[VKZ] Auf Jungclaussen warten keine Geschenke

Auricher wird am Samstag, wenn TVV in seiner alten Heimat Schweinfurt antritt, 23 Jahre alt – Am Tag zuvor Gastspiel in Pfungstadt

Von Michael Nachreiner | Erstellt: 24. Januar 2020
 
 
 

Zum ersten Mal kehrt Jaro Jungclaussen im Trikot des TV Vaihingen in sein faustballerisches Wohnzimmer der vergangenen drei Jahre zurück – und dann auch noch an seinem 23. Geburtstag. Auf besondere Geschenke seiner ehemaligen Mannschaftskameraden des TV Schweinfurt-Oberndorf, bei dem der TVV am Samstag antreten muss, darf er sich schon freuen.

 

Schweinfurt/Vaihingen. Das Geburtstagskind Jaro Jungclaussen, das vor der Hallensaison nach drei Jahren in Unterfranken zu seinem Heimatverein TV Vaihingen zurückgekehrt ist, muss sich darauf einstellen, „dass meine ehemaligen Mannschaftskameraden beim TV Schweinfurt-Oberndorf nur mir die Bälle einschenken werden“, haben die Oberndorfer den Auricher schon wissen lassen. Gastgeschenke gäbe es überhaupt keine, auch wenn Jaro Jungclaussen an diesem Samstag – Spielbeginn ist um 18 Uhr – seinen 23. Geburtstag feiert.

 

Denn nicht nur für den TVV, der in der 1. Faustball-Bundesliga um den Klassenerhalt kämpft, geht es um viel. Die Oberndorfer wollen mit allen Mitteln den zweiten Platz in der Südstaffel der ersten Liga verteidigen, um bei der DM-Endrunde dem Deutschen Serienmeister TSV Pfungstadt in der Gruppenphase aus dem Weg zu gehen. Und die Ausgangslage der Oberndorfer ist nicht schlecht. Sie haben kurz vor Ende der regulären Saison zwar genauso viele Siege wie der Dritte TSV Käfertal auf dem Konto, aber eine Niederlage weniger. „Und sie haben schon jeweils zwei Mal gegen die drittplatzierten Mannheimer und gegen den Vierten TV Unterhaugstett gewonnen“, weiß Jaro Jungclaussen.

 

Aber es gibt schlimmere Auswärtsfahrten an seinem Geburtstag. „Ich freue mich ungemein auf die Rückkehr nach Schweinfurt“, erklärt der Auricher. „Ich habe immer noch sehr guten Kontakt zu den Spielern und den Fans. Vor Weihnachten, als wir mal spielfrei hatten, war ich sogar schon mal zum Zuschauen in Unterfranken.“ Mit den meisten Spielern hat sich eine enge Freundschaft entwickelt. „Mit Oberndorfs Zuspieler Fabian Sagstetter habe ich beispielsweise drei Jahre lang zusammengelebt“, erzählt Jaro Jungclaussen. „Und bei der Hochzeit von Florian Dworaczek war das Team geschlossen nach Tschechien eingeladen.“

 

Dass der Auricher auch noch die Besonderheiten der Schweinfurter Halle kennt, ist das i-Tüpfelchen obendrauf. „Es ist ein Vorteil zu wissen, wo die Ecken sind. Auf dem Parkettboden in Schweinfurt springt der Ball generell nicht so gut. Außerdem hängt in der Mitte der Spielhälfte ein Vorhang an der Decke. Da muss man die erste Abwehr drüberspielen, sonst ist der Vorhang im Weg, wenn man das Zuspiel in einem perfekten Bogen spielen will“, berichtet Jaro Jungclaussen. Darauf wird er seine Mannschaftskameraden beim TV Vaihingen auf jeden Fall noch einmal in der Teambesprechung vor der Partie hinweisen, „damit alle wach sind im Kopf“, erklärt er und fügt hinzu: „Aber so genau kann man darauf gar nicht hinarbeiten. Vielleicht brauchen wir das aber auch nicht, weil unsere Angreifer nicht so groß sind, dass sie ein sehr hohes Zuspiel benötigen.“

 

Doch auch mit all dem Wissen geht der Auricher nicht davon aus, dass die Vaihinger den Hinspielerfolg wiederholen werden. „Unsere Chancen sind deutlich geringer. Zum einen ist wohl Maximilian Lutz mit dabei, der in Vaihingen gefehlt hat. Zum anderen stehen die Oberndorfer nicht umsonst da oben“, berichtet Jaro Jungclaussen und schickt dann doch noch eine Kampfansage nach Schweinfurt: „Wir werden auf jeden Fall versuchen, Sätze mitzunehmen. Denn das kann am Ende noch wichtig werden im Kampf um den Klassenerhalt.“

 

Dass die Vaihinger am Tag davor, am Freitag (20 Uhr), beim TSV Pfungstadt ran müssen, sieht der Auricher auch nicht als Nachteil. Jaro Jungclaussen: „Man kann wohl sagen, dass der Deutsche Serienmeister relativ deutlich gewinnen wird. Die Pfungstädter sind zurzeit fünf Klassen besser als wir. Das ist aber auch nicht schlimm. Wir befinden uns gerade im Umbruch.“ Deshalb sollte das Gastspiel in Hessen nicht allzu lang dauern. Aber abgesehen davon: „Wenn man einen Doppelspieltag als Faustballer nicht aushalten kann, sollte man sich Gedanken machen“, erklärt Jaro Jungclaussen. „Doch wir sind alle so fit, dass uns das nichts ausmachen sollte.“


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