VKZ: Faustballer zittern sich in Waldrennach zum Klassenerhalt

TV Vaihingen gewinnt Entscheidungssatz gegen den TVW mit 11:9 und kann jubeln – TSV Pfungstadt gestern nicht zu schlagen

Von Ralph Küppers Erstellt: 26. Juni 2017

Es war ein ganz wichtiger Sieg, den die Faustballer des TV Vaihingen am Samstagabend in Waldrennach gefeiert haben. Doch es war alles andere als einfach, auf dem welligen Platz mit motivierten Gastgebern zu gewinnen. Die Entscheidung fiel im neunten Satz mit 11:9 für den TVV. Damit ist der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Süd so gut wie gesichert, wenn auch rechnerisch noch nicht wasserdicht.

 

Vaihingen. „Wie erwartet, war es jetzt viel enger als im Hinspiel“, analysiert Marco Lochmahr. Der Spielertrainer des TV Vaihingen hatte schon vor der Fahrt in den Schwarzwald erklärt, dass die Waldrennacher bei ihrer 0:5-Niederlage am Alten Postweg einen schlechten Tag erwischt hatten. „Die Gegner haben dieses Mal viel weniger Fehler gemacht als im Hinspiel“, sieht sich Lochmahr bestätigt. „Wir haben lange gebraucht, bis wir gepunktet haben. Und wir haben viel zu lange gebraucht, um aus der eigenen Angabe zu kommen.“ Dennoch lief es in den Sätzen eins und drei gut für den TVV. Die Ergebnisse von 11:5 und 11:7 sprechen für sich. Dazwischen gewannen allerdings die Gastgeber mit 11:8 zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

 

Nach der ersten Pause zog der TV Vaihingen mit einem weiteren 11:7-Satzgewinn auf 3:1 davon. Da waren die Gäste allerdings schon um einen Mann dezimiert – um einen möglicherweise spielentscheidenden. „Marc Krüger hat sich nach seiner Fußverletzung jetzt an der Wade verletzt“, berichtet Lochmahr. „Ohne ihn war es für Kolja Meyer schwer.“ Denn im Lauf eines langen Spiels lernen auch unbekannte Gegner den einzigen Hauptschlag einer Mannschaft und seine Tricks so gut kennen, dass er sie kaum noch überraschen kann. „Die große Stärke von Waldrennach dagegen ist, dass die Mannschaft drei Angreifer hat, die alle gutes Niveau spielen können. Da herrscht schnell leichte Verwirrung, welcher Schlag dieses Mal kommt.“ Das gelte für den Angriff, noch mehr aber für die Angabe. Mit nur noch einem etatmäßigen Schlagmann im Team taten sich die Vaihinger etwas schwerer. Doch Meyer brachte vollen Einsatz und kam so immer wieder durch. Selbst als Waldrennach die Aufstellung in ein W änderte, indem der Mittelmann vorgezogen wurde, wusste er sich zu helfen. Allerdings musste der TVV in vielen Sätzen erst einmal ein paar Punkten Rückstand hinterherlaufen, ehe es wieder lief. Nach der 3:1-Führung glich Waldrennach auf 3:3 aus, jeweils mit 11:7.

 

Nach der nächsten Pause erkämpfte sich Vaihingen eine 8:6-Führung. Ein Ass von Meyer, ein weiterer direkter Punkt aus seiner Angabe zum 10:7 und schließlich eine Waldrennacher Angabe ins Aus bedeuteten das 4:3 nach Sätzen. Doch dann hatte der vorher so sichere Angabenschläger eine kleine Durststrecke. Drei Fehler in Folge, mal zu lang und mal in die Leine, bedeuteten gleich wieder deutlichen Vorsprung für Waldrennach. Beim 6:2 für die Gastgeber fiel der Ball verdächtig nah ins Aus, wurde von den Linienrichtern aber gut gegeben. Vaihingen kämpfte sich auf 6:7 ran – vor allem lief und hechtete sich einer für den anderen – aber ein paar spektakuläre Ballwechsel später stand es 7:11 aus Vaihinger Sicht. Ein Ass von Jeremy Wuhrer beendete den Satz. Es folgte ein heiß umkämpfter Entscheidungsdurchgang. Den Punt zum 3:2 für Waldrennach kommentierte sogar der Stadionsprecher so: „Auch dieser Ball auf der Linie, jedenfalls geben es die Linienrichter so an.“ Lochmahr sprach später von „zwei groben Fehlentscheidungen“. Vaihingen geriet mit 3:5 in Rückstand. Einmal erhechtete Lochmahr den Ball, kam aber mehr weit genug unters Spielgerät, so dass es seitlich wegsprang. Den Punkt zum 5:5 holte Meyer mit einem Schlag auf die Linie, dieses Mal auf der Schiedsrichterseite. Ab diesem Moment geriet Vaihingen nicht mehr in Rückstand. Zwar betrug der Vorsprung nie mehr als zwei Punkte, doch den zweiten von zwei Matchbällen verwertete Meyer mit einem Ass zum 11:9.

 

Gegen den Deutschen Meister TSV Pfungstadt war gestern kein Kraut gewachsen. Lediglich im dritten der fünf Sätze wurde es mit 9:11 ungewöhnlich eng.


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