VKZ: TVV-Faustballerinnen gehen am ersten Spieltag zwei Mal mit 0:3 unter

Vaihingen zeigt sich zunächst gegen den Liganeuling Stammheim komplett verunsichert und gibt sich anschließend gegen DM-Endrunden-Anwärter Eibach selbst auf

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 13. November 2017

 

Vaihingen. Die Faustballerinnen des TV Vaihingen sind gleich zum Auftakt der Hallenrunde der 1. Bundesliga Süd gehörig gestolpert. Sie verloren gegen den Liganeuling TV Stammheim mit 0:3 (9:11, 8:11 und 6:11). Anschließend mussten sie sich auch dem TV Eibach mit 0:3 (7:11, 1:11 und 2:11) geschlagen geben. „So schlecht habe ich die Vaihingerinnen noch nie spielen gesehen“, hörte man von dem einen oder anderen Zuschauer. Dennoch macht sich Mannschaftsführerin Stefanie Späth Mut: „Der erste Spieltag in der vergangenen Feldrunde war genauso grottig.“ Doch letztlich zogen sich die Vaihingerinnen selbst aus dem Schlamassel und sicherten sich souverän den Klassenerhalt.

 

Schon die Vorbereitung hatte nichts Gutes erahnen lassen. Natalie Lochmahr war erst kurz vor dem ersten Saisonspieltag ins Training eingestiegen. Und Corinne Meyer hatte auch ein paar Einheiten verletzungsbedingt passen müssen. „Wenn man nicht zusammen trainieren kann, dann passiert es halt, dass man auch gegen die Stammheimerinnen mit 0:3 verliert“, ärgert sich Späth. „Der erste Spieltag ist sowieso immer chaotisch, finde ich. Und wenn es dann auch noch chaotisch läuft, ist jeder verunsichert. Dann kommt es zu so dummen Fehlern. Es war nicht nur ein Mal, dass uns der Ball über den Arm gerutscht ist.“ Dabei waren die Vaihingerinnen noch recht gut in die Partie gekommen. Nach sechs Ballwechseln führten sie mit 4:2. Doch bei 7:7 hatten die Stammheimerinnen wieder ausgeglichen. Wenig später hatten sie sich bei 10:8 zwei Satzbälle erarbeitet. Den ersten vergab Jasmin Kienle noch durch einen Leinenfehler. Doch dann hämmerte Melanie Israel einen Ball ins Feld, so dass ihn Natalie Lochmahr nicht mehr zurückbekam.

 

Der verlorene Satz schien die Vaihingerinnen noch mehr zu verunsichern. Zu Beginn des zweiten Durchgangs bekamen sie fast kein Bein auf den Boden. Mal rutschte ihnen der Ball über den Arm. Dann fanden die TVS-Angreiferinnen Israel und Kienle die Lücke. Oder Eva Grözinger unterlief bei der Angabe ein Fehler, die mit dem Druck, einen Rückstand aufholen zu müssen, immer wieder Risiko ging. „Wir müssen die einfachen Bälle haben und dann sauber aufbauen, damit Eva nicht so häufig in der Angabe ist. Denn wer dauernd in der Angabe ist, verliert in der Regel das Spiel“, erklärt Späth. Die Vaihingerinnen kämpften sich zwar noch einmal bis auf zwei Punkte Rückstand heran. Doch der letzte Schritt, den Satz zu drehen, das gelang ihnen nicht.

 

Im dritten Abschnitt verringerten die Gastgeberinnen ihre Fehlerquote deutlich. Dennoch gerieten sie nach 2:2 mit 3:7 in Rückstand. Immer wieder hatten Israel und Kienle Lücken in der TVV-Abwehr gefunden. „Die Stammheimer Angreiferinnen haben das auch wirklich gut gemacht“, zollt Späth den Gegnerinnen Respekt. Der Vier-Punkte-Rückstand war letztlich eine zu große Hypothek. Bei 10:6 nutzten die Stammheimerinnen den ersten Matchball, da Grözinger einen Schmetterschlag ins Aus setzte.

 

„Jetzt müssen wir all das, was wir gegen Stammheim schlecht gemacht haben, gegen Eibach gut machen, um überhaupt eine Chance zu haben“, blickt Späth schon mit einem mulmigen Gefühl auf die zweite Partie. Doch zunächst präsentierten sich die Vaihingerinnen wie in vergangenen Tagen. Körpersprache und Stimmung – sie präsentierten sich im ersten Satz als gleichwertiger Gegner. „Da waren wir auch gut dran gegen so ein gutes Team wie Eibach und haben mitgespielt“, berichtet Späth. Dennoch fehlte das letzte Quäntchen. „In so einer Situation wie im ersten Durchgang, als wir bis zum 7:9 immer dran waren, hat auch die Ansage von außen, also von einem Trainer, gefehlt“, erklärt die TVV-Mannschaftsführerin. Doch nach dem 7:11 in Satz eins ging es ziemlich steil bergab. Den zweiten Durchgang begannen die Gastgeberinnen mit drei Angabenfehlern in den ersten drei Ballwechseln. Letztlich mussten sie sogar die ersten acht Punkte abgeben. Am Ende hatten sie den Abschnitt mit 1:11 verloren. Auch der folgende Satz begann katastrophal. Die erst 17 Jahre alte Angreiferin Svenja Schröder, die auch im erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft steht, und Christina Schieder fanden immer wieder Lücken. Bei 0:4-Rückstand war Grözinger schon wieder gezwungen, Risiko zu gehen, was aber nach hinten losging. Wieder gingen die ersten acht Punkte an die Eibacherinnen. Zwar schenkten die Gäste den Vaihingerinnen noch zwei Punkte durch zu lang geratene Zuspiele. Doch letztlich holte sich der TVE den Durchgang mit 10:2. „Das Problem war, dass bei uns jeder gegen jeden gespielt hat und wir nicht als Team aufgetreten sind“, ärgert sich Späth. „Wenn die Abwehr gegen den Schlag spielt und vice versa, dann kann es nicht funktionieren.“

 

TV Vaihingen: Eva Grözinger, Corinne Meyer, Stefanie Späth, Natalie Lochmahr, Maximiliane Frölich, Julia Igel.


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