VKZ: Wenigstens gegen Stammheim gelingt Sieg


von: Ralph Küppers, Vaihinger Kreiszeitung, 27. Juni 2016

Faustballer des TV Vaihingen gewinnen auch das Rückspiel im Südderby der 1. Bundesliga mit 5:0 – Niederlage in Wünschmichelbach

Den bitter benötigten Sieg gegen den TV Stammheim haben die Vaihinger Faustballer zwar eingefahren, aber sie müssen trotzdem bis zum letzten Spiel der Saison um den Klassenerhalt bangen. Nach einem klaren 5:0-Sieg am Freitagabend kassierte der TV Vaihingen gestern eine ebenso deutliche Niederlage in Wünschmichelbach.

 

Vaihingen. Es war eine lange Durststrecke, ehe die Faustballer des TV Vaihingen am Freitag endlich wieder einen Sieg in der 1. Bundesliga Süd bejubeln durften. Für die in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnten Spieler und ihre Fans – immerhin säumten rund 100 Zuschauer das Spielfeld beim Derby – bedeutete das 5:0 gegen Stammheim eine der letzten Chancen, noch die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einzusammeln. Im ersten Satz legten die Vaihinger gleich gut vor und retteten ihren Vorsprung zum 11:8 ins Ziel.

 

Der zweite Durchgang verlief völlig offen. Doch beim Stand von 7:7 machten die Gastgeber zwei Punkte, woraufhin Stammheims Trainer Alwin Oberkersch eine Auszeit nahm. Die brachte allerdings nicht den gewünschten Effekt. Beim Satzball mussten die Vaihinger nicht einmal mehr ins Spiel eingreifen, weil eine Leinenangabe für die Entscheidung sorgte (11:7). Im dritten legte erneut Vaihingen vor, führte schnell mit 5:2. Doch dann musste Marc Krüger zweimal zu weit nach vorne, um den Ball zu erreichen und schlug einmal mit der Hand und einmal den Ball in die Leine. Fehler der Stammheimer führten zur 7:4-Führung des TVV, doch ebenso schnell kamen die Gäste wieder auf 6:7 heran. Der TV Vaihingen tauschte durch, Trainer Marco Lochmahr brachte Kolja Meyer für Johannes Jungclaussen. Kurzzeitig hatte dies Erfolg. Meyer mit seiner riesigen Reichweite an der Leine konnte dem Ball auch im letzten Augenblick noch eine andere Flugrichtung geben. So auch beim Spielzug, der zum 10:6 führte. Nach einer etwas verunglückten Annahme rettete die Vaihinger Mannschaft noch gut und spielte im nächsten Anlauf den Ball so handgerecht zu Meyer, dass er das Spielgerät der Leine entlang versenkte und dabei auch noch seinen Gegenspieler auf dem falschen Fuß erwischte.

 

„Die Stammheimer haben sich aber sehr schnell auf Koljas Diagonalbälle eingestellt“, sagt Trainer Lochmahr. „Es gibt aber auch kaum einen Stammheimer, der nicht mindestens schon 20 Mal gegen uns und Kolja gespielt hat. Da kann man sich gut aufeinander einstellen. Wir hätten ein paar Bälle auch sauber in die Gasse spielen müssen.“ Das gelang eher selten. Doch auch nach der Pause legten die Gastgeber wieder gut vor. Zwar hatte Stammheims Steffen Kowalik Glück, als er einen gewagten Ball schon beim zweiten Mannschaftskontakt rückwärts der Leine entlang in die Vaihinger Spielfeldhälfte schlug und damit auf 2:2 ausglich. Doch dann zog der TVV auf 9:2 davon. „Stammheim hatte zu wenig Druck aus Angabe und Rückschlag“, analysiert Lochmahr. „Von Anfang an haben wir den Ball oft gut aufnehmen können und waren dann selbst am Zug. Dabei haben vor allem Marc Krüger und Jaro Jungclaussen sehr gut gespielt.“ Überhaupt stand die Vaihinger Mannschaft defensiv gut und erreichte fast alle Bälle. Nur als im vierten Satz der Vorsprung allzu groß geworden war, klappte zunächst nicht mehr viel. Meyer schlug einen Ball lang ins Aus, Krüger die nächste Angabe ebenfalls. Mit erneut vollem Risiko wurde aber die nächste Angabe zum Ass, was beim Stand von 10:4 sechs Satzbälle bedeutete. Als es nur noch 10:7 stand, nahm Lochmahr eine Auszeit. Danach servierte Krüger ein Ass – 11:7.

