[VKZ] TVV deklassiert Schweizer Meister

Vaihinger Faustballer sichern sich durch 4:1 im Spiel um Platz drei Bronze beim Champions-Cup – 0:4 im Halfinale gegen Vöcklabruck

Von Michael Nachreiner | Erstellt: 13. Januar 2020
 
 

Die Faustballer des TV Vaihingen haben den vielleicht größten Erfolg ihrer Laufbahn gefeiert. Sie haben sich beim Champions-Cup in Vöcklabruck die Bronzemedaille gesichert. „Denn wer weiß, ob sich die Jungs noch jemals wieder für den Europapokal der Landesmeister qualifizieren werden“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel.

 

Vöcklabruck/Vaihingen. Die Stimmung war mehr als ausgelassen. Das ein oder andere isotonische Erfrischungsgetränk nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wurde geköpft. Immerhin hatten die Faustballer des TV Vaihingen gerade den Schweizer Meister STV Wigoltingen im Spiel um Platz drei des Champions-Cups, des Europapokals der Landesmeister, mit 4:1 (15:14, 11:5, 11:3, 5:11 und 11:7) deklassiert und sich die Bronzemedaille gesichert. „Wir haben einfach ein gutes Spiel abgeliefert. Vor allem defensiv sind wir gut gestanden. Probleme hatten wir nur, wenn das Zuspiel nicht perfekt kam. Denn wenn der Ball nur auf drei Meter gestellt ist, lässt bei uns der Druck nach“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel. „Und auch die Gegner auf diesem Niveau machen ihre Punkte. Nur weil die Wigoltinger ersatzgeschwächt waren, heißt das nicht, dass die Spieler, die da waren, kein Faustball spielen können.“

 

Die Vaihinger kamen perfekt in die Partie und führten schnell mit 6:1. „Wir haben die Angabe der Wigoltinger gut abgewehrt und nahezu perfekt aufgebaut“, erklärt Knodel. „Dann hat den Satz aber unser Angreifer Jakob Kilpper etwas n die Länge gezogen.“ Bei 8:8 hatten die Schweizer wieder ausgeglichen. „Wenn etwas gleich zu gut läuft, ist man nicht mehr ganz so konzentriert. Das Zuspiel hat nicht mehr so gepasst. Und auch die Angabe war nicht mehr so druckvoll“, bemängelt Knodel, fügt aber hinzu: „Es liegt allerdings auch nicht immer an einem selber. Die Wigoltinger sind auch stärker geworden.“ Dennoch brachten die Vaihinger den Durchgang nach Satzbällen auf beiden Seiten mit 15:14 noch nach Hause. „Mit 1:0 in Führung zu gehen war mental wichtig“, erklärt Knodel. „Es war aber ich der Glaube vorhanden, dass wir den Abschnitt holen. Das ist aber schon die ganze Saison so: Wir wissen, dass ein Satz erst weg ist, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat.“

 

Der gewonnene erste Durchgang gab den Vaihingern Rückenwind, während die Eidgenossen erst einmal mit sich beschäftigt schienen. Durch viele Wechsel im Angriff unterliefen ihnen in den Sätzen zwei und drei einige Eigenfehler. „Wir sind aber auch gut gestanden und haben souverän gepunktet“, lobt Knodel seine Spieler. Mit 11:5 und 11:3 zogen die Vaihinger davon. „Es sah fast so aus, als könnten wir die Partie mit 4:0 gewinnen“, berichtet der TVV-Übungsleiter. „Doch plötzlich lief bei Wigoltingen alles und bei uns nihcts mehr.“ Mit 11:5 verkürzten die Schweizer auf 1:3 nach Sätzen. Knodel. „Ein bisschen unerklärlich ist das schon. Aber wir haben auch nicht mehr so zwingend gespielt und hatten das eine oder andere Mal auch Pech. Und so ein Satz kann dann auch mal ganz schnell weg sein.“

 

Die Enzstädter ließen sich aber nicht beirren. Im anschließenden Durchgang legten sie mit 4:0 einen Blitzstart hin. Ihren Vorsprung hielten sie bis zum 9:4. Doch dann ließen sie die Wigoltinger wieder ein bisschen herankommen – 10:7. „Wir waren schon halb durch. Doch dann haben wir ein paar Bälle kassiert, die auch wirklich gut geschlagen waren. Deshalb ist es etwas spannender geworden als erhofft“, berichtet Knodel. Kilpper nutzte aber gleich den ersten Matchball.

 

Europapokalsieger ist erneut der TSV Pfungstadt mit dem Auricher Johannes Jungclaussen, der sich im Finale mit 4:2 (7:11, 11:7, 11:7, 6:11, 11:9 und 11:5) gegen die Union Tigers Vöcklabruck durchsetzte, gegen den die Vaihinger im Halbfinale mit 0:4 (7:11, 5:11, 2:11 und 7:11) unterlagen. „Die Niederlage war zwar deutlich, aber wir haben uns gut verkauft“, zollt Knodel seinen Spielern Respekt. „Was Karl Mühllehner geschlagen hat, wie viel Druck er ohne Fehler gemacht hat, war sensationell. Er hat selbst die Pfungstadter im Finale, die in der Abwehr mit deutschen Nationalspielern gespickt sind, verschossen“, berichtet Knodel. „Und Vöcklabruck ist ja nicht nur der Hauptangreifer der österreichischen Nationalmannschaft. Da steht die halbe Auswahl der Alpenrepublik auf dem Feld. Die Vöcklabrucker stehen in der Abwehr sehr gut. Deshalb musste auch Jakob Kilpper immer mehr Risiko gehen, sonst haben die Gastgeber sauber aufgebaut und uns die Bälle um die Ohren gehauen.“

 

TV Vaihingen: Jakob Kilpper, Jacob Jungclaussen, Jaro Jungclaussen, Max Winkler, Nils Hantke, Michael Knodel.


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