[VKZ] Für TVV geht es nur darum, nicht die rote Laterne zu tragen

Faustballer bestreiten Feldsaison der 1. Bundesliga mit einem talentierten, aber sehr jungen Team – Auftakt in Pfungstadt

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 3. Mai 2019

Den Faustballern des TV Vaihingen steht eine ganz schwierige Feldsaison bevor. Nach dem Rückzug aller Leistungsträger der vergangenen Jahre geht der TVV praktisch mit einem besseren U-18-Team an den Start. Diese Spieler sind zwar alle talentiert. Doch ihnen fehlt die Erfahrung, um auf eine ganze Spielzeit gesehen in der höchsten deutschen Klasse zu bestehen.

Vaihingen. „Über zwei Mal zehn Minuten bei einem Vorbereitungsspiel kann man auch mal gut aussehen gegen gestandene Erstligisten“, erklärt Markus Knodel. Der Trainer der Faustballer des TV Vaihingen ist aber schon gespannt, wie sich sein junges Team – es stehen fünf U-18-Spieler im Kader der Erstligamannschaft – schlägt, wenn es in der 1. Bundesliga Süd ab diesem Wochenende auf fünf Gewinnsätze geht. „Ich glaube zwar nicht, dass wir abgeschossen werden. Wir werden bestimmt unsere Sätze holen“, erklärt der TVV-Übungsleiter. „Aber man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Und Stimmung aufs Feld zu bringen ist einfacher, wenn man vorne liegt. Alle freuen sich jedoch auf die Herausforderung, auch wenn den meisten klar ist, dass es eine riesige Hürde ist. Es werden aber nur wenige erreichen, einmal in der Bundesliga zu spielen, auch wenn viele Faustballer davon träumen.“

Allerdings haben die Vaihinger eine „beschissene Saison“ (Markus Knodel) für den Umbruch erwischt. „Normalerweise gibt es zwei, manchmal sogar drei Fahrstuhlmannschaften. Doch der TV Unterhaugstett, der in der Vergangenheit auch immer dazugehört hat, hat sich stabilisiert“, berichtet der TVV-Trainer. Damit bleibt nur der TV Augsburg, der als realistischer Konkurrent für die Vaihinger im Kampf, nicht die rote Laterne zu tragen, in Frage kommt. „Natürlich wollen wir nicht Letzter werden. Aber eines der Teams hinter uns zu lassen, das nicht Augsburg heißt, wird schwierig“, erklärt Markus Knodel. Der letztjährige Bronzemedaillengewinner im Feld, der TSV Calw, kann wieder auf seinen Schweizer Hauptangreifer Raphael Schlattinger zurückgreifen. Der FBC Offenburg, vor allem Stefan Konprecht, hat die Vaihinger beim eigenen Frühlingsturnier mit seiner Übersicht alt aussehen lassen. Der TV Schweinfurt-Oberndorf war zuletzt immer ein Kandidat für einen DM-Platz. Der TV Käfertal möchte nach zwei Medaillen in der Halle zeigen, dass mit ihm auch im Feld zu rechnen ist. Und der TSV Pfungstadt ist sowieso über jeden erhaben.

Der Deutsche Serienmeister aus Hessen ist auch gleich die erste Hürde für die Vaihinger an diesem Samstag (16 Uhr) auswärts. „Das wird eine schnelle Lehrstunde“, ist sich Markus Knodel sicher. „Ich kann mich nicht erinnern, wann die Pfungstädter letztmals ein Spiel in der Bundesliga verloren haben. Selbst erfahrene Teams tun sich schwer, gegen die Hessen überhaupt einen Satz zu holen.“ Zumal der TVV nur mit fünf Spielern nach Pfungstadt fährt – Jakob Mahn und Tobias Knodel im Angriff sowie Jacob Jungclaussen, David Fanz und Tobias Maurer in der Abwehr. Michael Knodel und Maximilian Zöhrer sind zeitgleich mit der U 18 unterwegs – wie auch Trainer Markus Knodel, so dass die Vaihinger in Hessen von Holger Jungclaussen betreut werden.

Was den Vaihingern am meisten fehlt, ist Erfahrung. „Die Jungs können ihren Weg gehen, vor allem wenn sie als Team zusammenbleiben. Der Schritt in die 1. Bundesliga ist halt sehr früh. Die Jungs brauchen noch Zeit“, berichtet Markus Knodel. Vor allem die Angreifer. „Wenn man ein paar Jahre spielt, sieht man, wie man die Gegner ausspielen kann. Das sind aber halt Erfahrungswerte“, sagt der TVV-Trainer. Deshalb hat er in der direkten Vorbereitung auf die Erstligasaison noch einmal speziell im Angabenbereich arbeiten lassen – vor allem an kurzen Bällen. Markus Knodel: „Die Mitte des Feldes ist der Bereich, der am schwersten zu erreichen ist.“ Deshalb sei er auch am besten geeignet, die gegnerischen Teams zu treffen. In der Abwehr stand dagegen Grundlagentechnik auf dem Programm. „Wir müssen die Bälle sauber hoch abwehren“, erklärt der TVV-Trainer.


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