VKZ: TVV nutzt Rosenheims Schwäche


Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 21. November 2016

MTV präsentiert sich beim 2:5 in Vaihingen abwehrschwach und mit vielen Fehlern in Angabe

Vaihingen. Die Faustballer des TV Vaihingen bleiben neben dem TSV Pfungstadt das einzige ungeschlagene Team in der noch sehr jungen Hallenrunde der 1. Bundesliga Süd. In ihrem zweiten Spiel besiegte die Mannschaft um Spielertrainer Marco Lochmahr den MTV Rosenheim mit 5:2 (11:6, 12:10, 10:12, 11:2, 11:7, 7:11 und 11:7). Zwar zeigten die Vaihinger eine gute Leistung. „Ich führe im Training oft Statistik, wie viele Punkte und wie viele Fehler ein Angreifer macht. Das hat zum Umdenken geführt. Wir spielen den Ball oftmals einfach fehlerfrei über die Leine, statt Risiko zu gehen. Denn bis auf Pfungstadt bekommt man in der Regel eine Chance zu einem weiteren Angriff“, berichtet Lochmahr. Doch die Vaihinger profitierten auch von der Schwäche der Rosenheimer. „Wie die Sätze heute ausgegangen sind, hing zu einem großen Teil davon ab, wie die Rosenheimer gespielt haben. Sie sind über weite Strecken der Partie weit unter ihren Möglichkeiten geblieben. Die Abwehr war unterirdisch schlecht und die Angabe zu fehlerbehaftet“, analysiert TVV-Spielertrainer Lochmahr. Rosenheims Hauptangreifer Steve Schmutzler schenkte den Vaihingern alleine 16 Punkte, weil er seine Angabe in die Leine oder ins Aus schlug. Und auch beim Rückschlag präsentierte sich der Nationalspieler ungewohnt schwach.

 

Gleich im ersten Satz schenkte Schmutzler nach einem Ball ins Aus von Johannes Jungclaussen und einem Ass von Marc Krüger die ersten beiden Punkte. Seine erste Angabe ging ins Aus. Die zweite streifte die Leine. In der Folge setzten sich die Vaihinger auf 6:2 ab. Diesen Vorsprung ließen sie sich nicht mehr nehmen. Mit einer fehlerhaften Annahme gaben die Rosenheimer den ersten Durchgang mit 6:11 ab.

 

Im zweiten Satz wurde es auf Seiten der Bayern kaum besser. Wieder kam Schmutzlers erste Angabe nicht. Der Angreifer schlug sie in die Leine. Weitere Fehler auf Seiten der Rosenheimer folgten, so dass die Vaihinger wieder davonzogen, dieses Mal auf 5:2. Doch dann schlichen sich auch bei den Gastgebern einige Fehler ein, so dass die Rosenheimer bei 9:8 in Führung gingen und sich bei 10:8 zwei Satzbälle erspielt hatten.

 

Doch zwei erfolgreiche Rückschläge von Krüger und Jungclaussen sowie ein Rettungsversuch von Schmutzler, der ins Aus ging, brachten den Vaihingern den Satz noch mit 12:10. „Die ersten beide Sätze haben wir vor allem deshalb gewonnen, weil den Rosenheimern viele Fehler unterlaufen sind“, berichtet Lochmahr.

 

In Durchgang drei präsentierte vor allem Schmutzler ein ganz anderes Gesicht. Im gesamten Satz unterlief ihm nur ein Fehler. Dementsprechend ausgeglichen verlief der Abschnitt auch. Bei 10:8 hatten die Vaihinger Satzbälle. Doch vier Punkte der Rosenheimer in Folge sicherte ihnen den Durchgang mit 12:10.

 

Nach der ersten Pause – die Vaihinger hatten Kolja Meyer für Jungclaussen gebracht – hatten die Gäste erst einmal nichts zu melden. Mit 11:2 holten sich die Gastgeber den vierten Durchgang. Ebenso souverän ließen sie die 4:1-Führung nach Sätzen folgen. Und auch den nächsten Abschnitt dominierten die Vaihinger zunächst. Schnell hatten sie sich eine 7:4-Führung erarbeitet. „Dann haben wir aber keinen ordentlichen Spielzug mehr hinbekommen. Bei der ersten Abwehr ging der Ball entweder an die Decke oder wurde zu flach nach vorne gespielt. Ich denke, wir hatten den Satz und das Spiel schon abgehakt“, ärgert sich Lochmahr. Das rächte sich. Die Rosenheimer holten sich den sechsten Durchgang noch mit 11:7.

 

Doch wieder tat die Pause den Vaihingern gut. Denn im siebten Satz ließen sie zunächst wieder kaum etwas anbrennen. 7:2 lautete die schnelle Führung. Und die ließen sie sich nicht mehr nehmen – 11:7. „Wir haben unser Ritual in den Satzpausen umgestellt. Früher haben wir uns immer sieben, acht Minuten wieder eingespielt. Jetzt gehen wir erst mal in die Kabine, ruhen uns etwas aus und besprechen ein paar Dinge. Dann spielen wir uns nur noch zwei, drei Minuten ein. Damit sind wir jetzt nach den Pausen besser wieder da“. erklärt Lochmahr.

 

TV Vaihingen: Johannes Jungclaussen, Krüger, Lochmahr, Wörsinger, Kilpper, Meyer, Winkler, Tobias Rommel.


Kommentar verfassen