VKZ: U18 quält sich zum Turniersieg

Obwohl die Vaihinger mit angezogener Handbremse spielen, ist dem TVV bei süddeutscher Meisterschaft niemand gewachsen

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 25. Juli 2017

 

So richtig glücklich ist Kolja Meyer nach dem Sieg der U-18-Faustballer des TV Vaihingen bei der süddeutschen Meisterschaft auf heimischen Platz nicht gewesen. Vieles war noch Stückwerk bei der Mannschaft, die in der Halle vor wenigen Monaten Deutscher Meister geworden ist.

 

Vaihingen. Es waren viele Unkonzentriertheiten und leichte Fehler im Spiel der U-18-Faustballer des TV Vaihingen. Mal rutschte schon der erste Ball über den Arm und landete im Aus. Dann versprang das Zuspiel zu Hauptangreifer Johannes Jungclaussen, der mit viel Übersicht und noch mehr technischem Können aber meist sogar noch etwas daraus machen konnte. Doch insgesamt taten sich die Vaihinger schwerer als angenommen, zumal mit Johannes Jungclaussen und Jakob Kilpper zwei Stützen der deutschen U-18-Nationalmannschaft im Kader standen, die erst vor rund zwei Wochen Europameister geworden war. Und Max Winkler, so wurde es unter den Zuschauern gemunkelt, hätte von seinem Leistungsvermögen eigentlich auch den Sprung in den EM-Kader schaffen müssen.

 

Deshalb wirkte Trainer Kolja Meyer, der die U 18 des TVV zusammen mit Alexander Perleß betreut, auch relativ ratlos. „Die Spieler hatten nicht ganz den Kopf frei und haben sich nicht auf das Wesentliche konzentriert“, ärgert sich der Übungsleiter, nahm aber sein Team gleich darauf in Schutz: „Wir sind als Team noch nicht zusammengewachsen, da wir bisher in dieser Saison auf verschiedene Trainingsgruppen aufgeteilt waren. Es war außerdem nicht hilfreich, dass zwei Spieler und ich als Trainer zehn Tage mit der U-18-Nationalmannschaft unterwegs war.“ Die Abstimmung untereinander sei aber das A und O. Meyer: „Wenn man als Team zusammengewachsen ist, dann darf auch mal ein schlechter Ball kommen. In der Regel kann man das noch ausgleichen.“ Was ihn allerdings wunderte, war, dass noch nicht einmal die Einzelleistungen auf gutem Niveau waren. „Dass Absprachen nicht funktionieren, wenn man kaum zusammen trainiert, kann ich verstehen. Aber die Einzelleistungen waren nicht überzeugend“, erklärt der TVV-Trainer.

 

Bei den Vaihingern reihte sich zeitweise Fehler an Fehler. Vor allem im Auftaktspiel gegen den TSV Gärtringen (2:0) und im Halbfinale gegen den TV Segnitz (2:0). „Das waren unsere schlechtesten Spiele“, berichtet Meyer. Danach lieferten die Vaihinger aber gegen den SV Kubschütz, einen der stärksten Gegner im Turnier, ein „gutes Spiel“ (Meyer) ab – 2:0. „Das hat einen aber auch nicht wahnsinnig vom Hocker gerissen“, fügt der Übungsleiter hinzu. Zum Abschluss der Vorrunde schlugen die Vaihinger noch den TSV Unterpfaffenhofen-Germering mit 2:0. Meyer: „Da haben wir einige gute Einzelleistungen gesehen.“

 

Wenigstens haben die Vaihinger das Finale gegen den NLV Vaihingen mit 2:1 für sich entschieden, obwohl sie das DM-Ticket schon in der Tasche hatten. „Hochklassige Spiele mit unserer Formation zu bekommen, ist nicht leicht. Deshalb müssen wir jedes Spiel auf hohem Niveau mitnehmen“, hatte Meyer noch vorher gesagt und ergänzte hinterher: „Da wir das Finale gewonnen haben, sind wir bei der DM mit dem TV Brettorf in einer Gruppe. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf die stärkste Mannschaft im Teilnehmerfeld – die Brettorfer sind in der Halle Deutscher Vizemeister geworden – im Halbfinale treffen.“

 

TV Vaihingen: Johannes Jungclaussen, Jakob Kilpper, Nils Kersch, Max Winkler, Jacob Jungclaussen, Jakob Mahn, Nils Hantke, Simeon Müller.


Kommentar verfassen