[VKZ] Vaihingerinnen holen „Maximum“ heraus

U-16-Faustballerinnen holen DM-Bronze – Endspiel bleibt verwehrt, weil TVV im Halbfinale auf haushohen Favoriten Ahlhorn trifft

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 1. Oktober 2019

 

„Die Mädels haben Topleistungen abgerufen und das Maximum herausgeholt“, berichtet TVV-Betreuer Carsten Reitschuster. Belohnt haben sich die U-16-Faustballer des TV Vaihingen selbst mit dem dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften in Berlin. Im kleinen Finale setzten sie sich gegen den TV Brettorf mit 10:12, 11:7 und 11:9 durch.

 

Berlin/Vaihingen. Wie bei der U 14 vor zwei Wochen haben auch die U-16-Faustballerinnen des TV Vaihingen im Spiel um Platz drei gegen den TV Brettorf Kapital daraus geschlagen, dass sie gegen die Brettorferinnen bereits in der Vorrunde gespielt hatten. „In der Gruppenphase haben wir die Lücken nicht gut zugestellt. Und die TVB-Angreiferin hat diese dann gut getroffen“, berichtet TVV-Trainerin Christina Koch. „Im kleinen Finale waren wir in der Abwehr dann stabiler.“ Wirklich vergleichen ließen sich das 8:11 und 10:12 in der Vorrunde und das 10:12, 11:7 und 11:9 im Platzierungsspiel aber auch nicht wirklich. „Dadurch, dass es am Sonntag dauernd geregnet hat, waren es ganz andere Verhältnisse. Die Bälle wurden immer länger, wodurch die Niedersächsinnen auch vorne nicht mehr so gut gepunktet haben“, erklärt Carsten Reitschuster, der das Team zusammen mit Koch und Isabel Grau in Berlin betreut hat. Auf der anderen Seite kamen die Vaihingerinnen mit ihren Schlägen dagegen regelmäßig durch. „Wir haben es geschafft, immer wieder über die Diagonale zu punkten“, berichtet Koch.

 

Das war in der Vorrunde noch nicht so. „Die Brettorferinnen haben eine sehr kompakte Mannschaft. Gegen sie ist es nicht leicht, Punkte zu erzielen“, analysiert Reitschuster. Dennoch waren die Vaihingerinnen in beiden Sätzen jeweils zwei, drei Punkte vorne. Doch die Niedersächsinnen kämpften sich immer wieder zurück. Reitschuster: „Die Brettorferinnen haben viel Druck aufgebaut. Deshalb waren wir im Zuspiel nicht immer konstant.“

 

Neben den beiden verlorenen Sätzen gegen die Norddeutschen gaben die Vaihingerinnen auch einen Durchgang gegen den TSV Pfungstadt ab – 6:11 und 11:5. „Die Angreiferin der Hessinnen hat die Lücken gut erkannt. Da tun wir uns generell noch schwer, Spielerinnen zu lesen“, berichtet Reitschuster. Und Koch ergänzt: „Wir haben Schwierigkeiten zu erkennen, ob ein Ball halblang kommt oder nach hinten durchsegelt.“ Im ersten Satz spielten die Vaihingerinnen aber auch nicht gut, geben beide Betreuer unumwunden zu. Im zweiten Durchgang haben es die Enzstädterinnen dann beser hinbekommen, Ruhe in ihr Spiel zu bringen, während die Pfungstädterinnen hektisch wurden, wenn sie unter Druck gesetzt worden waren.

 

Die anderen Vorrundengegner hatten gegen die Vaihingerinnen so gut wie keine Chance. Beim 11:4 und 11:5 gegen den ESV Dresden zum Auftakt der Gruppenphase „waren die Sächsinnen noch gar nicht da. Später haben sie viel besser gespielt“, erklärt Reitschuster. Der TV Herrnwahlthann hat beim 5:11 und 7:11 kaum Druck aufgebaut. Und der TSV Gnutz musste mit 5:11 und 5:11 die Segel streichen. „Gnutz ist eine junge Mannschaft. Ihr fehlt noch die Erfahrung“, erklärt Koch. Und Reitschuster fügt hinzu: „Außerdem sind wir in den Köpfen der TSV-Spielerinnen, weil sie schon ein paar Mal gegen uns verloren haben.“

 

Am zweiten Turniertag wurde es dann vogelwild. Wegen des Dauerregens bereits am Samstag sperrte der Platzwart am Abend einen der beiden Sportplätze mit vier Spielfeldern. Da nun am Sonntag sowohl die weibliche als auch die männliche U 16 ihre Platzierungsspiele statt auf insgesamt acht Spielfeldern nur noch auf vier austragen mussten, wurde das Programm gestrafft. Statt auf zwei Gewinnsätze gingen die Partien nur noch zwei Durchgänge. Gewann jeweils eine Mannschaft einen Satz, zählte am Ende, wer mehr Einzelpunkte erzielt hatte. Reitschuster: „Hatte man den ersten Durchgang abgegeben, geriet man sofort unter Druck. Außerdem wog jeder Leichtsinnsfehler doppelt schwer.“

 

Die Vaihingerinnen ließen sich im Qualifikationsspiel für das Viertelfinale gegen den MTV Rosenheim dadurch aber nicht beeinflussen. Koch: „Die Mädels waren von der ersten Angabe an sofort da, während die Rosenheimerinnen mit unserem Druck überhaupt nicht klargekommen sind.“ Am Ende hieß es 11:7 und 11:7 für den TVV. Auch das Viertelfinale gegen den TV Stammbach war mit 11:7 und 11:6 eine klare Angelegenheit für die Enzstädterinnen. „Die Stammbacherinnen waren praktisch mit ihrer U 14 angetreten, hatten nur zwei U-16-Spielerinnen dabei“, berichtet Reitschuster. Und Koch ergänzt: „Wir waren kompakter.“ Im ersten Abschnitt war der TVV konstant zwei, drei Bälle vorne. Im zweiten Durchgang führten die Vaihingerinnen mit 5:2 und 7:3.

 

Im Halbfinale trafen sie dann aber auf den großen Turnierfavoriten und späteren Deutschen Meister, den Ahlhorner SV, der auf jeder Position viel Erfahrung auf hohem Niveau aufbietet. Und der ließ nichts anbrennen – bei fast schon irregulären Bedingungen. „Es hatte direkt vor dem Halbfinale zu schütten angefangen“, erzählt Koch. Und Reitschuster fügt hinzu: „War es vorher schon nass, hatte es nun eher etwas mit Schwimmen zu tun.“ Mit 11:5 und 11:5 zog der ASV ins Endspiel ein. „Wir haben gegen Jordan Nadermann vielleicht insgesamt fünf Angaben im ganzen Spiel abgewehrt“, erklärt Reitschuster. Aufgegeben haben die Vaihingerinnen aber nie. „Irgendwann haben wir auf U umgestellt, weil die ASV-Angreiferinnen immer auf 24 Meter getroffen haben. Da hatte unsere Abwehr bei der Nässe keine Chance. Nach der Umstellung wurden die Spielzüge länger. Aber insgesamt hat es nicht gereicht“, erzählt Koch.

 

TV Vaihingen: Eva Winkler, Klara Kilpper, Ricarda Stübbe, Lea Schmidt, Lena Schiller, Lisa Knodel, Lisa Burger, Leoni Modenese.


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