VKZ: TVV treibt den Umbruch konsequent weiter voran

Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 11. November 2016


Der TV Vaihingen steht in der 1. Faustball-Bundesliga vor dem nächsten Schritt des Umbruchs. „Wir verfolgen das gleiche Ziel wie in den vergangenen Jahren. Wir wollen den jungen Spielern mehr Spielanteile geben“, erklärt TVV-Spielertrainer Marco Lochmahr.

 

Vaihingen. „In Abstiegsgefahr werden die ausgewiesenen Hallenspezialisten in dieser Saison auf keinen Fall kommen und vorne mitspielen“, lautet die Einschätzung von Nick Trinemeier, dem Nationalangreifer des TV Käfertal, auf der Homepage der Deutschen Faustball-Liga (DFBL). Platz drei lautet sein Fazit. „Unter der Prämisse, dass wir den jungen Spielern mehr Spielanteile geben wollen, ist nicht davon auszugehen, dass wir so viele Siege holen werden, um auf Platz drei zu landen. Rang sechs bis vier ist relatistisch“, widerspricht TVV-Spielertrainer Marco Lochmahr. Denn der Umbruch, den die Vaihinger in der Feldsaison 2016 eingeläutet haben, soll konsequent vorangetrieben werden. Deshalb stehen mit den Angreifern Johannes Jungclaussen und Jakob Kilpper sowie Abwehrspieler Max Winkler drei Akteure im Kader, die in diesem Jahr noch in der U 18 gespielt haben.

 

Vor allem auf Jungclaussen ruhen hohe Erwartungen. „Mit Johannes haben wir zwar einen Angreifer, der mit seinen 1,73 Meter zu den kleineren Angreifern in der Liga gehört. Dadurch werden wir am Block und bei Bällen, die direkt auf der Leine liegen, nicht mehr so stark sein. Deshalb würde ich uns auch nicht mehr das Attribut Hallenmannschaft zuschanzen“, berichtet Lochmahr. „Doch andere Stärken können die schwächere Blockleistung durchaus ausgleichen. So schafft es Johannes schon sehr gut, Bälle, die weiter weg von der Leine gestellt sind, konstant und präzise in die Lücken zu schieben.“

 

Wie genau Lochmahr die Mannschaft aber an jedem Spieltag – und auch zum Saisonauftakt gegen den FBC Offenburg an diesem Sonntag (15 Uhr) in der Sporthalle am Alten Postweg – aufstellen wird, „das weiß ich noch nicht“, erklärt der TVV-Spielertrainer. „Ich kann mir zum Beispiel eine geteilte Lösung vorstellen. So könnte der nominelle Zweitangreifer vorne rechts die Angaben schlagen. Das ist nämlich noch nicht Johannes’ Stärke.“ Klar ist aber auch, es gibt gewisse Gegner, gegen die müssen die Vaihinger gewinnen, wollen sie nicht absteigen. „Gegen diese Mannschaften werden wir dann das stärkste Team an diesem Tag aufbieten. Das kann dann auch mal nur aus den erfahrenen Spielern bestehen.“

 

Zwei Kandidaten, gegen die die Vaihinger jeweils vier Punkte einfahren sollten, sieht Lochmahr im TV Stammheim und im TV Unterhaugstett. „Gegen die Stammheimer müssen wir gewinnen, wenn wir nicht absteigen wollen – ebenso wie gegen die Unterhaugstetter“, erklärt der Übungsleiter. „Vorneweg werden der TSV Pfungstadt und der TV Schweinfurt-Oberndorf marschieren. Den dritten Platz traue ich dem FBC Offenburg – er hat eine starke Feldsaison gespielt – oder dem MTV Rosenheim zu, der als DM-Ausrichter noch mal alles geben wird. Alle anderen Teams plus entweder Offenburg oder Rosenheim sehe ich auf Augenhöhe.“

 

Dementsprechend ungelegen kommt dem TVV-Spielertrainer, dass die Vaihinger zu Hause gegen die Offenburger in die Saison starten. „Wenn wir verlieren, ist das kein Beinbruch. Die wirklich wichtigen Spiele kommen erst im Lauf der Runde. Aber es ist ein Heimspiel. Somit wäre ein Erfolg auf psychologisch wichtig“, sagt Lochmahr. „Aber mir wäre lieber gewesen, wir hätten gegen Pfungstadt oder Schweinfurt begonnen. Da hätte jeder gewusst, das es ein Spiel zum Reinkommen gewesen wäre.“

 

Aber die Vaihinger sind wieder heiß auf Faustball. „Im Sommer haben wir rund vier Wochen komplett überhaupt nichts gemacht. Danach hat jeder individuell gearbeitet, und wir haben uns einmal in der Woche für was Spaßiges wie Radfahren getroffen. Das war vor allem für alle, die schon beruflich eingespannt sind, eine große Entspannung, nicht mehrmals in der Woche in die Halle oder ins Fitnessstudio hetzen zu müssen“, berichtet Lochmahr. „Da hat man hinterher gemerkt, dass die Lust wieder da ist. Eigentlich trainieren wir bis 22.15 Uhr. Doch es gab etliche Situationen, in denen einige Spieler noch einen weiteren Satz spielen wollten, obwohl das Training offiziell zu Ende war.“


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