[VKZ] STB gewinnt rein deutsches Endspiel

Schwäbischer Turner-Bund sichert sich Gesamtsieg beim Jugend-Europapokal – In U 18 kommt es im Finale zum Duell TVV gegen Lola

Von Ralph Küppers, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 10. Oktober 2019

 

Wenn beim Jugend-Europapokal der Faustballer Schwaben nicht nur die Gesamtwertung gewinnt, sondern auch den Sieg bei den männlichen U-18-Auswahlmannschaften erkämpft, ist Schwaben fast gleichbedeutend mit Vaihingen. Sechs der acht Jugendspieler kamen vom TV Vaihingen, außerdem Trainer Markus Knodel.

 

Münzbach/Vaihingen. Kurz nach dem deutschlandweiten Kräftemessen der Landesturnverbände, bei dem ebenfalls der Schwäbische Turner-Bund (STB) die Gesamtwertung gewonnen hat, kam es jetzt im österreichischen Münzbach zum europäischen Vergleich der Nachwuchsfaustballer. Erneut hatte die STB-Auswahl die Nase vorne. Sie gewann die Gesamtwertung, wurde in der männlichen U 18 Turniersieger, in der männlichen U 14 Zweiter sowie in der weiblichen U 14 Dritter – und in jeder Auswahlmannschaft waren Talente aus Vaihingen mit am Start. Zu den Silbermedaillengewinnern in der U 14 gehörte mit Max Staudenecker nur ein Vaihinger. Bei den Mädchen, die Dritte wurden, waren mit Ricarda Stübbe, Eva Winkler und Lisa Knodel drei TVV-Spielerinnen dabei. Markus Knodel, seit fünf Jahren STB-Auswahltrainer der männlichen U 18, hatte gleich sechs Spieler aus seinem Heimatverein aufgeboten. „In der Altersklasse gibt es nicht so viele andere Vereinsmannschaften, und manche wollten zu dem Zeitpunkt auch nicht mit“, sagt er über die Zusammenstellung der Auswahl. „Der TV Vaihingen ist aber auch Deutscher Meister und hat zwei Europameister in seinen Reihen.“

 

Ein Durchmarsch wurde es beim Turnier in Österreich aber auch so nicht für die Mannschaft um Jakob Mahn, Maximilian Zöhrer, Tobias Maurer, Jacob Jungclaussen sowie Michael und Andreas Knodel. Doch allein die Tatsache, dass der Kern der STB-Mannschaft aus Vaihingern bestand, war im Finale ein großer psychologischer Vorteil. Denn Schwaben traf in einem rein deutschen Endspiel – am Start waren auch die Landesverbände aus Österreich, der Schweiz und Italien – auf die Auswahl von Schleswig-Holstein. „Da kommen viele Spieler vom TSV Lola“, berichtet Markus Knodel. „Und wenn wir als TV Vaihingen gegen Lola gespielt haben, war es immer knapp, aber wir haben immer gewonnen.“

 

Das könne sich zwar jederzeit drehen, schiebt der Vereins- und Auswahltrainer nach, aber das gute Gefühl war auch dieses Mal wieder da. „Schleswig-Holstein hat tolle Spiele gemacht und im Halbfinale überraschend gegen Favorit Oberösterreich gewonnen“, sagt er. „Aber wir sind eben der Angstgegner.“ Die Serie wurde auch dieses Mal nicht durchbrochen: 11:9 und 11:9 gingen die beiden Sätze aus, weil die Schwaben sich zwar jeweils deutliche Führungen erspielt, dann aber noch einige Punkte zugelassen hatten.

 

Während die K.o.-Spiele am Sonntag auf zwei Gewinnsätze gespielt wurden, dauerten die Vorrundenspiele in allen Altersklassen jeweils nur zwei Durchgänge lang. Da geriet die U 18 des STB schon früh unter Druck. Denn dem Auftaktsieg gegen Baden folgten gleich zwei Niederlagen gegen Oberösterreich und Niedersachsen. „Das erste Spiel war eine relativ klare Angelegenheit“, berichtet Markus Knodel. „In Baden gibt es nur noch zwei, drei Vereine mit einer U 18. Darum waren zum Teil auch jüngere Spieler dabei. Für uns war es das Einspielen auf den großen Favoriten Oberösterreich, der auch den Großteil der österreichischen Nationalmannschaft stellt.“

 

In der Partie gegen den Favoriten kamen die Schwaben überhaupt nicht ins Spiel. „Wir haben unsere Leistung nicht abgerufen, der Gegner hat ein tolles Spiel gemacht“, fasst Markus Knodel die 0:2-Niederlage zusammen. „Und gegen Niedersachsen haben wir nahtlos an unsere Leistung aus dem Spiel gegen Oberösterreich angeknüpft.“ Auch diese Begegnung endete mit 0:2.

 

„Dann war ich angefressen“, sagt der Trainer. „Und es gab Redebedarf.“ Geredet hat in dieser Besprechung in erster Linie Markus Knodel. Danach ging es aufwärts. Gegen die Schweizer aus dem Thurgau ließ die STB-Auswahl einen 2:0-Sieg folgen. „Es war ein relativ enges Match, aber wir haben endlich konzentriert und sicher gespielt“, freut sich Markus Knodel. „Gegen Zürich-Schaffhausen zum Abschluss mussten wir gewinnen, um sicher Gruppendritter zu sein.“ Das Spiel ging in zwei Sätzen an die Schwaben, die letztlich sogar Gruppenzweiter wurden.

 

Im Qualifikationsspiel fürs Halbfinale gewann der STB am Sonntagmorgen gegen Niederösterreich. „Die Plätze waren tief, die Bedingungen nicht toll“, berichtet Markus Knodel. „Die Niederösterreicher haben ein richtig gutes Match gegen uns gezeigt, das wir aber in beiden Sätzen knapp mit jeweils zwei Punkten gewonnen haben.“

 

Enger wurde es im Halbfinale gegen Bayern. Die Schwaben begannen gut und holten sich den ersten Satz. Im zweiten führten sie auch schon mit 9:7. „Wir hatten den Ball auch auf der Leine, schafften es aber immer wieder nicht, den Punkt zu machen“, sagt der STB-Trainer. „Dann haben die Bayern mit großer Moral den Satz gedreht und mit 13:11 gewonnen.“ Es folgte die Entscheidung um den Einzug ins Finale mit einem extrem kurzen Entscheidungssatz. Wer zuerst drei Punkte erzielt hatte, war weiter. „Das ist mit 3:0 sehr trainerfreundlich ausgegangen“, sagt Markus Knodel. „Wir haben nicht die Angabe, sondern die bessere Seite gewählt. Dann hat der bayrische Angreifer mit einer Fehlangabe begonnen.“ Es folgten zwei weitere Punkte.

 

Und dann kam das Finale Schaben gegen Schleswig-Holstein oder TV Vaihingen gegen TSV Lola.


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