VKZ: Erstmals in Ära Neuenfeld ohne Vaihinger


 

von: Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, 29.04.2016

Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz gilt Bundestrainer als erste Standortbestimmung – Personeller Umbruch nach WM

Die Feldrunde der 1. Faustball-Bundesliga hat zwar noch nicht begonnen. Dennoch ist das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz heute unterm Kaltenstein wichtig. „Es ist als erste Standortbestimmung aufschlussreich. Wir sehen, wo es bei den Spielern noch Defizite gibt“, erklärt Bundestrainer Olaf Neuenfeld.

Vaihingen. Das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz im Rahmen des Frühlingsturniers des Faustball-Bundesligisten TV Vaihingen hat mittlerweile Tradition. Und auch wenn der Termin noch vor dem ersten Spieltag in der deutschen und schweizerischen Eliteliga liegt, legen Bundestrainer Olaf Neuenfeld und sein Assistent Chris Löwe viel Wert auf diesen Vergleich am heutigen Freitag (19 Uhr). „Wenn die Leistungen aber nicht so stimmen, weil sich Spieler erst kurz im Feldtraining befinden, können wir das auch einschätzen. Dennoch bekommen wir erste Erfahrungswerte, wie jeder Spieler drauf ist und wie er sich bisher auf die Feldsaison vorbereitet hat“, erklärt Neuenfeld.

Denn die Schweiz ist ein echter Gradmesser. „Mehr geht sportlich nicht, als wenn der Weltmeister gegen den Vizeweltmeister spielt. Und ich weiß, dass die Schweizer mit allen vier WM-Angreifern auflaufen werden. Das wird eine große Herausforderung“, berichtet der Bundestrainer. Man merkt ihm den Respekt vor den Eidgenossen an, auch wenn sein Team die Schweiz im WM-Finale mit 4:0 vom Platz fegte. „Das jetzt ist ein neues Spiel. Das 4:0 von der Weltmeisterschaft kann nicht als Maßstab genommen werden. Vom Ergebnis ist der Test in Vaihingen komplett offen“, ist sich Neuenfeld sicher.

Vor allem, da der deutschen Nationalmannschaft ein kleiner Umbruch bevorsteht. Christian Kläner vom TV Brettorf, Michael Marx vom TV Vaihingen und Olaf Machelett vom TSV Hagen haben nach den Welttitelkämpfen ihren Rücktritt erklärt. „Damit stehen drei von vier Abwehrspielern aus dem WM-Kader nicht mehr zur Verfügung. Nur noch Ajith Fernando vom TSV Pfungstadt ist dabei“, berichtet Neuenfeld. „Der Konkurrenzkampf ist in der Abwehr damit eröffnet. Aber ich mache mir keine Sorgen, dass wir die drei nicht ersetzen können. Schon vor der WM haben wir bei der Nominierung sehr knappe Entscheidungen getroffen. Aber drei so erfahrene Spieler hinterlassen ein Loch.“ Mit Kläner ist sogar der Kapitän von Bord gegangen. „Einen Mannschaftsführer wie ihn, wünscht man sich. Aber sein Nachfolger Fabian Sagstetter vom TV Schweinfurt-Oberndorf ist auch schon lange dabei. Er weiß, wie wir vom Trainerstab ticken. Das Loch wird schnell gefüllt, wenn auch auf andere Weise“, erklärt Neuenfeld.

Um die vier Abwehrpositionen im Nationalkader kämpfen sieben Spieler, wobei der Pfungstädter Ajith Fernando Vorteile aufgrund seiner internationalen Erfahrung im Verein und in der Nationalmannschaft hat. „Von den anderen sechs Spielern war bisher nur Niklas Ehrhardt schon einmal bei der Nationalmannschaft dabei“, berichtet Neuenfeld. Der Stammheimer wird am Alten Postweg eine neue Chance erhalten. Außerdem debütieren im Trikot mit dem Adler auf der Brust die Abwehrspieler Andrew Fernando und Oliver Späth vom TSV Pfungstadt sowie Angreifer Dennis Gruber vom TV Wünschmichelbach.

Damit „ist es das erste Mal in meiner Amtszeit, dass kein Vaihinger dabei ist“, sagt Neuenfeld. „Das muss aber nicht so bleiben, wenn man die Jugendarbeit des TVV betrachtet. Ich sehe einige Talente, die in den nächsten Jahren den Sprung schaffen können.“


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