 

Der fünfte Satz begann mit einer 4:0-Führung. Aus der Erfahrung des vorherigen Durchgangs ermunterten sich die Vaihinger Spieler gegenseitig: „Vorsprung vergrößern!“ Das 5:0 lag schon in der Luft, doch Jaro Jungclaussen nahm einen Ball noch an, der weit ins Aus gegangen wäre. Auch wenn die Annahme gelang, so landete doch Meyers Rückschlag im Aus, was die Stammheimer auch rechtzeitig erkannten und zurückzogen. In der Folge ging der Spielstand hüben wie drüben punktweise nach oben. Immer wieder wurden Schläge von Meyer direkt aus der Luft angenommen und noch relativ gut an die Leine gebracht. Als Vaihingen nach 6:2-Führung nur noch mit 7:5 vorne lag, rief Stammheims Ueli Reißner: „Auf Leute, alles geht, alles geht!“ Doch die Gastgeber ließen sich dieses Mal nicht irre machen. Zwar schmolz der Vorsprung noch weiter ab und betrug beim 8:7 und 9:8 gerade noch einen Punkt. Doch nachdem Jaro Jungclaussen sich bei einer Annahme verschätzt hatte und Tobias Rommel den Ball trotz eines Luftsprungs auch nicht retten konnte, machten die Vaihinger keinen Fehler mehr und gewannen mit 11:8. „Ich hätte mit mehr Druck vom Gegner gerechnet“, sagt der Vaihinger Trainer. „Dafür war die Stammheimer Defensive so gut, wie ich sie eingeschätzt hatte. Und wir müssen noch weiter an unserer Abstimmung beim Schuss-Zuspiel arbeiten.“

 

Gestern war der TVV zu Gast beim TV Wünschmichelbach. Punkte waren nicht einkalkuliert, wenn auch die Hoffnung mitreiste. Am Ende wurde es nur in einem Satz richtig eng. „Dass wir verlieren – wir müssen eingestehen, dass Wünschmichelbach die bessere Mannschaft war“, berichtet TVV-Kapitän Daniel Wörsinger. „Aber es hätte nicht unbedingt 0:5 ausgehen müssen.“ Denn in jedem der fünf Sätze hielten die Vaihinger gut mit und lagen zur Satzmitte das eine oder andere Mal auch in Führung. „Aber immer wenn es 5:5 oder 6:6 stand, ist eine Phase gekommmen, in der wir leichte Fehler gemacht haben oder der Gegner besonders gute Bälle erwischt hat“, ärgert sich Wörsinger. „Das war schon im ersten Satz so, als die Wünschmichelbacher von 5:5 auf 8:5 davongezogen sind und wir nicht mehr rangekommen sind.“ Die weiteren Sätze verliefen ähnlich. „Wünschmichelbach hatte aber auch ein sehr gutes Punkte-Fehler-Verhältnis bei Rückschlag und Angabe“, sagt der TVV-Kapitän. Da agierten die Gäste aus Vaihingen nicht immer ganz so sicher und schenkten ein paar Punkte her. „Aber wenigstens waren wir nicht ganz so chancenlos wie im Hinspiel.“ Im letzten Satz lag der TV Vaihingen zeitweise in Führung, ließ sich dann aber beim Stand von 7:7 wieder einholen. „Dann sind wir auf 9:7 davongezogen“, berichtet Wörsinger. „Aber Wünschmichelbach hat wieder ausgeglichen und hat dann immer einen Punkt vorgelegt, bis wir den Satz leider mit einem Fehler zum 12:14 beendet haben. Da hätten wir den Sack schon viel früher zumachen müssen. Für den verdienten Satzgewinn hat es leider nicht gereicht.“

 

Jetzt müssen die Vaihinger Faustballer bis zum allerletzten Spiel der Saison bangen. Denn die Partie des TV Segnitz, der in der Tabelle einen Platz vor dem TVV rangiert, beim TV Wünschmichelbach wurde am Samstag wegen eines heftigen Schauers abgesagt. Von dem Regen hatte sich der Platz zwar gestern Vormittag gut erholt, doch das Segnitz-Spiel wird erst am 31. Juli nachgeholt. Bis dahin können die Vaihinger nur hoffen, dass der Außenseiter gegen Wünschmichelbach nicht ebenso überraschend punktet wie kürzlich der TV Stammheim.

 

TV Vaihingen: Meyer, Krüger, Wörsinger, Johannes Jungclaussen, Jaro Jungclaussen, Lochmahr, Rommel.


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