Faustballer haben Blut geleckt

Von: Michael Nachreiner, Vaihinger Kreiszeitung, 11. März 2016


Lochmahr: „Erstes Mal, dass die DM-Qualifikation schon Erfolg war“ – Doch jetzt wollen Vaihinger ins Halbfinale und dann eine Medaille

Das Saisonziel, den frühzeitigen Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Süd, haben die Faustballer des TV Vaihingen schon seit Langem erreicht. Jetzt haben sie Blut geleckt. Bei der DM-Endrunde in Hamm/Westfalen wollen sie ins Halbfinale – und dann am besten eine Medaille.

Hamm/Vaihingen. Die Erwartungshaltung im Umfeld der Bundesligafaustballer des TV Vaihingen vor der DM-Endrunde in Hamm/Westfalen ist nicht sonderlich hoch. „Es ist das erste Mal, dass die Qualifikation für die DM-Endrunde in einer starken Südstaffel schon ein Erfolg war“, berichtet TVV-Spielertrainer Marco Lochmahr. „Jetzt können wir eigentlich befreit aufspielen. Aber da wir in Hamm dabei sind, wollen wir natürlich auch weiterkommen. Und wenn wir am Sonntag noch im Turnier sind, wollen wir auch eine Medaille.“

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Vaihinger in der Vorrunde wahrscheinlich aber nur einen Schuss. „Es wird ein Endspiel gegen den TV Brettorf geben. Darauf müssen wir uns konzentrieren“, ist sich auch Lochmahr sicher. „Ich gehe davon aus, dass der andere Vorrundengegner, der TSV Pfungstadt, kein einziges Spiel bei diesem Turnier verlieren wird.“ Auf die Hessen treffen die Vaihinger gleich in der ersten Partie. „Gegen Pfungstadt können wir uns befreit einspielen und uns an die Halle gewöhnen. Außerdem können wir noch mal ein paar personelle Varianten testen“, berichtet der TVV-Spielertrainer.

Dabei ist die Westpress-Arena die große Unbekannte. „Die Halle ist wohl vergleichbar mit der Scharrena in Stuttgart, wo 2012 die DM stattgefunden hat“, erklärt Lochmahr. „Wie in jeder größeren Halle wird es darauf ankommen, wie die Banden aufgestellt sind. Sind sie relativ nahe an den Auslinien des Feldes platziert, dann ist es, als ob man in einer Halle wie der 1-2-3-Halle in Vaihingen spielt. Dann ist rund ums Feld auch nicht mehr Platz.“ Und darauf hoffen die Vaihinger. Denn daran sind sie schon seit Jahren gewöhnt. „Als Vorbereitung haben wir viele Bälle weiter in Richtung Linie geschlagen statt zu prellen“, sagt der Vaihinger Übungsleiter und schiebt hinterher: „Aber wir brauchen jetzt nicht glaubem, dass das nun genauso gut klappt, bloß weil wir drei Wochen lang Bälle nach außen trainiert haben.“

Als zweites Vorrundenspiel steht anschließend das Endspiel gegen den Nordzweiten TV Brettorf auf dem Plan. „Die Brettorfer sind von der Anlage mit den Offenburgern zu vergleichen. Im Angriff haben sie auch Spieler, die die Bälle scharf mit viel Schnitt und Präzision vorne reinservieren. Die Brettorfer Angreifer haben dafür aber nicht so viel Schlagkraft“, weiß Lochmahr. „Da muss man viel laufen und Antizipation mitbringen, damit keine Lücken aufreißen.“ Da so viele Bälle kurz, halblang und nach außen auf die eigenen Schlagleute kommen, hat der TVV-Spielertrainer im Training in dieser Woche noch einmal die Defensivarbeit der Angreifer angesprochen. „Wir Abwehrspieler haben noch einmal Bälle auf die Angreifer geschlagen. Das ging ganz gut, da die Bälle nicht ganz so schnell sein mussten“, erklärt er.

Außerdem kommt den Vaihingern jetzt der Spielplan der Südstaffel zugute. Mit der Spielfolge gegen Schweinfurt, gegen Offenburg, gegen Käfertal und gegen Pfungstadt haben sie sich relativ gut auf die DM vorbereiten können. „Bis auf vielleicht Käfertal, wo das Niveau nicht ganz so hoch war, haben wir zuletzt nur gegen Topmannschaften der Liga gespielt“, berichtet Lochmahr. Zweiter Vorteil: Um das DM-Ticket zu lösen, mussten bis auf Pfungstadt alle diese Begegnungen hoch gewonnen werden. Der Druck in fast jeder Partie war enorm. Lochmahr: „Für die jungen Spieler wie Johannes Jungclaussen, Jakob Kilpper und Max Winkler, die alle mit nach Hamm fahren, kann so eine Drucksituation etwas bringen. Aber eine DM-Endrunde ist noch einmal etwas ganz anderes. Da werden besonders die drei extrem nervös sein.“


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