[VKZ] Beste Leistung fürs Finale aufgehoben

U-18-Faustballer des TV Vaihingen zeigen bei DM die perfekte Dramaturgie – Jakob Mahn sichert mit Ass auf die Linie den Titelgewinn

Von Ralph Küppers, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 10. September 2019

Die Vaihinger Faustballer sind Deutscher Meister. Bei der DM im Feldfaustball holte die U 18 des TV Vaihingen den Titel und zeigte im Endspiel gegen den TV Segnitz zugleich ihre beste Leistung im Verlauf des gesamten Turniers. Jakob Mahn beendete das Finale standesgemäß mit einem Ass auf die Grundlinie.

Hallerstein/Vaihingen. „Es war unser deutlichstes Spiel bei der Meisterschaft“, freut sich TVV-Trainer Markus Knodel über den Auftritt seines Teams im Finale. „Wir haben es nach einem kleinen Durchhänger im ersten Satz souverän und konzentriert runtergespielt. Ein paar Eigenfehler des TV Segnitz waren die Folge.“ Denn weil der Angreifer der Bayern keinen Weg durchs Abwehrbollwerk der Schwaben fand, versuchte er sein Glück mit immer höherem Risiko. „Immerhin war Segnitz auch mit fünf Spielern beim U-18-Kaderlehrgang vertreten“, sagt Markus Knodel, der um die Spielstärke der gegnerischen Mannschaft weiß. Darum überholte der TVS die Vaihinger nach ihrer 4:0-Führung im ersten Satz auch kurzzeitig, musste den späteren Meister aber dann von 5:6 auf 11:7 davonziehen lassen. Im zweiten Durchgang ließ der TVV überhaupt nichts mehr anbrennen, führte schnell mit 7:2 und hatte beim Stand von 10:3 sieben Matchbälle. Nach einem leichten Fehler folgte das Ass, das mit dem 11:4-Satzgewinn zugleich den Titel sicherte.

Dass die Vaihinger am zweiten Tag der deutschen Meisterschaft derart souverän auftreten würden, hatte ihr Trainer zwar gehofft. „Aber das Halbfinale gegen den TSV Lola hatte schlecht begonnen und wurde auch nicht wirklich besser“, erinnert sich Markus Knodel, der gemeinsam mit Pirmin Neuberger die Mannschaft betreut. Zumindest im ersten Satz bekamen der TV Vaihingen keinen Zugriff aufs Spiel. „Unsere Angabe kam nicht wie gewohnt, aber Lola hat sehr sauber aufgebaut und auch ein paar Asse geschlagen“, berichtet Markus Knodel. „Dass bei uns so viel Sand im Getriebe war, obwohl wir uns ausgiebig warm gemacht hatten, hat mir etwas Sorge bereitet. Denn als der erste Satz mit 7:11 verloren war, standen wir fast schon mit einem Bein im Spiel um Platz drei.“ Doch dann kam das, was den Trainer zum Fazit kommen lässt: „Es war ein toller Sonntag von uns, wenn wir auch etwas schwierig reingekommen sind.“ Denn mit Beginn des zweiten Durchgangs brachten die Vaihinger ihre Angaben wieder dort unter, wo sie hin sollten, während die Hinterleute sauber abwehrten. Zugleich ließ Lola ein wenig nach – Vaihingen zog mit dem 11:8-Erfolg nach Sätzen gleich. „Nach diesem zweiten Satz lief bei Lola nicht mehr viel und wir haben voll durchgezogen“, sagt Markus Knodel über das 11:4 im dritten Durchgang, was den Finaleinzug bedeutete.

In der Gruppenphase am Samstag hatten die Vaihinger Jungs zeitweise ganz schön zu kämpfen. Gleich das Auftaktspiel der DM zwischen dem TV Vaihingen von der Enz und dem NLV Vaihingen aus Stuttgart wurde zu einem Endspiel um den Gruppensieg. Weil jeweils der Gruppenerste fürs Halbfinale am zweiten Turniertag gesetzt ist, drängte Markus Knodel auf einen erfolgreichen Einstieg in die Meisterschaft. „Aber dann sind wir im ersten Satz gleich zwei Bällen hinterhergelaufen“, sagt er. „Bis die Stuttgarter Mitte des Satzes zwei Angabenfehler gleich nacheinander hatten.“ Letztlich hatte der TVV in beiden Sätzen mit 13:11 und 11:9 knapp die Nase vorn.

Gegen die Berliner Turnerschaft verlief der erste Satz mit 11:3 so deutlich, dass der TVV-Trainer gleich sämtliche Spieler von der Bank auf einmal brachte. Doch es zeigte sich auch dieses Mal, dass so ein Wechsel ein Umschalten bewirkt. „Da denkt jeder, das Spiel ist schon rum“, sagt Markus Knodel, der beim Stand von 7:7 im zweiten Durchgang die Notbremse zog und wieder die Startformation spielen ließ. „Dann haben die Berliner aber drei Fehlangaben in Folge und einen leichten Einwurf gemacht“, sagt er. „Wir haben mit 11:7 gewonnen. Das war ein bisschen doof für die Wechselspieler.“ Beim 11:5 und 11:8 gegen den TuS Wickrath sowie 13:11 und 11:9 gegen den TB Oppau – da war Vaihingen nach dem ersten Satzgewinn schon Gruppenerster – wechselte der Trainer wieder. Aber nicht mehr alle Spieler auf einmal.

TV Vaihingen: Julian Fanz, Jacob Jungclaussen, Andreas Knodel, Michael Knodel, Jakob Mahn, Tobias Maurer, Karl Toberer, Maximilian Zöhrer.

Maximilian Zöhrer klatscht mit seinen Mannschaftskameraden auf den DM-Titel ab.

Maximilian Zöhrer klatscht mit seinen Mannschaftskameraden auf den DM-Titel ab.


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