VKZ: Bei der DM in einen Rausch gespielt


Von Ralph Küppers, Vaihinger Kreiszeitung, 05.04.2016

U-18-Faustballer des TV Vaihingen gewinnen in Calw die Bronzemedaille – Gegen Käfertal zwei völlig unterschiedliche Gesichter gezeigt

Die U 18 des TV Vaihingen hat im Verlauf der deutschen Meisterschaft immer besser gespielt und sich nach ganz knapp verpasstem Einzug ins Finale die Bronzemedaille gesichert. Der Vaihinger Faustballnachwuchs lief bei den nationalen Titelkämpfen vor allem gegen Topteams zu Höchstform auf.

Calw/Vaihingen. „Die beste Stimmung hatten wir im Halbfinale gegen den TV Käfertal“, berichtet Marco Lochmahr, der gemeinsam mit Tobias Rommel die Vaihinger U 18 trainiert. „Und wir haben absolut an unserer Leistungsgrenze gespielt.“ Im Gruppenspiel gegen Käfertal hatte der TVV mit 0:2 den Kürzeren gezogen. Doch schon da hatten die Vaihinger in den beiden Sätzen (2:11 und 13:15) ein völlig unterschiedliches Gesicht gezeigt. „Aus dem Spiel haben wir diverse Erkenntnisse gezogen“, sagt Lochmahr. „Im Gruppenspiel haben wir ihren Angreifer Cedric Trinemeier aus dem Spiel genommen, aber dann hat Zweitangreifer Leon Wilhelm im ersten Satz keinerlei Fehler gemacht.“ Im zweiten Durchgang des Gruppenspiels gegen Käfertal zeigte Johannes Jungclaussen ein praktisch fehlerfreies Spiel. Die Angaben waren entweder schwer zu erreichen oder wurden zum Ass – ein ums andere Mal punktete der zierlich gewachsene Vaihinger, während Käfertals Nummer eins, der athletische Trinemeier, gar nicht zu den Prellern kam, die ihn ansonsten auszeichneten.

Auf diesen Erfahrungen baute der TVV im Halbfinale auf. „Der erste Satz war sehr knapp und bis zum Ende völlig offen“, sagt Lochmahr über die 9:11-Niederlage. Den zweiten holte sich Vaihingen mit 11:4. „Da haben die Käfertaler aber relativ viele Fehler gemacht. Gleichzeitig hatte Johannes ein extrem gutes Rückschlagergebnis.“ Im entscheidenden Satz um den Einzug ins Endspiel war der Anfang heiß umkämpft. Dann zog Käfertal auf 7:3 davon und wurde wieder eingeholt. Beim Stand von 7:7 nahm Käfertal eine Auszeit, beim Stand von 7:9 Vaihingen. Den ersten Matchball wehrten die Vaihinger noch ab, dann war der Traum vom Finale passé. Dort gewann der VfL Kellinghusen mit 2:1 gegen Käfertal.

„Unser Ziel war ohnehin nur gewesen, unter die besten Sechs zu kommen“, sagt Lochmahr. „Aber vor dem Spiel um Platz drei hatte ich dann schon Bammel, dass wir an der Halbfinalniederlage sehr zu knabbern hätten, weil wir so knapp vor dem Endspiel waren.“ Doch die Befürchtung bestätigte sich nicht. In einer weiteren Neuauflage eines Gruppenspiels schlug der TVV den Ahlhorner SV mit 2:0 und gewann damit die Bronzemedaille. „Die Ahlhorner haben eine kompakte Mannschaft, aber nicht den einen Angreifer, der jedes Mal einen direkten Punkt macht“, sagt Lochmahr. Darum gab es immer wieder längere Spielzüge mit gutem Ende für den TVV.

In der Vorrunde hatten sich die Vaihinger nach einem 2:0-Auftaktsieg gegen den SV Kubschütz (Lochmahr: „Da haben wir aber noch viele leichte Fehler gemacht.“) mit Ahlhorn beim 1:1 die Punkte geteilt. Sehr zum Verdruss des TVV-Trainers, denn ein Sieg wäre in diesem Spiel drin gewesen. Es folgte das 0:2 gegen Käfertal, ehe sich Vaihingen mit einem souveränen 2:0 gegen die Berliner Turnerschaft als Gruppendritter für die K.o.-Runde qualifizierte – punkt- und satzgleich, aber gerade mal einen Ball schlechter als Ahlhorn.

Abwechslungsreich war auch das Qualifikationsspiel des Dritten aus Gruppe A, TV Vaihingen, gegen den Zweiten aus Gruppe B, Gastgeber TSV Calw. „Calw als Gegner war mir gar nicht so unrecht, weil wir schon Dutzende Male gegen diese Mannschaft gespielt haben“, sagt Lochmahr. „Da konnten wir uns taktisch ganz gut drauf einstellen.“ Was allerdings im ersten Durchgang (4:11) nicht zum Erfolg führte. „Da haben wir nicht den Druck entwickelt, der nötig war“, analysiert der TVV-Trainer. „Bei 2:8 im ersten Satz haben wir die Angabe wieder auf Johannes umgestellt.“ Satz Nummer zwei ging mit 11:4 an Vaihingen, Nummer drei sogar mit 11:2. „Da haben wir uns in einen Rausch gespielt“, sagt Lochmahr. „Unterstützt von 20 bis 30 Vaihinger Fans, die mit dem Zug nach Calw gekommen waren.“

TV Vaihingen: Kilpper, Neuberger, Fanz, Hantke, Johannes Jungclaussen, Winkler.


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