[VKZ] TVV erklimmt den Thron in Deutschland

U-14-Faustballerinnen sichern sich DM-Titel – 2:1 im Finale gegen Wangersen – In Vorrunde noch Niederlage gegen Gastgeberinnen

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 17. September 2019

Die U-14-Faustballerinnen des TV Vaihingen sind am Ziel ihrer Träume angekommen. In Wangersen haben sie sich die Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften gesichert. Im Finale setzten sie sich gegen den Gastgeber MTV Wangersen mit 2:1 (9:11, 11:6 und 11:8) durch. „Das waren auch die besten beiden Teams“, berichtet TVV-Betreuer Carsten Reitschuster.

Wangersen/Vaihingen. Bereits in der Vorrunde standen sich die U-14-Faustballerinnen des MTV Wangersen und des TV Vaihingen gegenüber. Da hatten die DM-Gastgeberinnen die Nase mit 2:1 ((15:14, 14:15 und 11:2) vorne. „Im dritten Satz haben wir etwas experimentiert, um Kräfte zu sparen. Deshalb ist er letztlich so deutlich ausgefallen“, berichtet Carsten Reitschuster. Doch die Erfahrungen gegen Wangersen in der Vorrunde waren es letztlich, die den Vaihingerinnen den entscheidenden Vorteil verschafften. Denn das Duo Trainerin Christina Koch und Betreuer Reitschuster wussten nun genau, wo die Stärken und die Schwächen der Wangersenerinnen waren. „Außerdem sind wir besser mit den schwierigen Bedingungen zurechtgekommen. Es war sehr windig. Auf einer Seite ist das Zuspiel oft in den Rücken der Angreiferin geweht worden, weshalb wir auch den ersten Satz verloren haben“, erzählt Reitschuster. „Aber obwohl der Ball nicht immer optimal an der Leine gestanden ist, haben wir immer viel Druck erzeugt.“ Darüber hinaus haben sich die Vaihingerinnen zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen lassen. „Fehler wurden sofort abgehakt. Die Mädels waren immer fokussiert“, berichtet Trainerin Koch.

Nachdem die Wangersenerinnen den ersten Satz und die Vaihingerinnen den zweiten gewonnen hatten, spielte den Enzstädterinnen im dritten Durchgang auch noch in die Karten, dass die DM-Gastgeberinnen auf der wegen der Windverhältnisse schlechteren Seite beginnen wollten, obwohl sie die Seitenwahl gewonnen hatten. Doch sie übernahmen nur ein Mal die Führung – gleich mit dem ersten Ballwechsel. Danach diktierten die Vaihingerinnen das Geschehen und wechselten bei eigener 6:4-Führung die Seiten. „Und den Vorsprung haben wir bis zum Ende gehalten“, erklärt Koch. „Vor allem auch, weil Ricarda Stübbe mit der Angabe immer eine passende Antwort parat hatte, wenn den Wangersenerinnen ein Punkt gelang.“ Bei 10:7 hatten die Vaihingerinnen dann drei Matchbälle. Der erste ging zwar über die Diagonale noch knapp ins Aus. Doch mit der anschließenden Angabe gelang Stübbe ein direkter Punkt. Der Rest war Jubel pur.

Schon in der Vorrunde war das Duell zwischen dem TVV und dem MTV das alles dominierende Spiel. „Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Es gab viele knappe Rettungsaktionen und lange Ballwechsel. Die Partie war sehr kräftezehrend“, erzählt Koch. Danach war dann etwas die Luft raus bei den Vaihingerinnen, so dass sie Siege nicht mehr so souverän einfuhren wie beim 11:4 und 11:3 zu Beginn gegen den TV Wünschmichelbach. Koch: „Die Anstrengung gegen Wangersen hat man den Mädels in der Folge angesehen – auch, was die Konzentration betrifft.“

Darüber hinaus hatte vor allem der Trainer des TSV Gnutz die Vaihingerinnen gut analysiert. Denn der Ostdeutsche Meister spielte TVV-Hauptangreiferin Stübbe regelmäßig direkt an, so dass Lisa Knodel von der rechten Abwehrposition immer 20 Meter nach vorne sprinten musste, um den Rückschlag zu übernehmen. Am Ende setzten sich die Vaihingerinnen aber mit 12:10, 8:11 und 11:4 durch.

„Dass wir gegen den TV Huntlosen einen Durchgang verloren, war dann einfach eine Kraftfrage“, berichtet Reitschuster. Und Koch ergänzt: „Der Tag war richtig lang mit vielen langen Sätzen.“ Im letzten Spiel der Vorrunde am ersten Tag musste sich der nordeutsche Vizemeister aber letztlich dem Süddeutschen Meister mit 5:11, 14:12 und 9:11 geschlagen geben.

Damit konnten die Vaihingerinnen am zweiten Turniertag noch nicht einmal richtig ausschlagfen, weil sie als Gruppenzweiter ins Qualifikationsspiel um den Einzug ins Halbfinale gegen den TSV Karlsdorf mussten. „Die Mädels sind aber abends praktisch direkt nach dem Abendessen ins Bett gefallen und hatten dadurch ausreichend Schlaf“, erzählt Koch. „Somit waren sie am zweiten Tag morgens auf den Punkt fit.“ Außerdem spielten die Vaihingerinnen ihre Vorteile an der Angabe auf dem nassen Rasen aus. „Und sie stellten sich immer gut auf alles ein, was die Karlsdorferinnen versuchten – egal, ob der TSV in der Abwehr auf ein W umstellte, oder, ob der Westdeutsche Meister versuchte, uns durch den Wechsel von langen und kurzen Schlägen aus dem Konzept zu bringen“, berichtet Reitschuster. 11:7 und 11:9 hieß es am Ende für den TVV.

Und auch gegen den TV Stammbach setzten sich die Vaihingerinnen im Halbfinale souverän mit 11:7 und 11:6 durch. „Klarer als erwartet“, sagt Reitschuster. Denn bei den süddeutschen Meisterschaften lieferten sich beide Teams noch zwei sehr enge Partien – in der Vorrunde und im Finale. „Wir hatten uns auf ein schwierigeres Spiel eingestellt. Aber die Stammbacher Angreiferinnen leisteten sich zu Beginn des ersten Satzes gleich einige Fehler, so dass wir schnell mit 6:0 führten. Das steigerte deren Nervosität“, erklärt Koch. Und Reitschuster ergänzt: „Wir haben aber noch nie gegen die Stammbacherinnen verloren. Das hat ihnen bestimmt auch im Kopf umher gespukt.“ Zudem hätten es die Oberfränkinnen es viel mit langen Bällen versucht. Reitschuster: „Das ist bei unseren Abwehrspielerinnen nicht das beste Mittel.“

TV Vaihingen: Ricarda Stübbe, Lisa Knodel, Eva Winkler, Julie Schlemme, Hannah Böcken, Lisa Bartz, Laura Schmid.

TVV erklimmt den Thron in Deutschland
Schon den Titelgewinn bei den süddeutschen Meisterschaften bejubelten die U-14-Faustballerinnen des TV Vaihingen – (von links) Laura Schmid, Hannah Böcken, Julie Schlemme, Lisa Knodel, Ricarda Stübbe, Eva Winkler sowie TVV-Betreuer Carsten Reitschuster – hochemotional. Foto: Archiv/Nachreiner

Kommentar verfassen