VKZ: Ohne Patrick Thomas fehlt Durchschlagskraft


Von Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, Erstellt: 2. Mai 2016

 

Deutschland verliert Faustball-Länderspiel gegen die Schweiz mit 2:4 – Assistenztrainer Chris Löwe dennoch zufrieden mit Testergebnis

„Wenn man wirklich testen will, muss man so etwas auch mal in Kauf nehmen“, sagt Chris Löwe. Er war gestern Abend für die deutsche Nationalmannschaft verantwortlich, die in der Neuauflage des Faustball-WM-Finales mit 2:4 gegen die Schweiz verlor. Löwe verbucht es als „wertvolle Erfahrungen“, vor allem für die Debütanten im Deutschland-Trikot.

Vaihingen. Nach dem Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft im Herbst hat es einen Umbruch in der deutschen Faustball-Nationalmannschaft gegeben. Von der alten Garde war beispielsweise noch Hauptangreifer Patrick Thomas mit dabei, der aber nur die ersten zwei Sätze lang spielte. In dieser Zeit demonstrierte er eindrucksvoll seine Stärke. Gleichwohl musste das deutsche Team, das erstmals seit vielen Jahren ohne Vaihinger Mitspieler in seinen Reihen auflief, hart kämpfen. Schnell lag die Mannschaft, der die Favoritenrolle nicht fremd ist, mit 1:3, 5:8 und 7:10 hinten. Doch mit dem Rücken zur Wand drehten die Deutschen auf. Ein harter Angriff, eine Schweizer Angabe ins Aus und schließlich noch ein kurzer Ball von Dennis Gruber brachten die Einheimischen wieder heran. Ihren zweiten Satzball zum 13:11 verwandelten die Deutschen.

Gruber, Angreifer beim TV Wünschmichelbach, war zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft dabei. „In zwei Sätzen hatte er sogar den Hauptschlag“, sagt Löwe. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir einen davon auch nach Hause bringen.“ Doch Deutschland gewann nur die zwei ersten Sätze, in denen Patrick Thomas noch maßgeblich für die Bälle an der Leine zuständig war. Durchgang Nummer zwei ging mit 11:5 an Deutschland. Danach teilten sich Gruber und Nick Trinemeier seine Aufgaben. „Alle Debütanten haben ein gutes Spiel gezeigt“, lobt der Assistent von Bundestrainer Olaf Neuenfeld. „Und für Dennis war der Sprung in die Nationalmannschaft bestimmt schwieriger als für jemanden wie Oliver Späth, der mit Pfungstadt schon Erfahrungen auch gegen international hochklassige Gegner gesammelt hat.“ Während Löwe den Auftritt und Einsatzwillen seiner neuen Schützlinge im Team lobt, sagt er aber auch: „Es fehlte ein bisschen der Druck aus der Angabe. Und wir hatten nicht genug Konstanz im Spiel. Selbst wenn wir vorne lagen, hat es gegen die Schweiz nicht mehr zu Satzgewinnen gereicht.“

So führte Deutschland im dritten Satz schnell mit 3:1, ließ sich beim 4:4 einholen, wehrte dann aber beim Stand von 8:10 zwei Satzbälle ab. Schließlich gewannen doch die Eidgenossen. Gruber nahm Anlauf wie gewohnt, doch seine letzte Angabe zum 10:12 landete im Aus. Im vierten Durchgang zog die Schweiz auf 3:0 und 7:4 davon. Trinemeier verkürzte zwar noch einmal durch einen Ball gegen die Laufrichtung des Schweizer Angreifers Ueli Rebsamen, nachdem das ganze deutsche Team vorher gut gerettet hatte. Doch der Satz endete 7:11 aus deutscher Sicht. Mit dem gleichen Ergebnis ging auch der fünfte an die Schweiz, obwohl Deutschland nach gutem Spiel 6:3 vorne gelegen war. Rebsamen begann den letzten Satz direkt mit einem Ass auf die Seitenlinie. Beim Stand von 10:5 hatte die Schweiz fünf Matchbälle, während Chris Löwe nur eine Auszeit nehmen konnte. Die taktischen Anweisungen hatten beim ersten Matchball erfolg – Trinemeier versenkte eine lange Angabe –, doch den zweiten nutzten die Eidgenossen zum 11:6. Löwe: „Solche Erfahrungen sind wichtig. Da müssen wir jetzt eben durch.“


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