[VKZ] TVV überzeugt gegen Topteams

Vaihingens Faustballerinnen zeigen gute Leistung, verlieren aber gegen Unterhaugstett mit 1:3 und gegen Segnitz mit 0:3

Von Michael Nachreiner | Erstellt: 19. November 2019
 
 

Irgendwann hat es passieren müssen, ein punktloses Wochenende für die Faustballerinnen des TV Vaihingen. „Dass man 0:4 Zähler an einem Spieltag holt, kommt vor als Aufsteiger“, sagt TVV-Trainer Carsten Reitschuster. Deshalb sind das 1:3 (3:11, 9:11, 11:8 und 6:11) gegen den TV Unterhaugstett und das 0:3 (4:11, 8:11 und 7:11) gegen den TV Segnitz auch kein Beinbruch.

 

Vaihingen. Auf der einen Seite kann man das nackte Ergebnis nehmen. Das sagt aus: Außer Spesen nichts gewesen am dritten Doppelspieltag der 2. Bundesliga Süd für die Faustballerinnen des TV Vaihingen. Auf der anderen Seite kann man auch das Ergebnis außen vor lassen und sich auf die Leistung der Enzstädterinnen konzentrieren. Denn die Mannschaft von Trainer Carsten Reitschuster hat auch gegen den TV Segnitz mit Nationalmannschaftsangreiferin Svenja Schröder und gegen den ehemaligen Erstligisten TV Unterhaugstett bewiesen, dass sie auch gegen Mannschaften mithalten kann, die zur Crème de la Crème der zweiten Liga gehören.

 

Beinahe wäre den Vaihingerinnen sogar eine Überraschung gelungen. Denn im zweiten Satz gegen den TV Segnitz waren sie „nahe dran, diesen Durchgang zu gewinnen“, berichtet Reitschuster. Mit 3:1, 4:2 und 6:4 führten sie gegen das Team, das in dieser Besetzung erst im September knapp am Einzug ins Halbfinale der DM-Endrunde gescheitert ist. Auch bei 8:8 war noch alles offen. Doch dann punktete Schröder direkt aus der Angabe. Ein Rückschlag von Luisa Kaemmer rutschte anschließend Lea Schmidt über den Arm. Und Merle Bremer brachte zum Abschluss den Ball nicht in der gegnerischen Spielhälfte unter – allerdings war die TVV-Angreiferin nach einer unsauberen Abwehr auch gewaltig unter Druck geraten.

 

Auch im dritten Satz gestalteten die Vaihingerinnen die Begegnung bis zum 6:6 ausgeglichen. Dann zogen aber die Segnitzerinnen davon. „Da hatten wir auch etwas Pech, dass am Ende zwei Angaben jeweils knapp im Aus landeten“, berichtet Reitschuster, schiebt allerdings gleich eine Erklärung hinterher: „Um aus der Angabe Druck zu machen, müssen wir am oberen Limit schlagen.“

 

Viele Probleme in der Angabe waren auch der Grund, warum der erste Satz deutlich an die Fränkinnen ging. Und da war es egal, wer die Verantwortung übernahm – Ricarda Stübbe, Bremer oder Klara Kilpper. „Es ist aber auch nicht leicht an der Angabenlinie“, erklärt Reitschuster. „Du weißt, wenn du den Ball nur reinschiebst, haben die Segnitzerinnen das Spielgerät sauber auf der Leine. Da braucht es eine gewaltige Portion Feinjustierung zwischen einerseits Druck machen und andererseits nicht zu hohem Risiko.“

 

Dass der erste Satz verloren geht, war auch davor gegen den TV Unterhaugstett so. „Das sind wir aber fast schon gewöhnt“, erzählt der TVV-Übungsleiter. Wieder einmal kamen die Vaihingerinnen nicht gleich ins Spiel. Dazu unterliefen ihnen auch gegen den TVU fünf, sechs Angabenfehler im ersten Durchgang. „Bei Merle Bremer lief es in der Angabe nicht so wie zuletzt. Und Ricarda Stübbe hat zwar ihre Aufgabe gut gelöst. Aber Merle können wir nicht eins zu eins ersetzen“, berichtet Reitschuster. „Allerdings sind wir auch verwöhnt. Bis zur Schwabenliga haben wir mit unserer Angabe noch oft einen direkten Punkt erzielt. Dass es nun in der 2. Bundesliga nicht mehr so ist, damit müssen wir erst einmal klarkommen.“

 

Auch in Satz zwei „taten wir uns noch schwer“, erklärt Reitschuster. „Aber langsam sind wir ins Spiel gekommen.“ Das Problem war aber immer noch, dass die Vaihingerinnen defensiv einige Punkte kassierten, weil sie die Unterhaugstetterinnen nicht früh genug gelesen hatten und deshalb lange Wege gehen mussten. Außerdem blieben sie in Angabe und Rückschlag fehlerbehaftet, wenn sie den Druck erhöhten.

 

Im dritten Durchgang „hatten wir dann mehr Geduld. Und wir haben sehr gut abgewehrt und zugespielt“, berichtet Reitschuster. Schnell waren die Vaihingerinnen auf 10:3 davongezogen. „Wir hatten den Unterhaugstetterinnen eigentlich den Zahn gezogen. Doch wir haben es noch einmal unnötig spannend gemacht, weil uns einige Fehler unterliefen, die wir davor nicht gemacht hatten“, erklärt der Trainer. Mit 11:8 holten die Vaihingerinnen aber den ersten Satz an diesem Tag.

 

Zu mehr sollte es aber nicht mehr reichen. Zwar war der vierte Durchgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit leichten Vorteilen für den TVU. „Wir sind mit einem kleinen Rückstand gestartet, auch weil die Unterhaugstetterinnen einige Bälle rausgekratzt und gerade noch so gerettet haben“, berichtet Reitschuster. „Und wir hatten ein bisschen Pech, dass wir im falschen Augenblick die Fehler gemacht haben.“

 

TV Vaihingen: Merle Bremer, Klara Kilpper, Ricarda Stübbe, Lea Schmidt, Nienke Maisch, Isabell Grau, Leoni Modenese, Eva Winkler, Claudia Schmidt.


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