einsatz viele Bälle zurück und machen ihren Gegnerinnen dadurch das Leben schwer“, weiß Reitschuster. Und gegen Hohenklingen standen die Spiele in der Vergangenheit immer auf Messers Schneide.

 

Sein Bauchgefühl macht dem TVV-Übungsleiter aber Mut. „Ich bin optimistisch. Denn ich bin der Meinung, wir können gut spielen, haben unsere Konstanz gesteigert und haben gut trainiert“, erklärt er. Denn während andere Mannschaften aufgrund der Corona-Pandemie noch gegen die Mühlen der Bürokratie kämpften, standen die Vaihingerinnen aufgrund einer Sondergenehmigung seit Ende Februar/Anfang März bereits wieder zum Training auf dem Sportplatz am Alten Postweg. „Seitdem waren wir zwei Mal pro Woche auf dem Platz – zuletzt noch zusätzlich zu Sondereinheiten“, berichtet Reitschuster.

 

Nach dem Trainingsrestart stande vor allem die Gewöhnung an den Ball ganz oben auf dem Programm. „Es war doch eine lange Zeit ohne Training“, erklärt Reitschuster. „Am Anfang war es schwierig, Arm und Beine so zu koordinieren, dass si beim Spielen des Balles optimal zusammenarbeiten.“ Die Platzverhältnisse trugen ein Übriges dazu bei. „Der Rasen war so früh im Jahr noch tief. Die Mädels mussten viel aus der tiefen Position arbeiten“, erinnert sich der Übungsleiter. Einige hätten anfangs über Muskelkater in den Oberschenkeln geklagt.

 

Zuletzt wechselte der Fokus auf komplexe Spielsituationen und unterschiedliche Aufstellungen. „Das Hauptaugenmerk dabei waren vor allem leichte Bälle. Wir haben gute Angaben, so dass der Ball in der Regel ohne viel Druck zurückkommt und wir kontrolliert aufbauen können. Dabei haben wir am Schusszuspiel gearbeitet. Dabei hat man einen sicheren Ablauf. Der Ball kann nicht verspringen. Und man muss nicht so hoch zuspielen, der Ball kann also nicht vom Wind beeinflusst werden“, berichtet Reitschuster.

 

Erstmals seit der Feldsaison 2018 hat der TV Vaihingen wieder eine zweite Mannschaft gemeldet

 

Beim Zuspiel können die Vaihingerinnen wieder auf dei Erfahrung von Natalie Lochmahr bauen. Nach einer studienbedingten Auszeit vom Faustball greift die Illingerin wieder beim TVV an. „Sie bringt viel Ruhe in den Spielaufbau. Und sie kann den Gegner auslesen, weiß daher oft schon vor dem Schlag, wohin man verschieben muss“, lobt Reitschuster. Neben Lochmahr bilden Nienke Maisch, Merle Bremer, Leoni Modenese, Lea Schmid, Eva Winkler und Ricarda Stübbe den Kern des Bundesligakaders.

 

Die anderen Spielerinnen schauen aber nicht in die Röhre. Der TVV hat erstmals seit 2018 wieder eine zweite Mannschaft gemeldet, die in der Bezirksliga Nord aufschlägt. Reitschuster: „Jede Spielerin hat mehr davon, wenn sie in ihrem jeweiligen Team durchspielt, als als Auswechselspielerin nur am Spielfeldrand zu stehen.“

 

Kommentar verfassen