[VKZ] „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Für TVV ist Derby gegen Stammheim schon eine Art Endspiel – Viele Chancen auf Siege gibt es in Hinrunde nicht mehr

Von Michael Nachreiner Erstellt: 15. November 2019
 
 

Der Südgipfel, das Duell zwischen dem TV Vaihingen und dem TV Stammheim, hat zwar von seiner Emotionalität nichts verloren. Doch von einem Gipfeltreffen sind beide Teams aktuell weit entfernt. Vielmehr ist es das Kellerduell der 1. Faustball-Bundesliga Süd. Und schon so etwas wie ein Endspiel für die Vaihinger.

 

Vaihingen. „Wenn wir nicht gegen den TV Stammheim gewinnen, wann denn dann?“, fragt sich TVV-Trainer Markus Knodel nicht nur selbst. „Es bleiben nicht mehr so viele schlagbare Teams. Eigentlich sind es nach den ersten beiden Spieltagen bereits nur noch der TV Stammheim und der TV Hohenklingen.“ Doch ein Erfolg im Südgipfel der 1. Bundesliga Süd an diesem Sonntag (15 Uhr) in der Sporthalle am alten Postweg wäre nicht nur mit Blick auf die Tabellensituation (Markus Knodel: „Wenn wir verlieren, wird die Luft dünn.“) wichtig für die Faustballer des TV Vaihingen. „Ein Sieg wäre enorm wichtig für das Selbstvertrauen“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel. „Denn irgendwann verfestigt es sich im Hinterkopf, dass man ja eh immer verliert.“

 

Und das passiere bei einer jungen Mannschaft wie die Vaihinger sie aktuell stellen – der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 20 Jahren – vielleicht etwas schneller als bei etwas erfahreneren Teams. „Max Winkler hat zuletzt beispielsweise bei Satzball für uns einen extrem doofen Ball kassiert – wahrscheinlich hatten die Waibstadter das Spielgerät in der Auszeit davor nass gemacht. Das hat ihn noch Ballwechsel später beschäftigt“, berichtet Markus Knodel. „Wir dürfen uns aber eben keine Auszeiten, auch keine mentalen, erlauben. Wir müssen immer Vollgas geben.“

 

Denn die Vaihinger schleppen einen Riesenrucksack mit sich herum: Sie haben ein Problem vor allem in der Angabe. „Wir sind meist nicht schlecht und halten mit. Unser Problem ist, dass wir aus der Angabe kommen müssen“, erklärt der TVV-Trainer. Doch das ist bisher weder Jakob Kilpper und Jaro Jungclaussen, die allerdings auch keine ausgebildeten Schlagmänner sind, noch Michael Knodel zuverlässig gelungen. Und auch im Rückschlag kam bisher zu wenig Ertrag rum. „Michael Knodel hat in Waibstadt wenigstens etwas Druck im Rückschlag erzeugt. Aber er hat eben seine Defizite in der Defensive“, erklärt Markus Knodel. Damit fängt für den TVV-Übungsleiter schon wieder die Kopfrechnerei an: Ist der Mehr-Druck aus dem Rückschlag es Wert, seine Abwehr zu schwächen? Denn weitere Alternativen stehen zurzeit nicht zur Verfügung. Jakob Mahn muss wohl endgültig am Meniskus operiert werden. Und Tobias Knodel hat so viel Trainingsrückstand, dass ein Einsatz in der ersten Liga weder ihm noch dem Team etwas bringen würde. „Die Situation hat sich gegenüber der Feldsaison noch einmal verschärft“, erklärt Markus Knodel.

 

Ein Verzagen gibt es für ihn und die Vaihinger Faustballer aber nicht. Und die Stammheimer plagen in etwa die gleichen Sorgen wie die Enzstädter. „Hauptangreifer Maximilian Gayer spielt zwar beinahe fehlerfrei. Aber wenn man als Team erfolgreich in der ersten Liga sein will, braucht man eigentlich etwas mehr Druck aus der Angabe“, erzählt der TVV-Trainer. „Das könnte Ueli Reißner übernehmen. Er spielt aber fehlerbehaftet.“ Die Vorzeichen sprechen dennoch nicht für den TVV: Er verlor in der Vorbereitung gegen Stammheim.


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