VKZ: Riesenschritt in Richtung DM-Endrunde


Von Michael Nachreiner Erstellt: 20. Juni 2016

Vaihingen holt am Wochenende drei 3:0-Siege gegen Bretten, Landshut und Hirschfelde, muss sich aber Calw mit 0:3 geschlagen geben

 

Vaihingen. Die Faustballerinnen des TV Vaihingen haben zwar durch die 0:3 (8:11, 14:15 und 6:11)-Niederlage gegen den direkten Tabellennachbarn TSV Calw den zweiten Platz in der 1. Bundesliga Süd verloren. Durch das 3:0 (11:5, 11:4 und 11:3) gegen den TV Bretten, das 3:0 (11:6, 11:9 und 15:14) gegen die TG Landshut sowie das 3:0 (11:3, 11:8 und 11:6) gegen den FSV Hirschfelde einen Riesenschritt in Richtung DM-Endrunde gemacht. „Es ist alles mehr als im Lot. Die Calwerinnen stehen nur einen Platz vor uns, weil sie mehr Sätze gewonnen haben“, berichtet TVV-Spielertrainerin und -Hauptangreiferin Marie-Therese Rothmaier. „Man muss aber auch sehen: Bei den beiden Teams vor uns in der Tabelle, der TSV Dennach und Calw, stehen lauter Nationalspielerinnen im Kader. Deshalb muss ich auch mal zufrieden sein. Das muss ich noch lernen.“

 

Denn die Niederlage gegen Calw ärgert die Übungsleiterin. „Wir hätten den ersten und den zweiten Satz gewinnen können. In beiden Sätzen lagen wir jeweils zwei, drei Bälle vorne. Doch dann kam der Einbruch. Wir haben ein paar dumme Bälle kassiert und schon waren die Calwerinnen vorne“, erklärt Rothmaier. Und dann würde es schwer, wieder die Kurve zu bekommen. „Starke Mannschaften wie Calw, die spielen ihr Ding dann runter“, sagt die Spielertrainerin. Eine Erklärung für solche Schwächephasen hat sie nicht. „Ich bin ratlos. Auf jeden Fall ist es komisch. Das passiert uns nur gegen die starken Teams“, analysiert Rothmaier. „Vielleicht haben die Mädels Angst vor dem Gewinnen. Vielleicht ist es auch meine emotionale Art, die sie noch mehr aus der Bahn wirft. Schließlich sind sie selbst verunsichert. Und dann zicke ich auch noch rum.“

 

Den Vaihingerinnen gelang es allerdings auch nicht, das Ruder im dritten Durchgang noch einmal rumzureißen. „Wir haben den zweiten Satz mit einem ganz dummen Ball verloren“, berichtet Rothmaier. „Das war der Knackpunkt. Im dritten Durchgang ist bei 3:3 bei uns der Faden gerissen.“ Stephanie Dannecker, die Hauptangreiferin der Calwerinnen, habe aber auch viel Druck gemacht. Rothmaier: „Sie hat sehr gute Bälle geschlagen, die es einem schwer machen, sauber aufzubauen.“

 

Das Minimalziel von drei Siegen bei dem doppelten Doppelspieltag am Wochenende hatten die Vaihingerinnen schon davor eingefahren. Unterm Kaltenstein hatten sie zunächst keine Probleme mit dem TV Bretten. Die Kraichgauerinnen schienen die Partie herzuschenken und sich voll auf die zweite Begegnung gegen die TG Landshut zu konzentrieren, die sie auch mit 3:1 gewannen. „Die Brettenerinnen haben nicht ansatzweise so gespielt wie im Hinspiel. Da war kein Kampf, kein Biss, kein Nichts“, erklärt Rothmaier. Das spielte den Vaihingerinnen bei vier Spielen innerhalb von rund 26 Stunden in die Karten. „Wir konnten gut durchwechseln. Das war okay“, sagt die TVV-Spielertrainerin. Pausen bekamen unter anderem Kim Reiners, für die Eva Grözinger ins Spiel kam, und Corinne Meyer, die ihren Platz für Maximiliane Frölich räumen musste. Später ersetzte dann Reiners Natalie Lochmahr.

 

Wie das Spiel gegen Bretten geendet hatte, so fing die Partie gegen die TG Landshut an. Die Vaihingerinnen ließen nichts anbrennen und holten sich den ersten Satz souverän. Im zweiten Durchgang wurde es schon zäher. Erst Mitte des Abschnitts setzten sich die Gastgeberinnen am Alten Postweg ab. Im dritten Satz schienen sie wieder die Kurve bekommen zu haben. Schnell führten sie mit 6:1. Doch nach einer Auszeit kämpften sich die Landshuterinnen wieder in die Partie und hatten bei 10:9 sogar Satzball. Den sowie zwei weitere wehrten die Vaihingerinnen aber ab und brachten den Durchgang mit ihrem zweiten Satzball nach Hause. „Das fing eigentlich schon Ende des zweiten Satzes an, dass keine Stimmung auf dem Platz war und dass wir uns nicht selbst puschen. Und wenn wir locker lassen, dann kommt jeder Gegner in Fahrt“, erklärt Rothmaier. „Die Landshuterinnen spielten das aber auch clever.“

 

Einen Tag darauf in Calw war dann auch der FSV Hirschfelde kein Gegner, der den Vaihingerinnen gefährlich wurde. „Die Hirschfelderinnen hatten nur eine Schlagfrau dabei. Und ihr hat man angemerkt, dass das Duell mit uns schon ihr viertes Spiel an diesem Wochenende war. Da war kein Dampf mehr hinter den Schlägen“, zieht Rothmaier als Fazit.

 

TV Vaihingen: Rothmaier, Reiners, Lochmahr, Meyer, Späth, Grözinger, Frölich, Koch.


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