VKZ: Vaihingen holt auch halbtote Bälle

TVV macht Klassenerhalt durch 3:2 gegen Tannheim perfekt

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 5. Februar 2018

Bis zuletzt – wie sich hinterher herausgestellt hat – haben die Faustballerinnen des TV Vaihingen um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Süd bangen müssen. Erst durch ein hart umkämpftes 3:2 gegen den SV Tannheim entledigten sich die Vaihingerinnen aller Abstiegssorgen und schossen die Tannheimerinnen in die zweite Liga.

 

Vaihingen. Eigentlich hatten die Vaihingerinnen alle Trümpfe in der Hand. Sie hatten vor dem letzten Spieltag der Bundesliga-Hallensaison zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und mit minus sechs ein im Vergleich zur Konkurrenz gutes Satzverhältnis. Doch dann gewannen die beiden hinter ihnen liegenden Mannschaften des TV Eibach und des TV Obernhausen jeweils beide Spieleund schoben sich am TVV und am SV Tannheim vorbei. Damit kam es in der Sporthalle am Alten Postweg zu einem Abstiegsendspiel zwischen den Vaihingerinnen und den Tannheimerinnen, nachdem beide gegen Dennach jeweils mit 0:3 verloren hatten.

 

Dass es aber auch für die Gastgeberinnen um so viel ging, schien ihnen anfangs gar nicht bewusst zu sein. Sie machten praktisch Dienst nach Vorschrift und spielten ihren Stiefel herunter. Ganz anders die Tannheimerinnen, die auf der anderen Seite der Leine um jeden Ball kämpften und das ein oder andere Mal sogar totgeglaubte Bälle wieder in die Spielhälfte der Vaihingerinnen brachten. Dennoch blieben die Gastgeberinnen immer im Spiel. Als ein Rückschlag von Klara Mahle Eva Grözinger über den Arm sprang und gleich im Anschluss Mahle mit einem kurzen Ball das 9:7 für den SVT folgen ließ, schien Satz eins gelaufen. Doch die Vaihingerinnen wehrten wenig später zwei Satzbälle ab und schickten den Durchgang so in die Verlängerung. In dieser avancierte Lena Mertz zur Heldin. Erst bei 12:13-Rückstand für Mahle eingewechselt, sorgte die Ersatzschlagfrau der Tannheimerinnen mit drei direkten Punkten für das 15:14 für den SVT.

 

Der verlorene Satz schien wie ein Weckruf für die Vaihingerinnen. Zu Beginn von Durchgang zwei setzten sie sich schnell auf 6:2 und 8:4 ab. Doch einige eigene Fehler und Mertz brachten die Tannheimerinnen zurück ins Spiel. Bei 9:9 hatten die Gäste wieder ausgeglichen. Den ersten Satzball für die Vaihingerinnen verwertete Grözinger durch einen Leinenfehler noch nicht. Doch im Anschluss geriet zuerst ein Zuspiel von SVT-Mittespielerin Simone Hummel zu lang. Dann landete eine Abwehr von Katharina Hammer in der Leine – 10:12.

 

Mit dem Rückenwind des gewonnenen Abschnitts hatten die Gastgeberinnen auch im dritten Satz zunächst alles unter Kontrolle. Schnell führten sie mit 4:1. Bei 6:5 und 7:7 liefen sie allerdings Gefahr, dass der Durchgang kippt. Doch die beiden TVV-Angreiferinnen, Marie-Therese Rothmaier und Grözinger, machten letztlich vier Punkte in Folge – 11:7.

 

Wer nun gedacht hatte, die Tannheimerinnen würden sich ihrem Schicksal ergeben, der sah sich getäuscht. Mit dem Mute der Verzweiflung – nur ein Sieg hätte ihnen die Möglichkeit zum Klassenerhalt offen gelassen – stemmten sich die Gäste gegen eine Niederlage. Mit Erfolg. Zunächst holten sie einen 2:5-Rückstand auf, dann sicherte Mahle dem SVT bei 10:9 einen Satzball und verwandelte diesen auch selbst zum 11:9.

 

„Nach dem verlorenen vierten Durchgang habe ich gedacht, wir verlieren“, berichtet TVV-Mannschaftsführerin Stefanie Späth. Doch als es darauf ankam, zeigten die Vaihingerinnen ihr größtes Kämpferherz. Nun gaben auch sie keinen Ball mehr verloren. „Wir haben am Ende richtig gut abgewehrt und sogar ein, zwei halbtote Bälle noch gerettet. Dadurch konnte Natalie Lochmahr sauber aufbauen. Und wenn Marie Rothmaier den Ball vorne an der Leine hat, macht sie auch den Punkt“, erklärt Späth. Zwar blieb es bis zum Schluss spannend, denn die Vaihingerinnen sind auch immer mal für eine Fehlerserie gut. Doch nicht in diesem Satz. Über 4:1 und 9:3 holten sie sich den Durchgang mit 11:4. „Wir haben die Motivation gut hochgehalten. Wenn das nicht der Fall ist, dann schleichen sich Fehler bei uns ein“, erzählt Späth.

 

Zuvor hatten die Vaihingerinnen gegen den TSV Dennach, der sich durch die beiden Erfolge gegen den TVV und Tannheim den Südtitel gesichert hat, mit 0:3 (6:11, 9:11 und 7:11) verloren. Zunächst hatte sich sogar ein richtiges Debakel angebahnt. Schnell lagen die Gastgeberinnen im ersten Satz mit 0:5 zurück. Doch dann waren sie im Spiel, verkürzten sogar auf 6:7. Letztlich schlichen sich in den entscheidenden Phasen immer wieder Fehler bei den Vaihingerinnen ein. Auch als sie im zweiten Satz den 9:9-Ausgleich erkämpft und im dritten Abschnitt mit 5:3 und 7:6 geführt hatten. „Wir haben ganz gut mitgehalten. Schade, dass wir uns nicht mit einem Satz belohnt haben. Da fehlt noch das letzte Fünkchen, an sich selbst zu glauben, und auch mal einen Ball zu holen, wenn es wehtut“ , berichtet TVV-Mannschaftsführerin Späth.

 

TV Vaihingen: Marie-Therese Rothmaier, Eva Grözinger, Natalie Lochmahr, Corinne Meyer, Stefanie Späth, Maximiliane Frölich.


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