VKZ: Die TVV-Abwehr ist nicht stabil genug


Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, 15. August 2016

 

Vaihinger Faustballerinnen unterlaufen bei der Ballannahme und beim Zuspiel gegen Ahlhorn zu viele Fehler – 0:3 im Qualifikationsspiel

Bereits nach dem Qualifikationsspiel bei der DM Endrunde ist für die Faustballerinnen des TV Vaihingen Endstation gewesen. Sie verloren gegen den Ahlhorner SV mit 0:3 (8:11, 8:11 und 14:15). „Die Sätze waren zwar eng. Dennoch waren die Ahlhornerinnen zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, das Spiel zu verlieren“, sagt TVV-Spielertrainerin Marie-Therese Rothmaier.

 

Bredstedt/Vaihingen. Es waren schwierige Bedingungen in Bredstedt. Nahe der Nordseeküste herrschten am Wochenende fast Konditionen wie im April. „Es hat immer mal wieder zehn Minuten lang geregnet. Dann kam wieder die Sonne raus“, berichtet Marie-Therese Rothmaier. „Aber es war sehr windig und recht kühl.“ Trotz des tiefen Bodens und des Winds kamen die Vaihingerinnen ganz gut in die Partie. Schnell führten sie mit 4:1. Rothmaier, Vaihingens Hauptangreiferin, war immer wieder mit langen Bällen zwischen die beiden Abwehrspielerinnen des ASV erfolgreich. Doch mit zunehmender Spieldauer kamen die Ahlhornerinnen immer besser mit den Verhältnissen zurecht. Bei 5:5 war der erste Satz wieder offen. Dann schlichen sich die ersten Fehler bei den Vaihingerinnen ein – und die Niedersächsinnen zogen auf 7:5 davon. „Wenn der Gegner mit jeder Angabe punktet – und da waren teilweise nicht sonderlich schwere Bälle dabei –, dann muss man in der Angabe mehr Risiko gehen“, berichtet Rothmaier. Doch das war auch wieder fehlerbehaftet. So verpuffte ein Konter der Vaihingerinnen. Und der Satz ging mit 11:8 an den ASV.

 

Im zweiten Durchgang zeigte sich mehr oder weniger das gleiche Bild. Zunächst ging es hin und her. Mal legte die eine Mannschaft vor und die andere zog nach, mal umgekehrt. Bis 4:4 waren beide Teams auf Augenhöhe. Dann verschafften sich die Ahlhornerinnen wieder einen kleinen Vorteil – 6:4. Die Vaihingerinnen wechselten, brachten Eva Grözinger für die Angaben. Diese Maßnahme zeigte zunächst Wirkung. Bei 7:7 hatten die Enzstädterinnen den Spielstand wieder egalisiert. Doch dann schlichen sich wiederum relativ leichte Fehler ein. Und die Ahlhornerinnen machten den Sack zu – 11:8. „Sie hatten einfach am Ende des Satzes die Routine, mit ihrer Erfahrung den Durchgang nach Hause zu bringen“, zollt Rothmaier ihren ehemaligen Mannschaftskameradinnen Respekt.

 

Auf im dritten Satz zeigten beide Teams Probleme in der Annahme. Für beide Mannschaften ungewohnt viele Bälle sprangen über den Arm. Doch weil den Ahlhornerinnen ein paar Patzer weniger unterliefen, hatten sie sich bei 8:5 wieder einen kleinen Vorsprung erarbeitet. Doch die Vaihingerinnen gaben sich nicht auf. Bei 9:9 waren sie wieder im Spiel. Nach dem nächsten Ballwechsel hatten die Ahlhornerinnen dennoch den ersten Matchball. Den wehrten die Vaihingerinnen zwar ab. Doch wieder legten die Ahlhornerinnen vor. Wieder ohne Erfolg. Dann haben sogar die Vaihingerinnen einen Satzball. Doch auch der blieb ungenutzt. So musste irgendwann der allerletzte Ball entscheiden. Und der ging an die Ahlhornerinnen, die durch das 15:14 im dritten Durchgang nach rund 50 Minuten im Halbfinale stehen. „In der entscheidenden Phase im dritten Satz waren zwei Zuspiele von links fast am rechten Pfosten. Da kann man dann als Schlagfrau kaum noch Druck aufbauen. Außerdem unterlief uns der ein oder andere Stockfehler in der Schlussphase“, ärgert sich Rothmaier. „Denn diesen Satz hätten wir eigentlich holen können.“

 

Allerdings wäre das vermutlich nur Ergebniskosmetik gewesen. Denn über den gesamten Spielverlauf hatten sich zu viele Fehler bei den Vaihingerinnen eingeschlichen. „Wir hätten ein, zwei Bälle mehr aus der Abwehr holen müssen. Es ist schwer, nur aus der Angabe zu überleben. Und schließlich gibt es keine Schlagfrau, die eine Hundert-Prozent-Quote aufweist“, analysiert Rothmaier.

 

Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen. Und so fieberte die ehemalige ASV-Angreiferin mit den Ahlhornerinnen mit, die bis ins Finale einzogen. Doch verspielten sie allerdings eine 2:1-Satz-Führung und unterlagen dem TV Jahn Schneverdingen mit 2:3 (siehe „Ahlhorner SV zeigt Nerven“).

 

TV Vaihingen: Rothmaier, Grözinger, Reimers, Lochmahr, Meyer, Späth, Kühner, Frölich.

 


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