[VKZ] TVV übergibt rote Laterne an Stammheim

Vaihinger Faustballer setzen sich im Kellerduell mit 5:0 gegen Stuttgarter durch und klettern vorerst auf einen Nichtabstiegsplatz

Von Michael Nachreiner | Erstellt: 18. November 2019
 

„Es ist mal schön, mit einem Lachen vom Feld zu gehen“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel erleichtert. Die Faustballer des TV Vaihingen hatten aber auch allen Grund zum Lachen. Sie bezwangen den TV Stammheim in der 1. Bundesliga Süd klar mit 5:0 (11:7, 11:8, 11:7, 11:8 und 11:5) und gaben damit die rote Laterne an die Stuttgarter weiter.

 

Vaihingen. Nach dem Sieg im kleinen Finale der DM-Endrunde in der vergangenen Hallensaison und dem radikalen personellen Umbruch haben die Faustballer des TV Vaihingen eine ganze Feldspielzeit und zwei Partien in der aktuellen Hallenrunde auf ein Erfolgserlebnis warten müssen. Gestern Nachmittag war es aber wieder soweit – und dann ausgerechnet gegen den TV Stammheim. „Mit den Stuttgartern gibt es schon eine gewisse Rivalität“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel. „In der A-Jugend und später bei den Männern gab es jeweils eine Spanne, in der beide Mannschaften um den DM-Titel gespielt haben.“

 

Deshalb hat der Südgipfel in der 1. Faustball-Bundesliga auch nichts von seinem Reiz verloren, auch wenn beide Teams in der Zwischenzeit um den Klassenerhalt in der Beletage spielen. „Dass beide Mannschaften noch null Punkte eingefahren haben, hat man der Partie auch angesehen“, berichtet Markus Knodel. „Es war kein Spitzenspiel. Das Niveau war überschaubar.“ Letztlich war der Unterschied, dass die Vaihinger weniger Fehler machten als die Stammheimer. „Wir haben relativ wenig Druck aus der Angabe entwickelt. Dafür war unsere Angabe, die wir jetzt schon seit Wochen trainieren, fehlerfrei“, erzählt der TVV-Übungsleiter. „Das und unsere konzentrierte Leistung haben schon gereicht, um die Stammheimer unter Druck zu setzen. Dazu unterliefen denen dann auch noch einige Abwehrfehler.“

 

Die Vaihinger kamen gleich gut ins Spiel. Im ersten Satz erarbeiteten sie sich zu Beginn eine kleine Führung und verteidigten diese den gesamten Durchgang über, weil „wir nahezu fehlerfrei agierten, den Stammheimern aber der eine oder andere Schlagfehler unterlief“ (Markus Knodel). Überhaupt hatte der Vaihinger Maximilian Gayer im Hauptangriff des TV Stammheim nicht seinen besten Tag. „In den Vorbereitungsturnieren hat er immer deutlich besser gegen uns gespielt“, erinnert sich Markus Knodel.

 

TVS-Spielertrainer Alwin Oberkersch reagierte dann auch zu Beginn des zweiten Satzes und brachte Ueli Reißner. Das gab den Stuttgartern zunächst auch einen Schub. Die Vaihinger rannten im zweiten Durchgang erst einmal einem Rückstand hinterher. Doch zur Mitte des Satzes waren sie wieder dran und zogen zum Ende des Abschnitts davon. Der dritte Satz war dann fast eine Kopie des zweiten, was Oberkersch auf die Palme brachte. „Den letzten Punkt im dritten Satz fing er über vorne rechts ein“, berichtet Markus Knodel. „Und noch bevor der Schiedsrichter den Durchgang abgepfiffen hat, drehte sich Alwin um und verschwand im Kabinentrakt. Was dort dann passiert ist, weiß ich nicht. Aber nach der Pause kamen weder Max Gayer noch Ueli Reißner noch einmal zum Einsatz. Stattdessen übernahm Eric Rhein, ein gelernter Abwehrspieler, den Hauptangriff.“

 

Doch auch mit ihm schafften die Stammheimer nicht die Wende. Zwar zogen sie auch im vierten Satz zunächst wieder davon. Doch bei 8:8 hatten die Vaihinger wieder ausgeglichen und ließen keinen weiteren Punkt der Gäste zu. „Dass wir den Durchgang noch gedreht haben, lag auch daran, dass den Stammheimern einige Rückschlagfehler unterliefen“, berichtet Markus Knodel.

 

Im fünften Abschnitt sah es dann schnell so aus, als ob die Vaihinger den Sack ganz souverän zumachen würden. Mit 6:0 waren sie in Führung und hatten den Ball zu einem Preller auf der Leine. Doch den schlugen sie in das Band zwischen den beiden Spielhälften – „und ohne dass die Stammheimer etwas gemacht hätten, war unsere Führung kurz darauf auf 6:5 geschmolzen“, berichtet Markus Knodel. Für den nächsten Punkt brauchten die Vaihinger gefühlt eine Ewigkeit. Doch letztlich gelang ihnen das 7:5. Damit schien der Widerstand der Stammheimer gebrochen. Ihnen gelang kein Punkt mehr. „Wir haben uns zwar immer wieder Schwächephasen erlaubt. Aber wir haben sie auch immer wieder überwunden. Und während wir in den vergangenen Spielen oft zu Beginn eines Satzes gut gespielt haben und dann etwas eingebrochen sind, haben wir gegen Stammheim immer zum Ende eines Durchgangs gute Bälle gespielt“, erklärt der TVV-Trainer.

 

Besonders freut ihn natürlich, dass der Sieg mit 5:0 deutlich ausgefallen ist. Ein Pfund im Kampf um den Klassenerhalt – vor allem, da der Kantersieg gegen einen direkten Konkurrenten geholt wurde. „Mit viel Glück können wir drin bleiben. Dabei kann jeder Satz entscheidend sein“, ist sich Markus Knodel sicher.

 

TV Vaihingen: Jaro Jungclaussen, Jakob Kilpper, Max Winkler, Jacob Jungclaussen, Nils Hantke, Michael Knodel.


Kommentar verfassen