[VKZ] 5:1-Sieg lässt Vaihingen jubeln

TVV-Faustballer erkämpfen sich im vorgezogenen Spiel der Bundesliga überraschend klaren Erfolg gegen TV Waibstadt

Von Ralph Küppers |  Erstellt: 21. Dezember 2019
 
 

Der Jubel in der Halle am Alten Postweg war riesengroß. Mit ihrem 5:1-Erfolg gegen den TV Waibstadt haben sich die Faustballer des TV Vaihingen kurz vor Weihnachten den dritten Sieg in der 1. Bundesliga Süd erkämpft und überwintern damit voraussichtlich auf dem fünften Platz. Dass der Sieg so deutlich ausging, war überraschend.

 

Vaihingen. Vor heimischem Publikum – 140 Zuschauer hatten in die Halle am Alten Postweg gefunden – ist der TV Vaihingen auch mit der verjüngten Mannschaft eine Macht. Das bekam in der auf Donnerstagabend verlegten Begegnung der TV Waibstadt zu spüren, der sein Heimspiel im November ebenfalls mit 5:1 gewonnen hatte. Im Rückspiel hatten die Vaihinger ordentlich Respekt vor der geballten Schlagkraft ihrer Gäste. „Dem können wir nur das Kollektiv entgegensetzen“, sagt TVV-Trainer Markus Knodel. Und das hatte es in sich. Immer wieder zeigten die Vaihinger spektakuläre Rettungsaktionen und holten auch nach harten Schlägen der Waibstadter noch den einen oder anderen Ball mehr. Für Max Brandt & Co. war es zum Verzweifeln. Immer wieder schlug Brandt zwar eine Angabe wie einen Strich, die dann auch als Ass zwischen den Vaihinger Abwehrspielern durchging, doch immer wieder wurde es auch nichts mit dem schon sicher geglaubten Punkt, weil sich der TVV an diesem Abend kaum überraschen ließ. Nils Hantke kratzte kurz vor der Hallenwand auch Bälle von der Linie, die Brandt sauber platziert hatte. Am Block agierte Jakob Kilpper zunehmend erfolgreich, wenn auch nicht mit der Effektivität eines Zwei-Meter-Mannes.

 

Das durchweg positive Erlebnis der Faustballer begann mit Spielbeginn. Dieses Mal wurde auf der Tribüne von Anfang an mit Trommeln Stimmung gemacht. Und auf dem Feld machte Jaro Jungclaussen mit einem erfolgreichen Rückschlag den ersten Punkt. Zwischenzeitlich hatte der TVV Glück, als sich beispielsweise gleich zwei Gästespieler bei der Annahme behinderten. Und Jakob Kilpper wechselte im Angriff nach Kräften ab, ließ auf einen langen Schlag einen extrem kurzen Ball folgen und verwandelte beim Stand von 10:7 den ersten Satzball an Waibstadts Block vorbei.

 

Nach diesem furiosen Auftakt war es aber ganz schnell vorbei mit der Vaihinger Herrlichkeit. Ließ Waibstadt bei 3:0-Führung einen Gegenpunkt zu, folgte von den Gästen gleich wieder ein Ass. Dass der TV Vaihingen überhaupt zu einem zweiten Punkt kam, lag an einem Fehler seiner Gäste. Der Satz endete 2:11. „Wir sind sehr stark vom Angriff abhängig“, sagt Markus Knodel. „Wir müssen übers Kollektiv kommen. Und das hat in den restlichen Sätzen hervorragend geklappt.“ Blieb nur zu hoffen, dass die jungen Spieler den miserablen zweiten Durchgang völlig verdrängen konnten – gerade auch nach der bitteren Neun-Satz-Niederlage vom vergangenen Samstag gegen den TV Hohenklingen, einen der direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.

 

Im dritten Satz gaben sich die Gastgeber aber keine Blöße und gewannen mit 11:8. Zu ihrem Glück kam es nach der Pause nicht zum erneuten Bruch im Spiel. Als sie mit 4:2 führten, sah der Schiedsrichter den Rückschlag im Aus. Doch Tobias Maurer, der in der vergangenen Saison noch für den TVV gespielt hatte, gab die Ballberührung zu – Vaihingen führte mit 5:2 und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Der vierte und auch der fünfte Satz gingen mit jeweils 11:8 an Vaihingen. Es folgte ein dramatischer Schlussdurchgang mit dem besseren Ende für Vaihingen – 15:13. „Der 5:1-Sieg war zu deutlich“, urteilt Markus Knodel mit Blick auf den Spielverlauf. „Ich verstehe es ehrlich nicht, wie das Spiel so deutlich für uns ausgehen konnte. Waibstadt hatte in der Mitte mit Kai Braun einen sehr starken Routinier, und Max Brandt war schlaggewaltig. Aber so stark sie geschlagen haben, waren die Waibstadter bei ein paar Bällen auch nicht gut.“ Genau da waren die Vaihinger hellwach und nutzten ihre Chance. „Dazu braucht es eine gewisse Mentalität“, sagt der TVV-Trainer. „Und die war heute da.“ Sonst hätte es, da ist sich Markus Knodel sicher, schon nach dem zweiten Durchgang zappenduster ausgesehen. „Nach dem 2:11 war der dritte Satz ganz wichtig“, sagt er rückblickend. „Wir durften nicht in eine depressive Schiene reingeraten, sondern mussten den Gästen zeigen, dass es nicht einfach für sie wird.“ Das ist, abgesehen von ein paar unerreichbaren Angriffsschlägen, genau so gelungen wie geplant. „Wenn man dran glaubt, ist einiges möglich“, sagt Markus Knodel. „Umgekehrt ist bei Waibstadt der Frust gestiegen, wenn man gut spielt und trotzdem verliert.“ Auch im letzten Satz, als die Gäste schon mit 5:1 in Führung lagen, überraschte das Vaihinger Team nicht nur seinen Trainer. „Der Rückstand war eigentlich schon zu hoch, noch dazu mit dem fremden Ball“, sagt Markus Knodel. Doch die Gastgeber steckten nie auf. Sie hatten beim Stand von 8:10, 9:10, 10:11 und 12:13 insgesamt vier Mal Satzball gegen sich. Doch nachdem der TV Vaihingen beim Stand von 14:13 zum zweiten Mal Matchball hatte, war das Spiel gewonnen.

 

Diesen Auftritt honorierten auch die 140 Zuschauer. Nicht nur die Trommeln, auch die Schlachtenbummler selbst sorgten für ordentlich Stimmung in der Halle. „Die Jungs bringen ein paar Leute mit, und auch die älteren Zuschauer sind wieder da“, freut sich der Übungsleiter. „Die sehen auch, dass die Jungs sich anstrengen.“ Und das mit Erfolg: drei Siege und fünf Niederlagen bedeuten aktuell den fünften Tabellenplatz in der Südstaffel der Bundesliga. Sollte am Wochenende keine Überraschung passieren – der Letzte TV Stammheim spielt gegen den Vierten TV Unterhaugstett, der Vorletzte TV Hohenklingen empfängt Serienmeister TSV Pfungstadt – bleibt es bei diesem Stand bis ins neue Jahr.

 

TV Vaihingen: Jakob Kilpper, Jaro Jungclaussen, Max Winkler, Nils Hantke, Jacob Jungclaussen, Michael Knodel.


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