[VKZ] Platzierung passt, die Leistung aber nicht

Die U-18-Faustballer des TVV erkämpfen bei der DM die Bronzemedaille. Trainer Markus Knodel hätte sich allerdings gewünscht, dass sich die Vaihinger anders präsentieren. Doch es schleichen sich zu viele Unkonzentriertheiten ein – in allen Mannschaftsteilen.

Von Michael Nachreiner | Erstellt: 22. September 2020
 
 

Hohenlockstedt/Vaihingen. Die U-18-Faustballer des TV Vaihingen haben bei der Feld-DM in Hohenlockstedt zwar die Bronzemedaille gewonnen. So richtig Freude kam allerdings nicht auf. „Wir haben sportlich nicht das gezeigt, was ich mir erhofft hatte. Wir haben einfach nicht die Leistung abgerufen, zu der wir fähig sind“, bemängelt TVV-Trainer Markus Knodel. Vor allem der erste Turniertag der nationalen Titelkämpfe war durchwachsen. „Wir haben phasenweise auch gute Spielzüge gezeigt“, erklärt Markus Knodel. „Doch in der Regl fingen die Probleme in der Abwehr an, gingen beim Zuspiel weiter, und machten auch vor dem Schlag nicht halt.“

Dennoch mussten sich die Vaihinger in der Vorrunde nur dem TSV Lola mit 7:11 und 8:11 geschlagen geben. Gegen den MTV Wangersen setzten sie sich mit 11:7, 9:11 und 11:7, gegen den TSV Burgdorf mit 11:7, 11:13 und 11:5 sowie gegen den Großenasper SV mit 11:5 und 11:8 durch. „Wir haben die Spiele aber nur über die Runden gegurkt. Eigentlich hätten wir jede dieser drei Partien in zwei Sätzen gewinnen müssen“, ärgert sich Markus Knodel. „Ja, klar, der Platz war tief und leicht abschüssig. Und es war oft windig. Aber das darf keine Ausrede sein. Die Bedingungen waren für alle Mannschaften gleich.“

Vaihinger steigern ihre Leistung am zweiten Turniertag in den K.o.-Partien

Der zweite Turniertag mit den K.o.-Partien wurde dann besser. „Die Jungs haben ja nicht mit Absicht schlecht gespielt. Und von der Platzierung war der erste Tag ja auch in Ordnung“, erklärt der TVV-Übungsleiter. „Und das Schöne an einer DM: Der erste Tag zählt am zweiten nicht mehr.“ Die Vaihinger kamen auch gut in das Qualifikationsspiel zum Halbfinale gegen den TV Brettorf. „Ich hätte mir einen anderen Gegner gewünscht. Die Brettorfer liegen uns nicht so“, erklärt Markus Knodel. „Aber es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Obwohl der Boden nass war, haben wir viele Bälle geholt. Auch das Zuspiel war in Ordnung. Und wenn wir den Ball an der Leine hatten, haben wir ihn auch verwertet.“ Am Ende triumphierten die Vaihinger mit 11:5 und 11:7.

Der Sieg und vor allem die gute Leistung habe „Hoffnung auf mehr gemacht“, sagt Markus Knodel. Doch die Hoffnung, es vielleicht doch ins Finale zu schaffen, hat sich in der Vorschlussrunde gegen den TV Segnitz zerschlagen – 6:11 , 11:8 und 6:11. „Die Niederlage geht in Ordnung. Manchmal muss man auch die Leistung der anderen Teams anerkennen“, berichtet Markus Knodel. „Was uns das Genick gebrochen hat, war, dass wir immer wieder unnötige Fehler eingestreut haben. Wenn das nicht passiert wäre, wäre eine Überraschung möglich gewesen.“ Denn auch die Segnitzer hatten bis dahin kein wirklich gutes Turnier gespielt. Sie hatten am ersten Tag zwar alles gewonnen, hatten aber auch einige enge Partien dabei. „Auch sie wussten, dass sie sich gegen uns strecken mussten, wenn sie ins Finale einziehen wollten“, ist sich Markus Knodel sicher.

Dort standen die Segnitzer gegen den TSV Lola (Markus Knodel: „Die beiden kompaktesten Mannschaften auf der DM.“) eigentlich auf verlorenem Posten. Den ersten Satz gaben sie mit 9:11 ab, im zweiten lagen sie mit 6:9 zurück. „Doch dann pfiff der Schiedsrichter dem Hauptangreifer aus Lola zwei Übertritte bei der Angabe ab. Danach machte er praktisch keinen Punkt mehr.“ Die Segnitzer holten sich noch den zweiten Durchgang mit 11:9 und schossen den TSV Lola im dritten mit 11:2 ab.

Niedergeschlagenheit nach der Niederlage im Halbfinale gegen Segnitz hält sich in Grenzen

Die Vaihinger hakten die Niederlage gegen den TV Segnitz im Halbfinale schnell ab. „Die Jungs haben gesehen, dass sie zwar eine ansprechende Leistung gezeigt haben, aber eigentlich verdient verloren haben“, berichtet Markus Knodel. „Für mich persönlich war deshalb alles im Lot. Und von den Spielern war auch nicht wirklich jemand total geknickt.“ Die Medaille machten sie dann durch den Sieg im Spiel um Platz drei gegen den MTV Wangersen perfekt – 7:11, 11:8 und 11:8. Doch „die Leistung war unterirdisch. Es hatten sich wieder zu viele Unkonzentriertheiten eingeschlichen. Die Abwehr war in der Regel unsauber. Manche Bälle haben wir gar nicht bekommen. Das Zuspiel war zu ungenau oder zu lang. Und im Schlag hatten wir kaum Variationen drin“, echauffiert sich Markus Knodel. Dennoch schaukelten die Vaihinger den Sieg nach Hause. „Wir waren die bessere Mannschaft. Und da reichen auch mal einige gute Momente, um sich in den Sätzen ein, zwei oder drei Punkte Vorsprung zu erarbeiten und diesen dann zu verteidigen. Darüber hinaus haben die Wangersener auch nicht ihre beste Leistung abgerufen.“

Jubelstimmung brach nach dem Gewinn der Bronzemedaille allerdings auch nicht aus. „Die Jungs waren eher zufrieden und erleichtert, dass sie es geschafft hatten“, erklärt Markus Knodel. „Denn auch die Jungs haben gemerkt, dass es unheimlich verkrampft war.“

 

HINTERGRUND

Strenges Hygienekonzept

Der Ausrichter TSV Lola hat der deutschen Meisterschaft der U-18-Faustballer ein sehr strenges Hygienekonzept verordnet. Jedes Mal, wenn die Spieler das Feld zu ihrem nächsten Spiel betraten, mussten sie die Hände desinfizieren. Darüber hinaus wurden anfangs zwischen den Partien auch immer die Bälle desinfiziert. „Ich habe mich auch an die Vorschriften im normalen Leben nicht wirklich gewöhnt. Sie stören mich, aber ich halte mich daran“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel. „Aber in Hohenlockstedt war es manchmal auch aberwitzig. So wurden die Griffe der Fahnen der Linienrichter desinfiziert, wenn sie von einer Person zur nächsten weitergegeben wurden. Die Schiedsrichterleibchen wurden aber nicht ausgetauscht, sondern auch direkt von einer Person zur nächsten weitergegeben.“ (nac).


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