VKZ: Kompaktestes Team wird Deutscher Meister

Vaihingen holt überlegen Titel in U 16 – TVV-Faustballer geben nur einen Satz ab, im Viertelfinale gegen TuS Wickrath

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 4. Oktober 2017

„Einige Spieler des Teams sind bereits Deutscher Meister. Zu dem Kreis wollten die anderen auch endlich dazugehören“, berichtet Markus Knodel. Das habe man gemerkt. „Die Jungs waren alle heiß“, fügt der TVV-Trainer hinzu. Mit nur einem Satzverlust im gesamten Turnierverlauf sicherten sich die U-16-Faustballer des TV Vaihingen in Hohenlockstedt den DM-Titel.

 

Hohenlockstedt/Vaihingen. Vielleicht hatte die eine oder andere Mannschaft bei den nationalen Titelkämpfen auf mancher Position mehr individuelle Klasse. Doch die U-16-Faustballer des TV Vaihingen präsentierten sich als kompaktestes Team in Hohenlockstedt. „Wir wollten unbedingt Deutscher Meister werden. Und relativ früh war klar, dass es kein Team gibt, das wir nicht schlagen können“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel.

 

Selbst der NLV Vaihingen war im Finale kein Stolperstein für die Enzstädter, obwohl die Stuttgarter ein „beeindruckendes Wochenende gespielt hatten“ (Markus Knodel). Vor allem Marc Löwe, der Hauptangreifer des NLV, lieferte das Turnier seines Lebens ab. Der U-18-Europameiter „war vielleicht der beste Angreifer des Turniers. In der Regel ist er aber etwas fehleranfällig. Doch sein Trainer meinte, er hat in Hohenlockstedt so gut gespielt wie vielleicht noch nie“, erklärt Markus Knodel. Dementsprechend entwickelte sich im Endspiel zunächst ein Schlagabtausch der beiden Angreifer – Löwe auf der einen, Michael Knodel auf der anderen Seite. „Marc hat super gepunktet. Doch Michael hat immer gekontert“, berichtet der TVV-Übungsleiter. „Letztendlich haben wir ein paar Bälle abgegraben. Das hat den Unterschied ausgemacht.“ Der erste Durchgang ging mit 11:9 an den TVV.

 

Im zweiten Satz wurden die Enzstädter dann vollends ihrer Favoritenrolle gerecht. „Wir haben am Anfang ein, zwei Bälle geholt und Jan Schiller hat ein paar Granaten gezogen. Dadurch waren wir schnell mit 5:1 vorne“, erzählt Markus Knodel. Nach einer Auszeit kamen die Stuttgarter zwar wieder besser ins Spiel und verkürzten auf 4:5. Doch die Enzstädter zogen wieder auf zwei, frei Bälle davon. „Dann haben wir noch ein paar Schlagfehler von Marc erzwungen und letztlich den Durchgang souverän mit 11:7 geholt“, erklärt der TVV-Übungsleiter.

 

Es war „das beste Spiel von uns“, lobt Markus Knodel. Selbst Maximilian Zöhrer biss im Endspiel auf die Zähne. Der Abwehrspieler hatte im Viertelfinale bei einem Zusammenprall mit Jan Schiller einen schmerzhaften Pferdekuss abbekommen. Nachdem er im Halbfinale ausgesetzt hatte, um sich zu schonen, „hat er im Endspiel wieder unter Schmerzen mitgespielt. Und das war wichtig. Er hat klasse gespielt – wie alle anderen auch“, erklärt Markus Knodel.

 

Das Finale war aber nur der Höhepunkt eines überragenden Wochenendes. Die Vaihinger haben sich von Spiel zu Spiel während des Turniers gesteigert. In der Vorrunde hatten sie sich aber noch nicht wirklich als Mannschaft gefunden. Als Beispiel nannte Markus Knodel Mittemann Jacob Jungclaussen, der in den vergangenen Wochen wegen der U-18-DM und einer Studienfahrt nur wenige Male im Training war. „Bei ihm hat man am Anfang gemerkt, dass er etwas unsicher war. Ihm hat die Sicherheit gefehlt“, berichtet Markus Knodel. Die kam aber Spiel für Spiel wieder zurück. „Im Finale war er richtig gut“, erklärt der TVV-Übungsleiter.

 

Trotz dieser Bürden wurde es in der Vorrunde für die Vaihinger nie wirklich eng. Sie setzten sich gegen den TSV Bayer Leverkusen mit 11:7 und 11:7, gegen den TV Hallerstein mit 11:3 und 11:8, gegen den Großenasper SV mit 11:8 und 11:5, gegen den ersatzgeschwächten TV Brettorf mit 11:4 und 11:9 sowie gegen den TB Oppau mit 12:10 und 11:2 durch. „Wir haben in allen Spielen durchgewechselt. So auch gegen Oppau. Doch gegen den TB lief es im ersten Satz nicht ganz so gut bei uns, während die Oppauer einige gute Schläge getroffen haben“, berichtet Markus Knodel. „Wir haben im ersten Durchgang aber unsere Satzbälle nicht gleich genutzt, weshalb es in die Verlängerung ging. Das war ein bisschen knapper als gewünscht. Wir waren aber schon Gruppenerster, wodurch wir direkt fürs Viertelfinale qualifiziert waren. In Durchgang zwei ging es dann ganz schnell. Die Oppauer haben ihre Leistung aus dem ersten Satz aber nicht rüberretten können.“

 

Im Viertelfinale hatten die Vaihinger Lospech. Sie trafen auf den TuS Wickrath, von dem schon mehrere Spieler zu Nationalmannschaftslehrgängen eingeladen waren. Doch die Vaihinger begannen druckvoll und ließen in der Abwehr nichts zu. „Dadurch unterliefen den Wickrathern einige Schlagfehler, da sie höheres Risiko gehen mussten, was den Druck wiederum erhöhte“, erklärt Markus Knodel. Mit 11:6 ging Durchgang eins an den TVV. Im zweiten Satz schlichen sich dann aber einige Unkonzentriertheiten bei den Enzstädtern ein. „Vielleicht hatten wir das Spiel mental schon abgehakt und sahen uns bereits im Halbfinale“, berichtet der Vaihinger Trainer. „Das wurde bestraft.“ Mit 11:9 holte Wickrath den zweiten Abschnitt. Doch dann legten die Vaihinger den Schalter wieder um. Markus Knodel: „Es bestand die Gefahr, dass uns das Spiel entgleitet. Doch wie sind in der Abwehr wieder sicher gestanden und haben im Angriff konzentriert und druckvoll gespielt. Dadurch haben wir die Wickrather wieder zu Fehlern gezwungen.“ 11:3 hieß am Ende für den TVV.

 

„Das schwere Los im Viertelfinale gegen Wickrath hat uns für das Halbfinale wieder Glück gebracht. Der TV Eibach war der einfachste Gegner aller drei Halbfinalisten“, erklärt Markus Knodel. „Wir haben gegen die Nürnberger noch nie verloren. Dadurch hatten sie schon einigen Respekt vor uns. Außerdem hat der TVE einen relativ kleinen Angreifer, der nicht so druckvoll schlägt, sondern viel mit dem Auge macht.“ Das wirkte sich direkt zu Beginn aus. Nachdem Michael Knodel mit der ersten Angabe einen Punkt erzielt hatte, unterliefen den Eibachern drei Angabenfehler. Das setzt die Nürnberger noch mehr unter Druck. Mit 11:4 sicherte sich der TVV den ersten Satz.

 

Auch im zweiten Durchgang gaben sich die Vaihinger keine Blöße. „Wir mussten eigentlich gar nicht viel tun und waren dennoch mit 9:6 vorne. Nach einer Eibacher Auszeit haben die Nürnberger den Satz dann mit zwei Angabenfehlern beendet“, erzählt Markus Knodel. „Da wir gut gestanden sind, mussten sie mehr Druck machen. Das ging aber nach hinten los. Sie waren fast etwas hilflos.“

 

TV Vaihingen: Michael Knodel, Jan Schiller, Jacob Jungclaussen, Maximilian Zöhrer, Jakob Mahn, Andreas Knodel, Karl Toberer.


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